New Offers September 2026


Orders:
wa@nebehay.com
Tel. +43 1 512 54 66

Shipping prices on request.
Our Terms & Conditions apply.



Akademie der Wissenschaften

Mitteilungen der Prähistorischen Kommission. Konvolut von 10 Bänden (Reihentitel teilweise mit Zusatz "kais." bzw. "Österreichischen"). Wien, Hölder u. a., 1915/1981. Kl-4; je ca. 50 - ca. 450 pp, durchwegs illustriert; die älteste Publikation in unaufgeschnittenem Orig.-Pappband (Rückenmängel, Vorsätze leimschattig), sonst orig.-broschiert (teilweise geringfügig lichtspurig).

Vorhanden: Bd. II/3 (1915) W. Schmid, Die Ringwälle des Bacherngebietes 1. Tl.; A. Mahr, Die La Tèneperiode in Oberösterreich; Bd. II/5-6 (1939) A. Hild, Funde der älteren und jüngeren Eisenzeit in Bludenz (Vorarlberg); Bd. IV/1-2 (1940) A. Orssich de Slavetich, Bubanj, eine vorgeschichtliche Ansiedlung bei Niš; Bd. V/6 (1951) F. Felgenhauer, Aggsbach, Ein Fundplatz des späten Paläolithikums in Niederösterreich; Bd. VI (1952-53) W. Angeli, Der Mammutjägerhalt von Langmannersdorf an der Perschling; K. Kromer, Zur Frühgeschichte Roms; Bd. VII (1954-55) F. Brandtner, Kamegg, eine Freilandstation des späteren Paläolithikums in Niederösterreich (u. a.); Bd. X (1960-62) A. Gulder, Die urnenfelderzeitliche "Frauenkröte" von Maissau in Niederösterreich und ihr geistesgeschichtlicher Hintergrund; Bd. XI-XII (1963-68) K. Willvonseder, Die jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Pfahlbauten des Attersees in Oberösterreich (mit Beilage R. Bernhart, Die Pfahlbausammlung des Heimathauses Vöcklabruck); Bd. XV-XVI (1971-74) H. Friesinger, Studien zur Archäologie der Slawen in Niederösterreich; Bd. XIX-XX (1978-81) F. Hampl, H. Kerchler und Z. Benkovsky-Pivovarova, Das mittelbronzezeitliche Gräberfeld von Pitten in Niederösterreich Band 1. Continue reading

Order no. 2609-1
€ 140,-


Almanach

Blumenstrauss für Musen und Menschen Freunde zum Neujahrsgeschenke 1800. Wien, Georg Friedrich Kraus, (1799). In-16; gestochenes Frontispiz, 21 Bll. (inkl. gest. Titel und Kalendarium rot-schwarz), S. 1-48, S. 25-81, (1), 5 Bll.; 8 unkolorierte Kupferstiche (von 12), 2 Faltbeilagen (von 3) mit gestochenen Musiknoten, 12 originalkolorierte radierte Modeblätter; marmorierter (Orig.-?)Pappband mit Rückenschildchen und etwas Rückenvergoldung (leicht berieben, letztes Blatt im Bund gelockert); Titelblatt mit üblichem Taxstempel, stellenweise unbedeutend gebräunt, ganz vereinzelt etwas fleckig, die Modekupfer teilweise knapp beschnitten; insgesamt sehr gut erhalten. - Text fehlerhaft paginiert, jedoch komplett; es fehlen die Kupferstiche II bis V sowie eine Musikbeilage (vermutlich nach Seite 70).

Köhring 30 (kennt nur Jahrgang 1801). - Seltener Jahrgang eines ohnehin nicht häufigen Wiener Almanachs, der in dieser Form nur wenige Jahre erschien. Die Texte weisen keine Verfasserangaben auf; die Kupferstiche stammen teilweise vom Wiener Stecher Joseph Stöber (1768-1852), die vorhandenen Musikbeilagen von Carl Leopold Röllig (gest. 1804 in Wien) und Anton Schweitzer (1735-1787). Continue reading

Order no. 2609-2
€ 290,-


Anonymus

Narzanes / Or, the Injur'd Statesman Containing the Most Important Negotiations, and Transactions of That Great Minister Whilst He Presided Over the Affairs of Persia. London, T. Payne, 1755. Kl-8; 4 Bll., 104 pp mit einigen Vignetten; schlichter Pappband der Zeit (kleine Fehlstellen im Bezug); stellenweise etwas gebräunt, einzelne unrestaurierte Fraßspuren (auch auf dem Titelblatt); Adelsexlibris. - Selten.

Zweite Ausgabe nach der Erstauflage von 1731. Raffinierte politische Satire im Gewand einer romantischen persischen Erzählung. Verschlüsselt wird hier Robert Walpole, der erste Premierminister Großbritanniens, gegenüber seinen politischen Rivalen verteidigt. In der Frühzeit der englischen Aufklärung bildete die Einbettung nationaler Angelegenheiten in einen exotischen Kontext eine beliebte literarische Technik zur Umgehung der Zensur. Continue reading

Order no. 2609-3
€ 165,-


Badura-Skoda, Paul, Pianist (1927-2019)

Eigenhändiger launiger Text "Über das Üben" mit Unterschrift, 1/2 Seite, kl-4, Wien (Briefkopf), 23. 10. 1983. - "Zum guten Üben gehört das Einüben, Durchüben und Ausüben. Aber dann gibt es noch das Zerr-Üben, das zum Zerüben ganzer Musikstücke führen kann, so lange, bis ihre Substanz förmlich zerrieben wird. Was übrigbleibt, ist eine Art More-üben-Brei ...". Faltspuren. - Beiliegend ein bleistiftgeschriebenes musikalisches Billet mit dem Anfang von Franz Schuberts "Lerchenwalzer" und Unterschrift, ohne Ort und Datum. Beide Autographen von fremder Hand numeriert.

Der österreichische Pianist war auch als Pädagoge und Musikschriftsteller tätig. Franz Schubert gehörte mit Mozart, Beethoven und Frank Martin zu seinen bevorzugten Komponisten. Der sogenannte "Lerchenwalzer" in Des-Dur findet sich als Ländler Nr. 7 (mit folgendem Ländler Nr. 8) in Schuberts 1823 veröffentlichtem op. 18 (D. 145). Continue reading

Order no. 2609-4
€ 250,-


Baumbach, Rudolf, Schriftsteller (1840-1905)

Eigenhändiges sechzehnzeiliges Gedicht mit Unterschrift "R. Baumbach" auf dem Vorsatzblatt seines Büchleins "Frau Holde", 17. Tsd., Leipzig, Liebeskind, 1888 (kl-8, 90 pp, goldgepr. Orig.-Leinen). "Nach sieben Jahren! // Ha, alter Birnbaum! Lebst du noch / Nach sieben langen Jahren? / Trägst noch an einer Stange hoch / Das Kästlein für die Staren? / Der Birnbaum an zu sprechen fing / Und seufzte schwer beklommen / Dieweil der Star auf Reisen ging / Hat Spatz Besitz genommen! // Willkomm' mit deinem Schelmenblick, / Frau Nachbarin du lose! / Als Knospe ließ ich dich zurück, / Nun grüß' ich dich als Rose / Sie wies mir lächelnd einen Ring - / O weh; zu spät gekommen! / Dieweil der Star auf Reisen ging / Hat Spatz Besitz genommen ...". Kleiner Papierschaden sowie minimale Korrekturen von fremder Hand, Titelblatt mit leichtem Schriftabklatsch und Besitzvermerk von 1888.

Mit kleinen Abweichungen gedruckt in "Lieder eines fahrenden Gesellen" (Leipzig 1878). Das Gedicht wurde - so wie viele von Baumbachs volktümlichen Gedichten - mehrfach vertont. Continue reading

Order no. 2609-5
€ 175,-


Bibelhandschrift

Doppelseitig beschriebenes Pergamentblatt aus einer Handschrift des 14. Jhs., rubrizierte zweispaltige gotische Minuskel (Gotica textualis) zu je 32 Zeilen mit einzelnen Marginalien, Blattgröße 30,5 x 19,5 cm. Der lateinische Text nach der Hieronymus-Vulgata enthält Numeri 33:54 (Schluss) bis 35:24 (Anfang) aus dem Tanach bzw. Alten Testament; Textausdruck beiliegend. - Ungleichmäßig beschnitten, etwas gebräunt bzw. fleckig, einzelne kleine Fehlstellen (eine davon im Schriftbereich); insgesamt sehr gut erhaltene mittelalterliche Buchseite.

Der politisch hochaktuelle Text aus dem im einem langen Redaktionsprozess entstandenen sogenannten 4. Buch Mose enthält Anweisungen zur kriegerischen Landnahme der Israeliten in Kanaan. Aufgrund der archäologischen Evidenz wird diese heute meist als spätere literarische Konstruktion angesehen. Continue reading

Order no. 2609-6
€ 1350,-


Bolzano, Peter Eduard

De momentis diagnosticis, quibus phthisis pituitosa ab ulcerosa distingui potest. Dissertatio inauguralis medica. Prag, Haase, 1818. In-8; Titel, 69 pp, 2 Bll.; Orig.-Broschur (Bindung gelockert, etwas angeschmutzt, alter Besitzvermerk und kleines Etikett); leichte Alters- und Gebrauchsspuren, Titelblatt rückseitig schwach gestempelt, zwei Seiten stärker gebräunt.

Der österreichisch-böhmische Mediziner (1793-1818), ein jüngerer Bruder des Theologen und Philosophen Bernard Bolzano, erwarb sich mit der vorliegenden Dissertation über die Differentialdiagnostik von Lungenschwindsucht (Tuberkulose) höchste Anerkennung und hatte eine glänzende Laufbahn vor sich. Er verstarb bereits im 25. Lebensjahr, nachdem er sich bei der Behandlung von Patienten mit Typhus infiziert hatte. Continue reading

Order no. 2609-7
€ 75,-


Brendel, Alfred, Pianist (1931-2025)

Farbiges Fotoporträt (18 x 13 cm, wohl nach privater Aufnahme) mit eigenhändigem Namenszug im weißen Unterrand, ohne Ort und Datum (um 1995). - Etwas braunstichig.

Der große österreichische Interpret klassischer und romantischer Klavierliteratur war auch als Essayist zu musikalischen Themen sowie als Lyriker tätig. Ab 1971 lebte er in London. Continue reading

Order no. 2609-8
€ 65,-


Burnett, Andrew et al.

Roman Provincial Coinage (RPC) Volume 1: From the death of Caesar to the death of Vitellius (44 BC–AD 69). Part I: Introduction and catalogue. Part II: Indexes and plates. (Und:) Supplement I. 3 Bde. London, British Museum Press und Paris, Bibliothèque Nationale, 1992/1998. Kl-4; 734 pp; 82 pp, 195 Taf.; ca. 50 pp, 11 Taf.; zwei Orig.-Leinenbände in Orig.-Schuber, ein Orig.-Pappband. Alle ungebraucht in ungeöffneter Orig.-Verpackung.

Die erste Printausgabe von Band 1 des maßgeblichen Werks zur Provinzialprägung der Römischen Kaiserzeit einschließlich des Zusatzbandes mit Ergänzungen und Korrekturen. Continue reading

Order no. 2609-9
€ 330,-


Burnett, Andrew et al.

Roman Provincial Coinage (RPC) Volume 2: From Vespasian to Domitian (AD 69-96). Part I: Introduction and catalogue. Part II: Indexes and plates. 2 Bde. London, British Museum Press und Paris, Bibliothèque Nationale, 1999. Kl-4; 385 pp, 120 Taf.; Orig.-Leinenbände in Orig.-Schuber. Alle ungebraucht in ungeöffneter Orig.-Verpackung.

Die vergriffene Printausgabe von Band 2 des maßgeblichen Werks zur Provinzialprägung der Römischen Kaiserzeit. Continue reading

Order no. 2609-10
€ 300,-


Busch, Wilhelm, Dichter, Zeichner und Maler (1832-1908)

Eigenhändige Grußzeile mit Unterschrift (in Bleistift) auf der leeren letzten Seite eines Briefs des Malers Friedrich August von Kaulbach (1850-1920) aus München an den Maler Daniel Penther (1837-1887) in Wien. "Auch einen schönen Gruß. Wilhelm Busch".

Der im November 1871 geschriebene eigenhändige Brief Kaulbachs (2 1/2 Seiten in-8) erwähnt die Künstlerkollegen Hans Makart, Franz von Lenbach und Lorenz Gedon und berichtet vom lokalen Kulturleben: "... Hier sind gegenwärtig großartige Meisterfesttage, R. Wagners Hoflager befindet sich zur Zeit in München ... alles steht auf dem Kopf u. schlägt Purzelbaum, dem Meister zu Ehren ...". 1871 kam es zur Gründung des ersten Richard Wagner-Vereins in München; der Komponist verlegte aber damals schon seine Festspielpläne von der bayerischen Hauptstadt nach Bayreuth. Continue reading

Order no. 2609-11
€ 850,-


Carossa, Hans

Reise zu den Elf Scharfrichtern. Frankfurt, Trajanus-Presse im Insel-Verlag, 1953. In-8; 44 pp, 1 Bl.; Orig.-Pappband mit Deckelvignette (geringfügige Gebrauchsspuren). - Auf dem fliegenden Vorsatz eigenhändige Widmung "Kleiner Absatz aus einer Jugendgeschichte, dem verehrten und geliebten Dichter Felix Braun mit den herzlichsten Wünschen für sein Leben und sein Wirken im neuen Jahr zugeeignet von seinem Freund Hans Carossa / Rittsteig, am 3. Januar 1954".

Wilpert-G. 34; Sarkowski 288. - Dieser Vorabdruck eines Kapitels aus Carossas erst zwei Jahre später veröffentichtem Buch "Der Tag des jungen Arztes" erzählt von einem Besuch der von 1901 bis 1904 bestehenden Münchener Kleinbühne "Die 11 Scharfrichter", des ersten politischen Kabaretts in Deutschland, und wurde dem Dichter zum 75. Geburtstag vom Insel-Verlag überreicht. Ursprünglich als Arzt tätig, war der aus Bayern stammende Carossa (1878-1956) mit dem ihm literarisch nahestehenden österreichischen Schriftsteller Felix Braun (1885-1973) lebenslang freundschaftlich verbunden. Continue reading

Order no. 2609-12
€ 130,-


Carrière, Moriz

Die Kunst im Zusammenhang der Culturentwickelung und die Ideale der Menschheit. 5 Bände (Band 1-3 in erster, Band 4-5 in zweiter Auflage). Leipzig, Brockhaus, 1863-1874. In-8; insgesamt LXXVIII, 3093 pp; Halblederbände der Zeit (etwas berieben, Rücken aufgehellt). - Bd. 1: Die Anfänge der Cultur und das orientalische Alterthum in Religion, Dichtung und Kunst. Bd. 2: Hellas und Rom in Religion und Weisheit, Dichtung und Kunst. Bd. 3: Das christliche Alterthum und der Islam in Dichtung, Kunst und Wissenschaft / Das europäische Mittelalter in Dichtung, Kunst und Wissenschaft. Bd. 4: Renaissance und Reformation in Bildung, Kunst und Literatur. Bd. 5: Das Weltalter des Geistes im Aufgange. Literatur und Kunst im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert.

ADB 47, 452 ff.. - Eines der Hauptwerke des zunächst stark von Hegel beeinflussten deutschen Schriftstellers und Philosophen (1817-1895), "eine Philosophie der Geschichte vom Standpunkt der Aesthetik, die man treffend auch eine Geschichte des Idealismus genannt hat. Es ist ein großartig angelegtes, mit staunenswerthem Fleiße durchgeführtes, von tiefen Gedanken erfülltes und in gehobener Sprache geschriebenes Werk" (W. Christ). Continue reading

Order no. 2609-13
€ 120,-


Ceská Akademie císare Františka Josefa pro vedy, slovesnost a umení v Praze

Reichhaltiges Konvolut von Publikationen der Tschechischen Akademie für Wissenschaften, Literatur und Künste in tschechischer Sprache. Insgesamt ca. 280 Bände in 13 Kartons. Prag, Verlag der Akademie, 1891/1912. Unterschiedliche Formate, einheitlich gebunden in blind- und goldgeprägtem Leinen. Größtenteils gut erhalten, einige Einbände stark berieben bzw. fleckig, einzelne Seiten lose. - Unter anderem sind Bände aus folgenden Reihen vorhanden: Almanach (22), Archiv pro lexikografii a dialektologii (5), Bibliografie ceské historie (4), Bibliotéka klassiku reckých a rímských (11), Bulletin International (20), Ceský lid (15), Historický Archiv (25), Narodné písne moravské (2), Rozpravy (65), Sbirka Pramenuv (34), Sborník svetové poesie (13), Spisy Jana Amosa Komenského (3), Vestník (12). - Detaillierte Aufstellung auf Anfrage.

Die Akademie (1918 umbenannt in Ceská akademie ved a umení, Vorläuferin der heutigen Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik) wurde 1890 zur Förderung von Wissenschaft und Kunst unter besonderer Berücksichtigung der tschechischen Sprache und Literatur gegründet. Der Inhalt der vorliegenden Bände umfasst ein breites Spektrum von Sachgebieten. *** An extensive collection of publications by the Czech Academy of Sciences, Literature and Arts in the Czech language. A total of approximately 280 volumes in 13 boxes. Details upon request. Continue reading

Order no. 2609-14
€ 1200,-


Crawford, Michael H.

Roman Republican Coinage. 2 Bde. Cambridge, University Press, 1995. Kl-4; insgesamt XXVI, 919 pp mit 5 Diagrammen, 79 Taf.; Orig.-Leinenbände mit goldgepr. Rückenschildchen; ausgezeichnet erhalten.

Clain-Stefanelli 3724. - Standardwerk zur Münzprägung Roms in republikanischer Zeit. Verbesserter Neudruck der Ausgabe 1974. Continue reading

Order no. 2609-15
€ 650,-


Cuvier, Georges (Baron de), Naturforscher (1769-1832)

"Cuvier." Brustbild mit Orden. Kreidelithographie von Nicolas-Eustache Maurin bei Delpech, Paris um 1830, Bildformat ca. 23 x 22 cm. - Leichte, etwas unleichmäßige Altersbräunung.

Georges Cuvier (eigenticher Vorname Jean-Léopold-Nicholas Frédéric; ab 1828 Baron de) gilt als Begründer der wissenschaftlichen Paläontologie und machte die vergleichende Anatomie zur Grundlage der Zoologie. Continue reading

Order no. 2609-16
€ 85,-


Dahn, Felix, Schriftsteller (1834-1912)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 2 1/2 Seiten, gr-8, Würzburg, 23. 3. 1905. - Bittet den befreundeten Schriftsteller Peter Rosegger, den ehemaligen Redakteur des "Heimgarten", ihm bei der Eintreibung einer ausständigen Zahlung behilflich zu sein. "Lieber Freund! Dießmal muß ich Dir einen reinen Geschäftsbrief schreiben - dafür erhältst Du nächstens einen reinen Freundschaftsbrief. Du erinnerst Dich, daß wir bei Begründung des Heimgartens für Beiträge ein Honorar von 80 fl [Gulden] pro Bogen verabredeten. Ich habe in dieß Blatt den Dietrich von Bern, den faulen Hanns und Schule und Leben geliefert und einmal eine Zahlung von 100 fl erhalten. Da nun eine weitere Zahlung nicht erfolgte, habe ich dreimal ... an die Redaction geschrieben ... Ich weiß, daß Du als längst ausgeschieden aus der Führung des Blattes nicht verpflichtet bist, Dich um diese unser beider sehr unwürdige Sache zu kümmern, ersuche Dich aber, da ich ganz ausschließlich um deiner Person willen Mitarbeiter des Blattes wurde, diesen meinen Brief ... an Herrn Pustet zu schicken, der dann ohne Zweifel wißen wird, was er zu thun hat ...". - Auf bläulichem, fein kariertem Papier.

Die Freundschaft zwischen den beiden Schriftstellern geht auf das Jahr 1894 zurück, als Dahn nach einem Angriff auf Rosegger in der Berliner Presse mit diesem zu korrespondieren begann. Die gemeinsame deutschnationale, jedoch nicht dezidiert antisemitische Gesinnung förderte ihren regen geistigen Austausch. Continue reading

Order no. 2609-17
€ 350,-


Dumas, Alexandre (Sohn), Schriftsteller (1824-1895)

Eigenhändiges Manuskript mit Unterschrift, 2 1/2 Seiten, kl-8, 25. 9. 1894. - Über seine Beziehung zum Tanz, insbesondere zum Walzer, und zu Johann Strauss. "Quand j'étais jeune j'aimais passionnément la danse et surtout la valse. J'ai donc beaucoup tourné sur moi même entrainé par la musique de Johann Strauss ; mais il nous est arrivé bien des fois de nous arrêter, mes valseuses et moi pour écouter cette musique et pour suivre dans l'espace, je devrais dire dans l'infini la rêverie qu'elle faisait naître en nous. Il nous semblait que c'était presque un sacrilège de faire servir de pareilles mélodies à un plaisir physique. Aujourd'hui que j'ai le même âge que Strauss et que ja ne danse plus depuis long tem[p]s, je me fais souvent jouer ses valses et je revois ma jeunesse repasser en tournoyant et en souriant devant moi. A. Dumas f[il]s." - Beiliegend ein Fotoporträt um 1875 im Format carte-de-visite aus dem Pariser Atelier Mulnier.

Übersetzung: "Als ich jung war, liebte ich das Tanzen leidenschaftlich, vor allem den Walzer. So drehte ich mich oft im Takt der Musik von Johann Strauss; doch oft kam es vor, dass meine Tanzpartnerinnen und ich innehielten, um dieser Musik zu lauschen und der Träumerei, die sie in uns weckte, im Raum – ich sollte sagen: in die Unendlichkeit – zu folgen. Es kam uns fast wie ein Sakrileg vor, solche Melodien einem körperlichen Vergnügen dienen zu lassen. Heute, da ich genauso alt bin wie Strauss und schon lange nicht mehr tanze, lasse ich mir oft seine Walzer vorspielen und sehe meine Jugend wieder, wie sie sich drehend und lächelnd an mir vorbeizieht." Continue reading

Order no. 2609-18
€ 350,-


Ecce Homo

Christus am Pranger. Weiß gehöhte Bleistiftzeichnung auf bräunlichem Papier, kyrilllisch monogrammiert und datiert V. K. 1891, Blattgröße 20 x 13 cm. - Nicht störende kleine Randmängel.

Ausdrucksstarke Darstellung. Continue reading

Order no. 2609-19
€ 160,-


Einem, Gottfried von, Komponist (1918-1996)

Eigenhändige freundschaftliche Korrespondenz (4 Briefe und 4 Postkarten) mit der Sopranistin Dagmar Schmedes, Rindlberg (Bad Großpertholz, NÖ.), 1973/1977 (meist Jänner bis April 1976). - Betrifft vor allem das Bemühen des Komponisten, für die Sängerin eine finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand zu erwirken. "Liebe Dagmar ... Sind Sie österr. oder dänische Staatsbürgerin? Wenn ich das alles beisammen habe, werde ich Sinowatz schreiben und dann erst, wenn von ihm aus nichts möglich sein sollte, Frau Fröhlich Sandner ... Es ist wahrlich eine Schande, wie das Ministerium sich Ihnen (und mir) gegenüber beträgt. Sie sehen, wie hoch man meine Bitten honoriert, wie gross mein Einfluss ist ... Glauben Sie mir bitte, dass nichts von selbst gut wird. Ich habe schon zahllose 'Fälle' zu regeln versucht. Manchmal mit Erfolg, meist erfolglos ... Ich sende die beschämenden Papiere zurück. Was soll, was kann ich tun? ... Schauen Sie sich die 'Dame' an. Eine gute Vorstellung ... Ich werde nächster Tage die neue Oper beginnen. Lotte schrieb den Text: Jesu Hochzeit (mit dem Tod) ...". - Einmal voll unterschrieben, sonst meist mit "Gottfried" oder "Gottfried E."; die zugehörigen eigenhändigen Briefkuverts sowie zwei maschinschriftliche Briefe des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst und ein Bankformular liegen bei.

Dagmar Schmedes (1896-1987), Tochter des Heldentenors Erik Schmedes, sang an der Wiener Volksoper sowie bei den Bayreuther Festspielen und wirkte später als Pädagogin. Fred Sinowatz war von 1971 bis 1983 Bundesminister für Unterricht und Kunst, Gertrude Fröhlich-Sandner von 1965 bis 1979 Wiener Kulturstadträtin. Einems Oper "Der Besuch der alten Dame" wurde 1971 uraufgeführt, "Jesu Hochzeit" (nach Text seiner Gattin Lotte Ingrisch) 1980. In der vorliegenden Korrespondenz bringt der Komponist auch seine Hochschätzung für mehrere Dirigenten zum Ausdruck, während er über einen namentlich nicht genannten "Gigantovic" abfällig urteilt: "Fu[rtwängler], Walter, Toscanini werden in der Erinnerung der Menschen bleiben. Er wird Spreu sein. Poverino ...". Continue reading

Order no. 2609-20
€ 360,-


Elisabeth, Kaiserin von Österreich (1837-1898)

Eigenhändiges Briefkuvert (ohne Inhalt) an ihren Sohn Erzherzog Rudolf, ohne Ort und Datum, 9 x 11,5 cm. - "Seiner k. k. Hoheit Erzherzog Rudolf Kronprinz von Oesterreich / Wien." Auf der aufgebrochenen rückseitigen Verschlußklappe fein ausgeführter violetter Stempel "Elisabeth" mit darübergesetzter Habsburgerkrone. - Geringfügig altersfleckig.

Nach Vergleich mit ähnlichen Stücken enthielt das Kuvert vermutlich ein um 1870 verfasstes Schreiben an den damals noch jugendlichen Thronfolger (1858-1889). Continue reading

Order no. 2609-21
€ 1450,-


Fischer, Isidor

Geschichte der Geburtshilfe in Wien. Leipzig und Wien, Deuticke, 1909. Gr.-8; X, 523 pp mit 32 Abbildungen, 5 Tafeln (davon 3 farbig und doppelseitig); Halblederband mit goldgepr. Rückentitel und eingebundener Orig.-Broschur (diese mit kleinen Mängeln); die ersten Seiten mit leichtem Eckknick, insgesamt schönes Exemplar. - Beiliegend ein einschlägiger Antiquariatskatalog.

Vorwort von Friedrich Schauta. Die Erstausgabe des Standardwerks, herausgegeben im Auftrag der Wiener geburtshilflich-gynäkologischen Gesellschaft. Der Autor (1868-1943) war Gynäkologe und Medizinhistoriker, musste 1938 unter Zurücklassung seiner Arzpraxis und seiner umfangreichen Bibliothek nach England emigrieren und verstarb dort mittellos und vereinsamt . Continue reading

Order no. 2609-22
€ 100,-


Fischhof, Robert, Pianist und Komponist (1856-1918)

Musikalisches Albumblatt mit eigenhändiger Notenzeile, Spruch und Unterschrift, quer-kl-8, Wien, 21. 6. 1909. - "Mit dem Mute der Wahrheit und Überzeugung Robert Fischhof". Die Notenzeile mit dem Beginn der eigenen Liedkomposition "Ich liebe dich weil ich dich lieben muß". - Minimale Eckmängel.

Robert Fischhof stammte aus einer musikalischen Wiener Familie, studierte unter anderem bei Anton Bruckner, Theodor Leschetitzky und Franz Liszt und unternahm Konzerttourneen durch ganz Europa. In seinen letzten Lebensjahren spielte er nur noch eigene Werke. 1884 wurde er Professor am Wiener Konservatorium, 1916 erschienen seine Erinnerungen an Begegnungen mit bedeutenden Persönlichkeiten seiner Zeit. Continue reading

Order no. 2609-23
€ 160,-


Fleischer, Victor (Bearb.) - Laske, Oskar (Illustr.)

Till Eulenspiegel. Dem Volksbuch nacherzählt von Victor Fleischer. Wien, Anton Schroll, 1920. In-8; 133 pp mit 31 Abb., 24 lithograph. Farbtafeln (inkl. Frontispiz), 3 Bll.; farbillustrierter Orig.-Pappband mit illustr. Vorsätzen und Kopffarbschnitt in orig. Kartonschuber; papierbedingt leicht gebräunt, insgesamt attraktives Exemplar.

Schöne Ausgabe des beliebten Volksbuchs mit den humorvollen Illustrationen des österreichischen Architekten, Malers und Graphikers Oskar Laske (1874-1951). Continue reading

Order no. 2609-24
€ 360,-


Franz Joseph, Kaiser von Österreich (1830-1916)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 5 1/2 Seiten auf zwei Doppelblättern, in-8, Ofen, 7. 6. 1896. - An Katharina von Schratt. "Meine liebe gute Freundin, Erschrecken Sie nicht, wenn Sie schon so bald einen Brief von mir erhalten, der Sie aber nicht zu einer Antwort zwingen soll. Da mein erster Kurier noch nicht eingetroffen ist und und ich daher Heute Früh besonders viele Zeit habe, so konnte ich dem Wunsche nicht widerstehen einige Zeilen an Sie zu richten und Ihnen zu sagen, was Sie ohnehin wissen, daß ich sehr viel mit Sehnsucht und Trauer an Sie denke. Wie unendlich lange werde ich Sie nicht sehen! Es ist eigentlich noch ein Glück, daß die Hetze des hiesigen Aufenthaltes mir nicht viel Zeit zum Nachdenken laßt. Auch innigst danken möchte ich Ihnen, was ich leider bei unserem vorgestrigen Abschiede vergessen habe, für Ihre viele Güte für mich während dieser letzten Zeit, so wie für die neue Lufterzeugungs Maschine, welche, wie ich erst im Waggon von meinem Kammerdiener Ketterle erfuhr, vorgestern in meine Wohung in der Burg kam und bereits bei einem angestellten Versuche eine enorme, abkühlende Wirkung hatte. Wie viele Wohltaten verdanke ich Ihnen! Sie sind ein Oberengel! Die frühere Maschine kommt nach Ischl, wo sie bei der dortigen elektrischen Einrichtung verwendbar sein und gute Dienste leisten wird. General Direktor Palmer war selbst in der Burg, um die Installation zu überwachen. Vielleicht haben Sie die Güte, ihm für diese Zuvorkommenheit meinen besten Dank auszurichten. Noch eine schöne Bitte hätte ich, nemlich, daß Sie mir Ihre Ankunft in Carlsbad telegraphisch anzeigen möchten. Es wäre eine große Beruhigung für mich. / Beiliegend erlaube ich mir Photographien meiner Enkelin Auguste im ungarischen Kleide und meines Urenkels zu schicken, die Sie vielleicht amusiren werden. Hier ist es wärmer wie in Wien. Gestern bei meiner Ankunft war es wunderschön, unter Tags waren wiederholt heftige Strichregen mit Sonnenschein abwechselnd, dabei schwüle Luft. Heute ist der Morgen wieder schön, aber der fallende Barometer macht mich für den morgigen Festzug besorgt. Auf der Herreise habe ich im Waggon besonders gut geschlafen, hier im Schloße empfing mich Eh. Joseph und sein Sohn, später kam mein Bruder Ludwig zu mir, der bereits vorgestern Abend hier eingetroffen war. Um 10 Uhr war die Grundsteinlegung im Schloße, die sehr kurz dauerte, dann besprach ich mit dem Commandirenden Fürsten Lobkowitz und mit Paar die Tage und die détails meiner Truppen Inspicirungen und später machte ich einen Besuch im Hause des Eh. Joseph, wo ich ihn, seine Frau, 3 Töchter, Auguste und ihren Mann fand. Um 5 Uhr speiste ich mit meinem Bruder Ludwig und den Herrn des Gefolges und später kam Stéphanie mit ihrer Tochter an, die mit Dampfschiff herunter gefahren sind und von der Fahrt sehr befriedigt waren. Heute habe ich um 1/2 12 Uhr den Empfang aller Obergespäne und dann der Stadtvertretung von Buda-Pest, um 5 Uhr wieder Diner mit den im Hause wohnenden Herrschaften und Suiten und dann kommt die Kaiserin an. Durch eine lange Reihe von Tagen werde ich hier noch ziemlich viel zu leisten haben, fünf Besuche in der Ausstellung sind noch nothwendig, um Alles gesehen zu haben, außerdem ist jetzt eine Pferde Ausstellung und am 10. ein Preisreiten, später eine Regatta und ein Jubiläums Scheibenschiessen, an 6 Morgen habe ich Truppen zu inspiciren und an den Montagen und Donnerstagen Audienzen. Erst wenn es klarer werden wird, wie lange die Delegationen dauern werden und wann ich daher meine beiden Delegations Diners geben kann, werde ich bestimmen können, wann ich der hiesigen Hetze ein Ende machen und in den ruhigeren Thiergarten zurückkehren kann. / Nun leben Sie wohl, theuerste Freundin und denken Sie manchmal in ruhigen Augenblicken, die Ihnen auch selten gegönnt sind, an Ihren Sie innigst liebenden Franz Joseph." Mit Kuvert (unbeschriftet).

Stark gekürzt gedruckt bei Bourgoing 274 f. und Hamann 343 f. - Die Freundschaft zwischen dem Kaiser und der mit Baron Miklos Kiss de Ittebe verheirateten, jedoch von ihm getrennt lebenden Burgschauspielerin Katharina Schratt (1853-1940) währte rund drei Jahrzehnte, wurde von Kaiserin Elisabeth durchaus begünstigt und fand ihren Niederschlag in vielen meist ausführlichen Briefen, die der oft einsame Monarch an seine Freundin richtete. Sie geben intime Einblicke in die Persönlichkeit Franz Josephs und sollten nach seinem Wunsch verbrannt oder zumindest streng unter Verschluss gehalten werden, doch gelangten rund 900 davon nach dem Tod von Schratts kinderlosem Sohn Anton Kiss (1970) in die Handschriftensammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, einige auch in den Autographenhandel. Ofen: historische deutsche Bezeichnung für Buda, das 1873 mit Pest vereinigt wurde; 1896 feierte man hier das Millenium der magyarischen Landnahme mit einer großen Ausstellung und einem prunkvollen Festzug vor dem Kaiserpaar. "neue Lufterzeugungs Maschine": elektrischer Ventilator (der nach Bad Ischl transferierte Vorgänger befindet sich heute noch in der Kaiservilla). "Ketterle": Eugen Ketterl, letzter Kammerdiener des Kaisers (1859-1928). "Paar": Eduard Graf von Paar, Generaladjutant Franz Josephs (1837-1919). "Obergespäne": oberste Beamte der ungarischen Komitate. Continue reading

Order no. 2609-25
€ 4500,-


Freud, Sigm.

Die Traumdeutung. Dritte vermehrte Auflage. Leipzig und Wien, Franz Deuticke, 1911. Gr-8; IX, (I), 414, (6) pp, 3 Textabb.; Halbleinenband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel und Kopffarbschnitt (etwas berieben und mit Schabspur, kleine Fehlstellen im Bezug); flieg. Vorsatz, Titel und hinterer Innendeckel dezent gestempelt, Vortitel mit kleinen Mängeln; insgesamt sehr gut erhalten mit nur geringfügigen Gebrauchsspuren; zwei Exlibris.

Neuerlich bearbeitete und erweiterte Ausgabe des "Jahrhundertwerks" mit eigenem Vorwort; die erste Auflage erschien im November 1899 mit der Jahresangabe 1900 und wurde zunächst von der Fachwelt wenig gewürdigt, die zweite Auflage von 1909 fand bereits in breiteren Kreisen Interesse und war bald vergriffen. Zu Lebzeiten Sigmund Freuds erschienen insgesamt acht Auflagen des Buchs, das als Grundlagenwerk der Psychoanalyse gilt. Continue reading

Order no. 2609-26
€ 260,-


[Frölich, Erasmus] - Debiel, Ludwig (Hrsg.)

Appendicula ad numos Augustorum, et Caesarum, ab urbibus Graece loquentibus cusos, quos Cl. Vaillantius collegerat, concinnata e cimelio Vindobonensi cujusdam e Societate Jesu ... promotore ... Ludovico Debiel ... Wien, Maria Theresia Voigt, 1734. Kl-8; 4 Bll., 148 pp, 8 Bll., 19 ausfaltbare Kupfertafeln; schlichter zeitgenössischer Lederband mit etwas Rückenprägung (berieben, Kapitale beschädigt, einzelne Wurmspuren auf Deckel und Vorsätzen); etwas gebräunt, feuchtrandig oder fleckig, die Tafeln teilweise etwas hart beschnitten oder mit kleinen Randmängeln, alte Bibliotheksvermerke auf Innendeckel; insgesamt ordentliches Exemplar.

Lipsius 135. - Beschreibung von 264 provinzialrömischen Münzen aus dem von Carlo Granelli SJ (1671-1739) in Wien angelegten privaten Münzkabinett als Ergänzung zu den Werken des französischen Numismatikers Jean Foy-Vaillant (1632-1706). Frühe Publikation des österreichischen Jesuiten, Historikers und Bibliothekars Erasmus Frölich (1700-1758), der als Numismatiker Schüler Garellis war, später am Theresianum unterrichtete und an der Katalogisierung des kaiserlichen Münzkabinetts beteiligt war. Frölichs Arbeiten wurden teilweise unter den Namen von Ordensbrüdern oder Schülern veröffentlicht; eine zweite Ausgabe des vorliegenden Werks erschien 1737 im selben Verlag. Garellis Sammlung verblieb nach seinem Tod bei den Wiener Jesuiten und wurde nach der Aufhebung des Ordens (1773) mit dem kaiserlichen Münzkabinett vereinigt. Continue reading

Order no. 2609-27
€ 260,-


Gaisberger, Joseph

Ovilaba und die damit in nächster Verbindung stehenden römischen Alterthümer. (Aus: Denkschriften der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-Historische Klasse. Bd. 3. Wien, Staatsdruckerei, 1852). In-folio; 1 Bl., 20 pp, 4 (eigentlich 3) lithograph. Tafeln (1 farbig); moderne Broschur; breitrandig, stellenweise etwas stockfleckig.

Studie über Entstehung, Bedeutung und Niedergang des römischen Ortes Ovilava (so die gängige Schreibweise), der mit Wels in Oberösterreich zu identifizieren ist. Joseph Gaisberger (1792-1871) war Augustinerpater im Stift St. Florian und erwarb sich große Verdienste um die Erforschung der oberösterreichischen Landesgeschichte. Continue reading

Order no. 2609-28
€ 120,-


Girardi, Alexander (1815-1918)

"Girardi". Chromolithographie um 1900(?), Blattformat 34,5 x 25,5 cm, rückseitig Sammlerstempel "F. Hohberger". Der große Volksschauspieler als komischer Engländer(?) vor der Rotunde im Wiener Prater stehend. - Dazu als Beigabe ein umfangreiches Konvolut von zeitgenössischen Zeitungsausschnitten über Girardi (teilweise iIlustriert), davon einige auf Leinen aufgezogen.

Die Chromolithographie erschien als Gratisbeilage zum "Wiener Tagblatt" und weist keinen Künstlernamen auf. Continue reading

Order no. 2609-29
€ 100,-


Hammer-Purgstall, (Joseph von)

Geisterlehre der Moslimen. (Aus: Denkschriften der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-Historische Klasse. Bd. 3. Wien, Staatsdruckerei, 1852). In-folio; p. 189-228 mit einer Textabb. in farbigem Reliefdruck, 1 Farbtafel; moderne Broschur; breitrandig, stellenweise geringfügig stockfleckig.

Studie des österreichischen Orientalisten, Historikers und Schriftstellers (1774-1865) über Engel, Teufel und Dschinnen in der Lehre des Islam. Mit dem arabisch-türkischen Originaltext eines Amuletts im Besitz von Lord Byron. Continue reading

Order no. 2609-30
€ 220,-


Hammer-Purgstall, (Joseph von)

Ueber die Namen der Araber. (Aus: Denkschriften der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-Historische Klasse. Bd. 3. Wien, Staatsdruckerei, 1852). In-folio; 1 Bl., 72 pp; moderne Broschur; breitrandig, stellenweise geringfügig stockfleckig.

Ausführliche namenskundliche Abhandlung des österreichischen Orientalisten, Historikers und Schriftstellers (1774-1865). Continue reading

Order no. 2609-31
€ 100,-


Hauff, Wilhelm - Kubin, Alfred (Illustr.)

Wilhelm Hauffs Märchen. Illustriert von Alfred Kubin. München und Leipzig, Georg Müller, [1911]. In-8; 4 Bll. (inkl. Frontispiz), 444 pp mit 65 Strichätzungen nach Federzeichnungen, davon 17 ganzseitig; orig. Halblederband mit goldgepr. Rücken, Farbschnitt und Lesebändchen (berieben, Rückenkanten geplatzt, erste Lage gelockert); ganz vereinzelt etwas fleckig, kleines Exlibris.

Raabe 36; Horodisch 46. - Erster Band der von Kubin illustrierten Ausgabe von Hauffs Werken, von der nur noch ein zweiter Band erschien. Continue reading

Order no. 2609-32
€ 55,-


Heißenbüttel, Helmut - Walter, Otto F. (Hrsg.)

Walter-Drucke. 9 Bände der Serie. Olten und Freiburg, Walter-Verlag, 1964/1968. Gr-8; Je Band ca. 60-135 pp, einzelne Illustrationen; orig. Klappenbroschuren mit Pergaminumschlag, zwei Bände mit zusätzlicher Bauchbinde; unaufgeschnitten, einzelne Lagerspuren. - Vorhanden: Nr. 3 Ludwig Hohl, Nuancen und Details; Nr. 4 Francis Ponge, Die literarische Praxis; Nr. 5 Henri Michaux, Wind und Staub; Nr. 7 Jean Cayrol, Muriel oder Die Zeit der Wiederkehr; Nr. 8 Gerda Zeltner-Neukomm, Die eigenmächtige Sprache; Nr. 9 Wolfgang Weyrauch, Etwas geschieht; Nr. 10 Stéphane Mallarmé, ein Würfelwurf; Nr. 11 Klaus Stiller, Die Absperrung; Nr. 15 Dieter Fringeli, Was auf der Hand lag.

Die bibliophil gestaltete und auf jeweils 1200 Exemplare limitierte Serie widmete sich der literarischen Avantgarde, konnte sich aber nur einige wenige Jahre im Verlagsprogramm halten. Es dürften insgesamt 17 Bände (einschließlich eines mit "0" numerierten Auftaktbandes) erschienen sein. Continue reading

Order no. 2609-33
€ 100,-


Hoffmann, Josef, Architekt (1870-1956)

Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift, 1 Seite, (Wien), 17. 1. 1931 (Poststempel), mit eigenhändigem gelaufenem Briefkuvert. - An Oskar Hans Menges. "Sehr geehrter Herr! Besten Dank für Ihre Glückwünsche von Ihrem Josef Hoffmann".

Dekoratives Autograph des Mitbegründers der "Wiener Secession" und der "Wiener Werkstätte". Continue reading

Order no. 2609-34
€ 350,-


Horzalka, Johann Evangelist, Pianist und Komponist (1798-1860)

Musikalisches Albumblatt mit eigenhändiger Notenzeile und Widmung mit Namenszug, Wien, 6. 10. 1841. - "Zur Erinnerung dem Freund Jos. Doppler von J. E. Horzalka". Klavierstück "Moderato", 7 Takte in 2 Systemen. - Unten ungleichmäßig beschnitten.

Vgl. Wurzbach 9, 335. - Sehr selten. J. E. Horzalka, Sohn eines mährischen Schullehrers und Organisten, studierte bei Ignaz Moscheles und Emanuel Aloys Förster und arbeitete ab 1832 als Pianist und Korrepetitor am Theater an der Wien. Er schrieb unter anderem Bühnenmusik zu Franz Grillparzers "Des Meeres und der Liebe Wellen" und Ernst Raupachs "Der Müller und sein Kind". Der Musiker Josef Doppler war als Kopist und Bearbeiter von Werken Schuberts tätig. Continue reading

Order no. 2609-35
€ 360,-


Jagdausstellung 1910

Internationale Jagd-Ausstellung Wien 1910. Kunstpavillon. Wien, J. Weiner, (1910). Kl-8; 68 pp, 8 Fototaf.; zweifarbiger Druck mit dekorativen Kopf- und Fußleisten im Jugendstil; flexibles Orig.-Leinen mit silbergepr. Deckeltitel (geringfügig vom Innentitel abweichend) und Bordüre; leichte Gebrauchsspuren.

Definitive Fasssung des Ausstellungskatalogs der Kunstabteilung, sehr selten. Der Text wurde gegenüber der ebenfalls seltenen provisorischen Ausgabe um einige Objekte sowie um einen Index der Künstler erweitert und geringfügig umgestellt; neu hinzugekommen sind die Illustrationen. Der an der Ausstellung teilnehmenden Klimt-Gruppe waren die Säle V und VI zugeteilt, ihre Gestaltung erfolgte durch Josef Hoffmann. Das Foto von Saal VI zeigt rechts hinten erstmals das heute verschollene große Schiele-Bild "Sitzender weiblicher Akt mit einem abgespreizten Arm" (Kallir P170); im Text wird es unter der Nr. 104 kurioserweise als Aquarell geführt ("Dekoratives Panneau"). Im 1912 erschienenen monumentalen Gedenkbuch zur Ausstellung ist das Foto nochmals enthalten. Continue reading

Order no. 2609-36
€ 1200,-


Jahreszeiten

Vier kleinformatige Drucke wohl des späten 19. Jahrhunderts nach Holzschnitten von Hans Sebald Beham (1500-1550), je 9 x 6 cm, auf Karton montiert.

Die Vorlagen weisen das Monogramm HSB oder HSP auf. Die Darstellung des Sommers wird wegen der dort abgebildeten Eichel manchmal fälschlich als Spielkarte angesprochen. Continue reading

Order no. 2609-37
€ 75,-


Jeritza, Maria, Opernsängerin (1887-1982)

Fotoporträt-Postkarte mit eigenhändigem Namenszug im weißen Rand (in Bleistift). - Rollenporträt als Tosca. Aufnahme des Wiener Fotoateliers Setzer (vorderseitig Blindprägung, rückseitig Stempel).

Die Aufnahme wurde im September 1922 in der amerikanischen Zeitschrift Shadowland veröffentlicht. Im November 1921 hatte die Jeritza die Rolle der Tosca in New York gesungen, wobei sie während einer Probe auf der Bühne ausgeglitten war und ihre Arie "Vissi d'arte, vissi d'amore" auf dem Boden liegend gesungen hatte statt wie vorgesehen auf dem Sofa. Puccini war davon so begeistert, dass er das in die Regieanweisungen aufnehmen ließ. Continue reading

Order no. 2609-38
€ 100,-


Joseph II., römisch-deutscher Kaiser (1741-1790)

Gedruckte und geschriebene Urkunde auf Papier mit eigenhändiger Unterschrift und papiergedecktem Siegel, Wien, 16. 11. 1780, 49,5 x 70 cm (gefaltet). - Oberstenpatent für Oberstleutnant Joseph Frohn vom Waldeggschen Dragonerregiment. Mit gestochener Titulatur und Bordüre. Zwei Gegenzeichnungen, darunter Hofkriegsratspräsident Feldmarschall Andreas Reichsgraf Hadik von Futak (1710-1790), Taxstempel. - Geringfügige Bugmängel, insgesamt sehr gut erhalten.

"... in mildester Erwegung dessen seithero Uns, und Unserem Durchlauchtigsten Erzhaus in militari geleisteter treu gehorsamsten Diensten, dadurch erlangter Kriegs-Erfahrenheit, und sich erworbener Verdiensten ... zu Unseren Kai[ser]l: Königl: Obersten zu Pferdt huldreichest ernennet, erhoben, und bestellet haben ...". Dekorative großformatige Urkunde aus dem ersten Jahr von Josephs Alleinregierung. Continue reading

Order no. 2609-39
€ 370,-


Jugendstil-Plakatkunst

The Poster. An Illustrated Monthly Chronicle. Vol. II/10 & Vol. II/12. 2 Hefte. London, E. R. Alexander & Sons, 1899. Gr-8; VIII, p. 136-178; VIII, p. 223-264; durchgehend illustriert mit jeweils zwei ganzseitigen und teilweise farbigen Abbildungen; Klammerheftung mit lithographierten Orig.-Umschlägen; mäßige Gebrauchsspuren.

Zwei Einzelhefte dieser kurzlebigen Zeitschrift über Plakat- und Reklamekunst, die lediglich von Juni 1898 bis Dezember 1900 unter wechselnden Herausgebern erschien. Die hier vorliegenden Umschlagillustrationen stammen von Charles Ffoulkes und Will True; die Texte behandeln unter anderem Arbeiten von Stewart Browne und Jules Chéret. Continue reading

Order no. 2609-40
€ 240,-


Justiz / Rechtsanwalt

"The Lawsuit. - Die Rechtsverhandlung." Stahlstich von Albert Henry Payne nach einem 1648 entstandenen Gemälde von Christoph Pauditz aus "Stahlstich-Sammlung der vorzüglichsten Gemälde der Dresdener Gallerie", Leipzig und Dresden 1848-1851, 12 x 18 cm. - Eine vornehm gekleidete Dame berät sich mit ihrem Anwalt, der für sie ein Schriftstück verfasst.

Christoph Pauditz (auch Christopher Paudiß, um 1625 - 1666) war ein bayerischer Barockmaler und Schüler Rembrandts. Continue reading

Order no. 2609-41
€ 140,-


Kalbeck, Max, Musikschriftsteller (1850-1921)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 2 Seiten auf Doppelblatt, kl-8, Wien, 10. 12. 1903. - "Lieber Freund! Anno 1891 wurden Brahms und ich gleichzeitig von der in Berlin frisch gegründeten 'Freien Bühne' um Beiträge zu einer Verlosung von Autographen angegangen. Als hätten wir uns mit einander verabredet, erfüllten wir den Wunsch mit polemischen Hieben. Ich zeigte Brahms das gegen die naturalistischen Stürmer gerichtete Epigramm: 'Im Mondschein glänzt ein Haufen Mist, als ob er eitel Gold und Silber wäre; Gemeines adelt nur der Humorist, erblickt er es aus seiner höhern Sphäre'. Er sagte lachend 'Bravo' und fügte hinzu: 'Ich habe ihnen auch eins drauf gegeben!' Dann holte er das von Dir copirte Albumblatt und meinte: 'Das ist hoffentlich deutlich genug.' Otto Brahm wird die Stelle aus Goethes 'Deutschem Parnaß' gleich gekannt und ihre Beziehung verstanden haben. Der glückliche Gewinner des Blattes und andere kaum. Dir aber danke ich für die Mitteilung der Reliquie und muß es Dir vorläufig überlassen, den Canon herauszufinden, der wohl dahinter steckt. Mir fehlt jetzt die Zeit zu solchen Experimenten. Herzlich grüßend Dein Max Kalbeck." - Beiliegend ein kleines aufgezogenes Zeitungsporträt.

In Breslau aufgewachsen, kam Kalbeck 1880 nach Wien und wurde hier zu einem einflussreichen Kritiker. Er war Parteigänger und enger Freund von Johannes Brahms und verfasste eine umfangreiche Biographie des Komponisten. Der deutsche Kritiker, Theaterleiter und Regisseur Otto Brahm (1856-1912) wurde 1889 Präsident des Berliner Theatervereins "Freie Bühne", der sich der Aufführung sozialkritischer Dramen der Naturalisten widmete. Continue reading

Order no. 2609-42
€ 175,-


Keller, Peter (Hrsg.)

Glaube und Aberglaube: Amulette, Medaillen und Andachtsbildchen. Katalog zur 36. Sonderschau des Dommuseums zu Salzburg. (Katalog des Bestandes der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung zu Salzburg Bd. 2). Salzburg, Dommuseum, 2010. Kl-4; 447, (1) pp, durchgehend farbig illustriert; farbiger Orig.-Halbleinenband mit Lesebändchen; tadellos. - Vergriffen und gesucht.

Umfangreicher, hervorragend bebilderter Katalog zum religiösen Volksbrauchtum besonders des österreichisch-süddeutschen Raumes. Mit wissenschaftlichen Beiträgen von Ulrike Kammerhofer-Aggermann, Ludwig Mödl, Christoph Mayrhofer, Elfriede Grabner, Leopold Öhler, Josef Kral und Wilfried Schaber. Continue reading

Order no. 2609-43
€ 160,-


Koller, Emmerich Franz

Jus fisci et populi, quod primus sub gloriosissimis auspiciis ... Mariae Theresiae ... in antiquissima, et celeberrima universitate Viennensi dissertatione publica majestati regiae ... consecrat Emericus Franciscus Koller, de Nagy-Manya. Wien, Johann Ignaz Heyinger, (1741). Kl-4; 14 Bll., 178 pp, 3 Bll.; dekorative Holzschnittinitialen und Schlussvignette; restaurierter Lederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung und Sprenkelschnitt (fliegende Vorsätze erneuert); alte Vermerke auf Titel, zwei Eckabrisse sorgfältig restauriert, vereinzelt etwas fleckig; insgesamt gut erhalten und frisch.

VD18 14791293. - Wiener juridische Dissertation eines ungarischen Studenten unter dem Vorsitz von Johann Jakob Oppenritter mit einer ausführlichen Widmung an Kaiserin Maria Theresia. Großzügig ausgestattet und breitrandig gedruckt. Continue reading

Order no. 2609-44
€ 160,-


Kunstschau 1908

Provisorischer Katalog der Kunstschau Wien 1908. Wien, Adolf Holzhausen, (1908). Kl-8; 101 pp mit wiederholter Vignette, 9 Bll. Inserate (teilweise illustriert), 1 Faltplan; Orig.-Broschur mit blindgeprägtem Signet der Ausstellung.

Vgl. Ludwig Hevesi, Altkunst - Neukunst, 311 ff. - Die seltene Originalausgabe. Die von der Gruppe um Gustav Klimt und Josef Hoffmann veranstaltete Kunst- und Kunsthandwerksausstellung fand zum 60-jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph in einem provisorisch errichteten Gebäude auf dem Gelände des heutigen Wiener Konzerthauses statt und gilt als bahnbrechendes Ereignis der Wiener Moderne. Unter den Werken von etwa 130 Künstlerinnen und Künstlern war auch Klimts Gemälde "Der Kuss" vertreten (im vorliegenden Katalog noch unter seinem ursprünglichen Titel "Liebespaar" verzeichnet), das damals vom k.k. Ministerium für Cultus und Unterricht angekauft wurde. Ein eigener Raum war der Wiener Werkstätte gewidmet, Continue reading

Order no. 2609-45
€ 650,-


Kutzer, Ernst (Illustr.)

Vier Kinderbücher: Kribbel Krabbel Kugelrund - Murli-Brumm und andere lustige Leute - Das und dies von Lois und Lies (Text jeweils von Viktoria Fenzl) sowie Peterl Schnipf der Ausreißer (Text von Margarethe K. Weitzner). Wien, Verlag für Jugend und Volk, 1945/1946. Alle in-8, jeweils 46-48 pp mit zahlreichen teils ganzseitigen Abb.; illustr. Orig.-Broschuren (davon drei farbig), durch entfernbare Pergamin-Umschläge geschützt; tadellos erhalten und in diesem Zustand selten.

Shindo 331, 387, 437 und 578. - Frühe Nachkriegsausgaben der erstmals zwischen 1926 und 1933 erschienen Hefte, die amtlich zur Verwendung im Volksschulunterricht zugelassen wurden; das Textbild ist teilweise in Block- oder Schreibschrift gehalten. Der österreichische Maler, Graphiker und Autor Ernst Kutzer (1880-1965) illustrierte zahlreiche Kinder- und Schulbücher in seinem unverkennbaren Stil. Bei "Das und dies von Lois und Lies" (Ausgabe 1945) ist sein Name überstempelt, bei den übrigen Heften scheint er gar nicht auf, was seine Erklärung in Kutzers Beteiligung an der vorangegangenen nationalsozialistischen Schulbuchproduktion findet. Continue reading

Order no. 2609-46
€ 160,-


Laske, Oskar, Maler und Illustrator (1874-1951)

Eigenhändiger Brief mit Paraphe, 1 Seite, kl-4, Wien, 25. 11. 1947. - An eine Dame. "Verehrte gnädige Frau! Sie können sich gar nicht vorstellen, welche Freude es für einen Maler ist, einmal wieder ordentliche Farben zu haben. Ich habe das Päckchen heute vom Künstlerhaus abgeholt - Tausend Dank, auch für die vorherige Sendung. - Wir hoffen sehr, Sie bald wieder in Wien, in der Nisselgasse zu sehen. Schade, daß Sie zu Weihnachten nicht schon hier sind. - Ich bin sehr fleißig und würde Ihnen gerne alle meine Sachen zeigen. Ich hab auch wieder zwei neue Bücher illustriert. Das ist aber schwer damit, die Verleger jammern über Papiermangel, oder Buchbinderstreike[?] oder Druckschwierigkeiten aller Art. - Sehr gerne würde ich irgendwo draußen Winter malen, aber das ist auch nicht leicht durchzuführen, haupts. ist man an allen Enden nötig. Herzlichste Grüße und frohe Weihnachten o. L.". Zensurstempel. - Vier Randrisse mit Klebeband hinterlegt.

Laske und seine Frau lebten in der Nachkriegszeit in Wien unter äußerst prekären Verhältnissen und wurde von ausländischen Freunden materiell unterstützt. 1947 erschienen die von Laske illustrierten Bücher "Casanova in Petersburg" (von Joseph Gregor) und "Der Ritt auf dem Einhorn" (von Ernst Scheibelreiter). Continue reading

Order no. 2609-47
€ 300,-


Lefler, Heinrich, Maler und Graphiker (1863-1919)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 1 Seite, kl-8, (Wien), 23. 1. (um 1895?). - Wohl an den Kunsthändler Valentin Andreas Heck (1842-1905). "Geehrtester Herr Heck! Hier ist der vorläufig korrigierte Heine; bitte also wie ich mit Robert besprochen eine Cabinetaufnahme machen zu lassen. Vielleicht verständigen Sie mich, wenn die Aufnahme fertig ist; ich komme dann zu Ihnen um das Bild durchzusprechen. In vorzüglicher Hochachtung grüße verbindlich Heinrich Lefler."

Lefler gehörte zu den wichtigsten Künstlern des Wiener Jugendstils; er war Gründungsmitglied des Hagenbundes und unter der Direktion von Gustav Mahler Ausstattungsleiter an der Wiener Hofoper. Der Wiener Kunstverlag V. A. Heck beschäftigte sich auch mit Photographie; Robert Heck wurde später Inhaber der Firma. Vermutlich bezieht sich der Brief auf Leflers Bild "Heinrich Heine und Elise Krinitz", zu dem uns leider keine näheren Informationen vorliegen. Continue reading

Order no. 2609-48
€ 140,-


Lefuel, H. - Baldus, E.

Palais du Louvre et des Tuileries. Motifs de décorations tirés des Constructions executées au Nouveau Louvre et au Palais des Tuileries sous la direction de Mr. H. Lefuel Architecte de l'Empereur. Héliogravure par E. Baldus. (Teil 1 von 2). (Paris, Baldus, um 1870). In-folio; Titelblatt und 100 lose numerierte Tafeln mit Heliogravüren; teilweise im weißen Rand etwas stockfleckig oder angeschmutzt, einzelne Gebrauchsspuren, insgesamt ordentlich und in sich komplett; in zeitgenössischer Halbleinenmappe (diese stark beschädigt).

Seltene fotographische Dokumentation des neobarocken Innendekors von Louvre und Tuilerien-Palais vor der Brandschatzung beim Aufstand der Pariser Kommune (1871); es erschien noch ein zweiter Teil mit der Dokumentation des Außendekors. Hector-Martin Lefuel (1810-1880) wurde 1854 von Kaiser Napoléon III. zum Chefarchitekten der Pariser Stadtschlösser Louvre und Palais des Tuileries ernannt, an denen er umfangreiche Arbeiten durchführen ließ. Im Mai 1871 wurde der Louvre beschädigt, der Tuilerien-Palast zerstört. Der aus Deutschland stammende Édouard Baldus (1813-1889) gilt als erster professioneller Architekturfotograph und entwickelte 1855 eine eigenes heliographisches Verfahren zur drucktechnischen Vervielfältigung seiner Bilder, das zur Grundlage einer umfangreichen verlegerischen Tätigkeit wurde. Continue reading

Order no. 2609-49
€ 450,-


Lehár, Franz, Komponist (1870-1948)

Porträtpostkarte aus der englischen "Rotary Photographic Plate Sunk Gem Series" mit gedruckter Notenzeile aus "The Merry Widow" (Die lustige Witwe) und eigenhändiger Unterschrift auf der Bildseite.

Lehárs bekannteste Operette "Die Lustige Witwe" wurde am 30. 12. 1905 im Theater an der Wien uraufgeführt. Basil Hood erstellte davon 1907 eine englische Fassung, die ebenfalls sehr erfolgreich war. 1912 reiste Lehár nach London, wo er die britische Premiere von "Gipsy Love" (Zigeunerliebe) dirigierte. Vermutlich entstand bei diesem Englandaufenthalt das vorliegende, in dieser Form ungewöhnliche Sammlerstück. Continue reading

Order no. 2609-50
€ 370,-


Lehár, Franz, Komponist (1870-1948)

Kärtchen (7 x 11,5 cm) mit schwungvoller großer Unterschrift. - MInimale Knickspur.

Franz Lehár bekannte sich während seines ganzen Lebens durch seine Unterschrift zu seiner ungarischen Herkunft, indem er nach ungarischer Art seinen Taufnamen Ferenc (Franz) dem Familiennamen hintansetzte. Den Namen ‚Ferenc‘ kürzte Lehár meist mit einem violinschlüsselartigen Schnörkel ab und behielt diese Schreibweise auch dann bei, wenn er später mit deutschem Vornamen unterschrieb (Wikipedia). Continue reading

Order no. 2609-51
€ 120,-


Lenglet Du Fresnoy, (Nicolas)

Kurzverfassete Kinder Geographie, in acht und vierzig Lectionen eingetheilet, und mit benöthigten Charten versehen. In französischer Sprache ausgefertiget durch den Herrn Abt Lenglet du Fresnoy, und zum Nutzen der Jugend in die teutsche übersetzet ... Sechste, um vieles verbesserte, und vermehrte, Auflage. Nürnberg, Peter Monath, 1769. In-4; 2 Bll., 55, (1) pp, 8 altkolorierte gefaltete Kupferstichkarten; restaurierter Halblederband der Zeit; Gebrauchs- und Altersspuren, die erste Karte mit unbedeutender Fehlstelle, die meisten Karten rückseitig partiell oder ganzflächig verstärkt; insgesamt gutes und komplettes Exemplar.

Phillips IV, 4197. - Der französische Gelehrte, Verleger und Enzyklopädist Lenglet Du Fresnoy (1674-1755) brachte dieses Geographielehrbuch in Frage- und Antwortform erstmals 1736 als Auszug aus seiner umfassenderen "Méthode pour étudier la Géographie" heraus; die erste deutsche Ausgabe erschien 1741 und erfreute sich rasch großer Beliebtheit. Die allegorisch ausgeschmückten Karten der vorliegenden, gründlich überarbeiteten Fassung zeigen die Welt (in zwei Hemisphären), Europa, Deutschland, Italien, Asien, Afrika, Amerika sowie Palästina nach dem damaligen geographischen Wissensstand (etwa mit Kalifornien als Insel) und unter Berücksichtigung erfolgter politischer Veränderungen. Continue reading

Order no. 2609-52
€ 1200,-


Leoncavallo, Ruggero, Komponist (1858-1919)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 1 Seite, kl-4, Bagni di Montecatini, 15. 10. 1917. - An den Dramatiker, Journalisten und Drehbuchautor Valentino Soldani (1873-1935). "Caro Soldani. Tornato da Milano speravo trovare la sua lunga lettera ed il contratto con le modificazioni per 'Mirandolina' promessimi con la cartolina del 6 ott[obre] da Firenze nella quale mi chiedeva dove precisamente mi sarei trovato, ma ... non ho trovato nulla. Mi urge di avere il contratto di 'Mirandolina' perchè più che probabilmente avrò una buona nuova di darle ... Niente d'Italia! Volevo anche sapere se Le è riuscito di vedere la film della Giulietta Bertini e se se ne è occupato perchè anche questo preme molto. Le dico in confidenza che al Capitalista piace molto quel soggetto e non so se lo troverei disposto così per un altro. Urgo quindi decidere! In fondo: ci sono stati due Cristi, due Traviate, due Cavallerie e questo non ha impedito alla migliore delle due di far quattrini e di aver successo. Dunque? Scriva e presto. Saluti cordiali suo Leoncavallo".

Inhaltsreicher Brief aus Leoncavallos letzten, bereits von Krankheit überschatteten Lebensjahren. Der Komponist plante mit Soldani eine Vertonung von Goldonis meisterhafter Komödie "La locandiera" (nach der Hauptfigur oft "Mirandolina" genannt), die nicht mehr zustande kam. "Giulietta Bertini": Der Komponist meint hier offensichtlich die Filmschauspielerin Francesca Bertini (1892-1985), die in dem 1912 erschienenen Stummfilm "Romeo e Giulietta" die weibliche Hauptrolle spielte. Auch an eine Bearbeitung dieses Shakespeare-Stücks dürfte Leoncavallo laut dem vorliegenden Brief noch gedacht haben; zu dieser Zeit arbeitete allerdings auch bereits der Komponist und Dirigent Riccardo Zandonai (1883-1944) an seiner Oper "Giulietta e Romeo", die 1922 uraufgeführt wurde. "Capitalista": der unterstützende Geldgeber. Continue reading

Order no. 2609-53
€ 850,-


Leppin, Paul

Daniel Jesus. Ein Roman. Berlin - Leipzig, Jacques Hegner, 1905. Kl-8; 124, (1) pp; zweifarbig gedruckt mit lithographiertem Frontispiz, Vignetten und Randleisten; schwarzer Orig.-Lederband mit goldgepr. Rücken- und Deckeltitel, Deckelvignette und Farbschnitt (Rücken etwas aufgehellt, oberes Kapital berieben); Papier leicht angegilbt, insgesamt gut erhalten. - Nr. 14 von 800 Exemplaren.

Die seltene erste Ausgabe von Leppins dritter Buchveröffentlichung, buchkünstlerisch gestaltet von Richard Teschner. Der deutschböhmische Schriftsteller (1878-1945) galt als einer der Protagonisten der literarischen Bewegung "Jung-Prag" und war unter anderem mit Richard Dehmel, Else Lasker-Schüler und Gustav Meyrink befreundet, den er oft als Vorbild für seine Figuren heranzog. Der exzentrische Roman behandelt freizügig erotische Themen und wurde bis in die Gegenwart immer wieder aufgelegt. Continue reading

Order no. 2609-54
€ 275,-


Liebermann, Ernst, Maler und Graphiker (1869-1960)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 4 Seiten auf 2 Doppelblättern mit dekorativer Briefkopf-Vignette (je 2 Seiten Text und Beilage), gr-8, München (Briefkopf), 9. 11. 1906. - An den Kunsthistoriker Joseph Meder (1857-1934), damals Direktor der Graphischen Sammlung Albertina in Wien. "Hochverehrter Herr Direktor! Unter höflicher Bezugnahme auf eine Anregung des Herrn Dr. Tomaseth gelegentlich meines Besuchs der 'Albertina' im vergangenen Frühjahr erlaube ich mir Ihnen, hochverehrter Herr Direktor, in der Anlage eine Anzahl graphischer Arbeiten meiner Hand zur Ansicht zu übermitteln. Ich bitte die Blätter bis zur nächsten Ankaufsitzung behalten zu wollen. Es sollte mich freuen, wenn ausser der bereits in Ihrer Sammlung befindlichen farbigen Zeichnung noch weitere Arbeiten meiner Hand der Aufnahme gewürdigt werden sollten. Mit dem Ausdruck meiner vollsten Hochachtung Ihr ergebener Ernst Liebermann". Die Beilage listet Originalzeichnungen, Radierungen und Lithographien Liebermanns mit Preisen in Kronen auf und enthält eine Anmerkung zur Lithographie "Aus einer deutschen Kleinstadt".

Der in Berlin ausgebildete und vor allem in München tätige Künstler arbeitete zunächst überwiegend als Graphiker und wandte sich erst später der Malerei zu. Die von Herzog Albert von Sachsen-Teschen angelegte Albertina-Sammlung war 1906 noch habsburgischer Fideikommiss; 1919 ging sie in österreichisches Staatseigentum über. Continue reading

Order no. 2609-55
€ 140,-


Luitpold von Bayern (1821-1912)

"Luitpold Prinzregent von Bayern". Großformatige Heliogravüre auf China von Franz Hanfstaengl nach einem Gemälde von Franz von Lenbach, München um 1900, Bildformat 37,5 x 29,5 cm, Blattgröße 57 x 45 cm. Im weißen Rand stellenweise geringfügig fleckig. - Dazu in gleicher Ausführung, ebenfalls nach einem Gemälde von Lenbach: "Elvira Gräfin Wrbna kgl. Prinzessin von Bayern".

Luitpold, der von 1886 bis zu seinem Tod an Stelle von Ludwig II. beziehungsweise Otto I. Bayern regierte, wurde von Lenbach mehrfach porträtiert. Elvira von Bayern (1868-1943), Tochter von Prinz Adalbert von Bayern und Prinzessin Amalia del Pilar von Spanien, heiratete 1891 den Grafen Rudolf von Wrbna-Kaunitz-Rietberg-Questenberg und Freudenthal; das vorliegende Porträt ist selten. Continue reading

Order no. 2609-56
€ 175,-


Lwow, Alexej Fjodorowitsch, Violinist und Komponist (1798-1870)

Eigenhändiger Brief in französischer Sprache mit Unterschrift, 1 Seite (Trauerrand), in-8, ohne Ort und Jahr (6. Dezember). - An einen Herrn bezüglich eines Treffens. "Mon cher Monsieur Kupffer. J'ai tout-a-fait oublié que Jeudi dans la soirée, j'ai une grande répétition au Chartres. Mais si vous voulez venir Jeudi à 3. heures, je suis à vous juqu'à 5. - J'ai envoyé prevenir ... [ungelesen]. - Tout à vous / Alexis de Lvoff". - Rückseitig alter Sammlervermerk.

Lwow wurde in Reval geboren, stammte aus dem Fürstengeschlecht der Rurikiden und diente in der russischen Armee als Ingenieur. Er erreichte hier den Rang eines Generals und wurde zum Adjutanten von Zar Nikolaus I. ernannt. 1833 komponierte er nach einem Text von Wassili Schukowski die Hymne "Bosche, Zarja chrani!" (Gott, schütze den Zaren), die bis 1917 die Nationalhymne des Russischen Reichs war; die Melodie wurde später auch von Tschaikowski verarbeitet. In St. Petersburg leitete er die kaiserliche Hofsängerkapelle, gründete ein Streichquartett und veranstaltete in seiner Privatresidenz wöchentliche Konzerte, an denen gelegentlich auch musikalische Größen wie Franz Liszt, Robert und Clara Schumann oder Hector Berlioz teilnahmen. Continue reading

Order no. 2609-57
€ 500,-


Mahler, Gustav, Komponist (1860-1911)

Exlibris-Radierung von Erhard Amadeus Dier für Prof. Dr. Siegfried Gross, in der Platte vom Künstler signiert und datiert 1918, Bildformat 14,5 x 9,5 cm, Blattgröße 18 x 13 cm. - Der Komponist am Klavier, hinter ihm allegorische Szene, unter dem Bild Notenzeile; ornamentale Bordüre. - Etwas ungleichmäßig beschnitten.

Erhard Amadeus Dier (1893-1969), auch als Erhard Dier-Amadeus bekannt, war ein österreichischer Maler und Graphiker, der unter anderem mehrere Bücher illustrierte. Er fertigte für Prof. Gross mindestens zwei verschiedene Exlibris mit Mahler-Porträts an. Continue reading

Order no. 2609-58
€ 220,-


Malipiero, Gian Francesco, Komponist (1882-1973)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift in leicht fehlerhaftem Deutsch, 2 Seiten, kl-4, Asolo (Treviso), 14. 11. 1961, mit blindgeprägtem Briefkopf der Accademia Tiberina. - An Egon Seefehlner, damals Generalsekretär des Wiener Konzerthauses und stellvertretender Direktor der Wiener Staatsoper. - "Hochgeehrter Herr Doktor / ich habe heute gleichzeitig Ihren Brief und Ihren Telegramm bekommen. Ich habe sofort an Doktor Pawek, Apostelstrasse 11, Köln, die Begrüssungadresse geschickt. Hierbei die Abschrift. Ich habe mich nicht getraut auf deutsch zu schreiben. Auf eine fremde Sprache kann man leicht das Gegenteil schreiben, von das was man sagen will. / Es hat mich gefreut, nach einen so langen Schweigen, etwas von Ihnen zu hören. Sie haben mit Theater zu tun, ich auch, aber Italien kann nicht neue Oper-Formen vertragen; wenn die Heimat schon feindlich gesinnt ist, im Auslande was kann man haben? Zum Beispiel meine 2 wirkliche Erfolge an der Piccola Scala in Mailand, hat meine Feinde sehr aufgeregt. Aufrichtig gesagt, mir ist es ganz gleichgültig. Auch meine Feinde, am Ende der Komödie, werden von den Würmern gefressen. Ich begrüsse Sie herzlichst Ihr G. Francesco Malipiero ...". Mit eigenhändigem Kuvert.

Schöner Altersbrief. Der italienische Komponist und Musikwissenschaftler studierte kurze Zeit am Wiener Konservatorium. 1922 erwarb er ein Haus in Asolo bei Venedig, lebte darin bis zu seinem Tod und war noch in hohem Alter bemerkenswert produktiv. Während ihm in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen seine überzeugendsten Kompositionen gelangen, hatte er mit seinen späteren Literaturopern weniger Erfolg. Continue reading

Order no. 2609-59
€ 300,-


Maximilian (eigentlich Ferdinand Max[imilian]), Kaiser von Mexiko (1832-1867)

Aktenausschnitt von Schreiberhand mit eigenhändiger Unterschrift als Erzherzog aus seiner Zeit als Marinekommandant, Pola, 2. 11. 1854. - "... in[!] Angesicht der Diga von Malamocco angelangt sein wird, und für dieses Schiff weiter nichts zu besorgen ist, werden sie[!] allsogleich nach Triest rückehren[!] ...". - Unregelmäßig beschnitten.

Der jüngere Bruder von Kaiser Franz Joseph unterhielt schon früh gute Beziehungen zur Marine und reiste viel zu Schiff. 1854 zum Oberkommandant der k. k. Kriegsmarine ernannt, machte er sich um die Reorganisation dieser bisher vernachlässigten Waffengattung verdient. Die Diga di Malamocco ist einer der drei Dämme, die die Lagune von Venedig von der Adria trennen. Continue reading

Order no. 2609-60
€ 175,-


Mayer, Franz

Der sichere Nothhelfer für Städtebewohner und Landleute, in welchem verschiedene hauswirthschaftliche Dinge und Vortheile für beyderley Geschlecht zu finden. Wien, Joseph Gerold, 1794. Kl-8; Titel mit gestochener Vignette, 419, (13) pp, 1 Bl.; schlichter Pappband der Zeit mit Papierschildchen (berieben und bestoßen); durchgehend etwas gebräunt oder stockfleckig, einzelne kleine Papiermängel, ingesamt ordentlich.

VD18 1069306. - Erste Ausgabe dieses mehrfach aufgelegten umfassenden Ratgebers für das praktische Leben. Enthält unter anderem Anleitungen zur Reinigung und Pflege von Textilien, zahlreiche Kochrezepte, Angaben zur Herstellung von Leim, Tinte, Kerzen und Seife, aber auch Hilfestellungen bei alltäglichen Geld- und Rechtsgeschäften sowie aktuelle Preislisten für diverse Haushaltswaren. Continue reading

Order no. 2609-61
€ 260,-


Milhaud, Darius, Komponist (1892-1974)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 2 Seiten auf Doppelblatt, in-8, Turin (Briefkopf), 5. 3. 1936. - Dankt Émile Fabre, damals Intendant der Comédie-Française, für die sorgfältige Aufführung seiner Bühnenmusik "Bolivar". "Mon cher Administrateur / Excusez moi d'avoir tant tardé à vous remercier du soin avec lequel, grâce à vous, ma partition pour Bolivar a été mise au point. J'ai été très heureux de 'faire mes débuts' à la Comédie Française! J'ai été très touché de voir combien on a répété cette musique: orchestre, choeurs, chant, tout a été admirablement rendu. Je vous prie de transmettre mes remerciements à tous mes interprètes, à commencer par Charpentier qui a eu tout le poids, toute la responsabilité du travail de mise au point, mon voyage en Algérie m'ayant eloigné de Paris juste pendant ces jours de répétitions. J'éspère que le gros effort que vous avez fait pour Bolivar et l'admirable mise en scène qui donne à ce spectacle un éclat particulier, trouveront un écho profond chez le public dont les réactions sont si souvent mystérieuses. Encore merci, de tout coeur, et croyez, mon cher Administrateur, à l'assurance de mes sentiments les plus dévoués / Milhaud". - Auf der zweiten Seite eine Bleistiftanmerkung von fremder Hand: "musique de scène de Supervielle".

Milhauds Bühnenmusik "Bolivar" (op. 148) entstand 1936 zu einem Theaterstück von Jules Supervielle. Seine gleichnamige dreiaktige Oper (op. 236) folgte 1943 und wurde 1950 uraufgeführt. Émile Fabre (1869-1955) war Dramatiker und leitete von 1915 bis 1936 die Comédie-Française. Continue reading

Order no. 2609-62
€ 300,-


Miller zu Aichholz, V. - Loehr, A. - Holzmair, E.

Österreichische Münzprägungen 1519-1938. 2. Aufl. Text- u. Tafelband in 2 Bänden. Wien, Bundessammlung von Medaillen, Münzen und Geldzeichen, 1948. Quer-folio; XL, 354 pp; 14 pp, 56 Taf.; orig. Halbleinenbände (etwas bestoßen und minimal fleckig); Besitzvermerk auf flieg. Vorsatz des Tafelbandes, insgesamt sehr gut erhaltene saubere Exemplare.

Clain-Stefanelli 8217. - Maßgebliche Auflage. Geschätztes Standardwerk zur Ausgabe von Münz- und Papiergeld in der österreichisch-ungarischen Monarchie sowie in der Ersten Republik. Kompakte Darstellung in Tabellenform mit Nachweis von Belegstücken und unter Berücksichtigung amtlicher Dokumente. Continue reading

Order no. 2609-63
€ 360,-


Millöcker, Carl, Komponist (1842-1899)

Eigenhändiges Schriftstück mit Unterschrift, 1 Seite, in-8, (Wien), 11. 10. 1872. "Bestätige, den Betrag von 20 fl [Gulden] für die Musik zu: Hans Wiener u. Sohn, von Herrn Franz Kratz dem ich dieselbe für alle Bühnen überlasse, erhalten zu haben / achtungsvollst C. Millöcker". Mit gedrucktem Monogramm. - Restaurierter Eckabriss.

Millöcker wurde 1869 Zweiter Kapellmeister am Theater an der Wien und schrieb in den folgenden Jahren zahlreiche Musikstücke für die Bühne. "Hans Wiener und Sohn oder Millionenschwindel. Original-Zeitbild mit Gesang in drei Acten und sechs Bildern" wurde von dem Wiener Schriftsteller und Schauspieler Eduard Dorn (1826-1908) verfasst. Franz August Kratz war Theaterdirektor und -agent, seine Tochter war die Sängerin Anna Kratz (1837-1918). Continue reading

Order no. 2609-64
€ 165,-


Mommsen, Theodor (1817-1903)

"Theodor Mommsen". Großformatige Heliogravüre auf China von Franz Hanfstaengl nach einer 1897 entstandenen Zeichnung von Franz von Lenbach, München um 1900, Bildformat 37 x 29 cm, Blattgröße 57 x 45 cm. - Im weißen Rand minimal fleckig.

Eines von mehreren Porträts, die Lenbach zum 80. Geburtstag des großen Historikers im Auftrag von Freunden schuf; heute in der Alten Nationalgalerie in Berlin. Continue reading

Order no. 2609-65
€ 120,-


Monelia, Thomas Vincentius

De annis Jesu Christi servatoris, et de religione utriusque Philippi Aug. dissertationis duae. 2 Tle. in 1 Bd. Rom, Palearini, 1741. Gr-8; XXXVI (inkl. Titel rot-schwarz mit gest. Vignette), 103 pp; XII, 63 pp; insgesamt 6 Tafeln (1 gefaltet) mit 6 Kupfern, 1 gest. Wappenkopfstück, mehrere gest. Initialen (tlw. signiert S. Pomarede); sorgfältig restaurierter Pergamentband der Zeit mit Rückenschildchen und Farbschnitt; 5 Bll. mit kleinem hinterlegtem Loch im weißen Rand, sonst weitgehend fleckenfrei und frisch; insgesamt ein attraktives Exemplar.

Jöcher/Adelung IV, 1983.- Tommaso Vincenzo Moneglia (Monelia), Dominikaner aus Florenz, war Theologieprofessor in Rom. Die erste Abhandlung befasst sich mit der Chronologie des Lebens Jesu, die zweite mit der Religiosität des römischen Kaiser Philippus Arabs (reg. 244-249) und seines gleichnamigen Sohnes. "Es sind zwey zusammengedruckte Tractate, im ersten wird die Geburt und der Todestag Jesu festgesetzet, im andern vom Christenthum des Kaysers Philipp Arabis und seines Sohnes gehandelt" (Jöcher/A.). Die Kupfertafeln zeigen vor allem antike Münzen, die für die Untersuchungen herangezogen wurden. Continue reading

Order no. 2609-66
€ 260,-


Moscheles, Ignaz, Komponist und Pianist (1794-1870)

Ausführlicher eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 1 1/2 Seiten, in-8, Leipzig, 3. 10. 1865. - An einen Herrn Eugen von Blum über die Annahme eines Schülers. "Geehrter Herr. Ihrer Anfrage zu Folge, erlaube ich mir Folgendes zu erwiedern. Meine Stellung am hiesigen Conservatorium, läßt mir nur wenige Muße-Stunden übrig. Im allgemeinen übernehme ich nicht Privat-Schüler, nur ausnahmsweise gebe ich den vorgerückten Schülern, oder besonders begabten Talenten zu dem Preise von 2 Fl: [Gulden] Stunde. Wenn ich dem von Ihnen vorgeschlagenen 14jährigen Knaben Privat-Unterricht geben sollte, würde ich mich dem unterziehen, wenn er keine fehlerhafte Technik hätte, u. auffassungsfähig wäre. Auch ließe sich ein Hilfslehrer anstellen der für den erstern Fall unter meiner Aufsicht helfen könnte. Ein schwieriger Punkt müsste auch berücksichtigt werden: Daß er in einer Familie untergebracht werde, welche die Verantwortlichkeit übernehme, auf seinen Fleiß und seine moralische Aufführung ein wachsames Auge zu haben. Daß außer Musik, auch für seine geistige Bildung gesorgt werden sollte, versteht sich von selbst. Wenn meine Andeutungen berücksichtigt werden können, bin ich bereit ihm 1 bis 2 Stunden je Woche zu geben. Mit besonderer Hochachtung Ergebenst I. Moscheles". - Beiliegend ein zeitgenössisches Stahlstichporträt um 1840 (stockfleckig).

Moscheles stammte aus Prag, studierte in Wien, war mit Beethoven befreundet und wurde 1824 Lehrer von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Nachdem er längere Zeit in London gelebt hatte, übernahm er 1846 auf Einladung Mendelssohns die Klavierklasse am 1843 gegründeten Leipziger Konservatorium. Er galt als einer der hervorragendsten Klaviervirtuosen Europas und war als Pädagoge von vorbildlicher Gewissenhaftigkeit. Continue reading

Order no. 2609-67
€ 400,-


Moser, J(ohann) B(aptist)

Moser's Wiener-Local-Gesänge. 20 Nummern (von 74) in losen Quartbögen bei Tobias Haslinger und Nfg. (Verlagsnummern 7905 bis 12592), Wien um 1840/1850. Jeweils meist zwei Doppelbögen mit lithographiertem Sammeltitel (in verschiedenen Varianten); vorhanden sind die Nummern 5, 7, 19, 22, 33, 35, 38, 40, 46, 47, 50, 57, 62, 64-69 und 72. Nr. 5 und 7 enthalten die Singstimme mit Text und Klavierbegleitung sowie nochmals die Singstimme separat, die dritte Nummer enthält nur die Singstimme mit Klavierbegleitung; bei den übrigen Nummern finden sich anstelle der separaten Singstimme Textstrophen ohne Noten. - Die Büge papierbedingt öfters gerissen oder alt repariert, gelegentlich stärker angeschmutzt oder stockfleckig, einzelne Papierschäden, einige wenige Anstreichungen; Nr. 66 unkomplett.

Wurzbach 19, 146 ff. (mit ausführlichem Verzeichnis); ÖBL 6, 418 f. - Repräsentatives Konvolut der äußerst selten aufzufindenden Ausgaben. Die Texte durchwegs von J. B. Moser, die Musik von verschiedenen Komponisten (u. a. Carl Haslinger, Julius Hopp, Rudolf Landschütz, Eduard Moser). - Johann Baptist Moser (eigentlich Müller, 1799-1863) prägte in der Biedermeierzeit das Wiener Volkssängertum, suchte es von den damals üblichen Zoten zu befreien und führte an Stelle der Harfe das Klavier als Begleitinstrument ein. Nach 1848 verlor Moser seine große Popularität und verstarb schließlich verarmt und verbittert. Heute ist er fast nur noch durch seinen Text zur "Tritsch-Tratsch-Polka" von Johann Strauss bekannt. Continue reading

Order no. 2609-68
€ 750,-


Mozart, Wolfgang Amadeus

Concert pour le Pianoforte avec Accompagnement de 2 Violons, Alto et Basse, Flûte, 2 Hautbois, 2 Bassons, 2 Cors, 2 Clarini et Tympani. No. 16. Leipzig, Breitkopf & Härtel, ohne Verlags-Nr. (um 1800). Quer-4; Titel mit Incipit, p. 3-30 Noten im Typendruck; Fadenheftung mit Papierrücken; stärkere Alters- und Gebrauchsspuren. - Klavierpart des Konzerts C-Dur für Klavier und Orchester K. 503.

Haberkamp 274; RISM sources/990045885. - Früher Druck aus der ersten legitimen Gesamtausgabe von Mozarts Werken. Das Konzert KV 503 wurde im Dezember 1786 in Wien vollendet und gilt als letztes der großen in Wien entstandenen Klavierkonzerte des Komponisten. Es wurde erstmals 1797 von Mozarts Witwe Constanze im Druck veröffentlicht. Continue reading

Order no. 2609-69
€ 130,-


Nordau, Max, Arzt, Schriftsteller und Zionist (1849-1923)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 4 Seiten, kl-8, Paris, 27. 10. 1901. - An Carl Lill von Lilienbach. "Hochgeehrter Herr Oberleutnant, Ich habe natürlich Ihren Aufsatz über 'dynamisches Fliegen' mit größtem Interesse gelesen. Es ist nicht zweifelhaft, daß Sie mich auf diesem Gebiete lehren können. Daß die Fliegevorrichtung bald erfunden sein wird, glaube ich Ihnen ohne Weiteres. Das die Erfindung auf die Dauer tief in die Verhältnisse der Gesittung eingreifen wird, ist ebenfalls gewiß. Für eine absehbare Zeit - ich bitte Sie, mich deswegen zu entschuldigen - muß ich aber dennoch an meinen Folgerungen festhalten. Ich sehe noch immer nicht, wie meine Beweisgründe widerlegt werden sollen. Was wollen Sie mit großen Gütermassen, vorausgesetzt, daß die Flugmaschine jemals zu ihrer Beförderung taugen wird - in un- oder dünnbevölkerten Ländern anfangen? Dort sind sie unverkäuflich. An jeder Stelle aber, wo für größere Gütermengen Lagerraum, Handelseinrichtungen und ein Markt vorhanden sind, gibt es heute in allen Ländern der Welt Zollbehörden oder sonstige staatliche Aufsichtsorgane. Erfindungen bringen ihre volle Wirkung immer erst hervor, wenn die Gesittung an den Punkt gelangt ist, wo sie für jene die richtige Würdigung und Verwerthung hat. Es ist richtig, daß die Erfindungen auf den Entwicklungsgang der Gesittung beschleunigend einwirken. Aber diese Beschleunigung hat ihre Bedingungen und Grenzen. Ich bezweifle, daß die taciteischen Germanen mit der Eisenbahn etwas anzufangen gewusst hätten, wenn ein Erfinder sie ihnen gebracht haben würde. In the long run würde der Menschenflug die Gefühle und Anschauungen der Menge umgestalten. Aber nicht gleich. Nicht einmal bald. Wer hindert uns denn jetzt, frei zu sein, uns über Kasten- und Volksthums-Schranken hinwegzusetzen? Eisenbahn und Seeschifffahrt genügen dazu. Aber die Gefühls- und Denkweise der Menschen widersetzt sich solcher Umwälzung, und das würde auch nach der Erfindung der Fliegevorrichtung zunächst - und lange - nicht anders werden. Dagegen bin ich ganz mit Ihnen darin einverstanden, daß man im Allgemeinen jedes verheißungsvolle Streben ermuthigen, nicht entmuthigen soll. Sie haben Recht: ich hätte vielleicht dem Optimismus zu Gefallen Opportunismus treiben sollen. Ich wünsche Ihnen aus vollem Herzen, daß die Lösung des Fliege-Problems Ihnen gelingen möge und daß die Menschheit Ihren Namen über die von Watt und Stephenson zu schreiben habe, und bin mit ausgezeichneter Hochachtung Ihr ergebenster Dr. M. Nordau." - Beiliegend ein Schreiben eines Redakteurs der Neuen Freien Presse an denselben Empfänger, Wien, 21. 10. 1901. Teilt die Pariser Adresse von Max Nordau mit und sagt ein Honorar zu.

Nordau (eigentlich Max Simon Süßfeld) stammte aus Pest und lebte seit 1880 in Paris, wo er als Armenarzt und Schriftsteller tätig war. Während der Herausgabe seines zweibändigen Werks "Entartung" - eines Stücks radikaler Zeit- und Kulturkritik - lernte er Theodor Herzl kennen, war von der Idee des Zionismus begeistert und wurde zu einer der frühen Führungspersonen der jüdischen Nationalbewegung. Nach Herzls Tod (1904) geriet Nordau allmählich in Gegensatz zur zionistischen Führung. Der österreichische Offizier Carl Lill von Lilienbach war Ausschuss-Mitglied im Wiener Flugtechnischen Verein, veröffentlichte Publikationen zum Motor- und Segelflug und beschäftigte sich mit der Verbesserung der Kurzschrift. Continue reading

Order no. 2609-70
€ 750,-


Österreich / Binnenschifffahrt

1838 - 1938. Hundert Jahre Dampfschiffahrt auf den Österreichischen Seen. Typoskript (Durchschlag auf festem Papier) mit Dokumentationstext und Ansichtskartenbelegen, zusammengestellt von Erzherzog Gottfried von Österreich (1902-1984). Kl-4; 2 Bll., IV, 57 pp, dazwischen 6 Kartonblätter mit insgesamt 24 eingesteckten Ansichtskarten; in Kartonmappe mit Klammerheftung (diese mit kleinen Mängeln); auf vorderem Deckel und Titelblatt jeweils ein gezeichnetes kleines Wappen. - Aus der Bibliothek von Erzherzog Eugen (1863-1954), der das Typoskript im Juni 1944 von seinem Neffen erhielt; von ihm stammen die Angabe des Autors, Bibliotheks- und Erwerbungsvermerke (alle in Bleistiftschrift), das Bibliotheksetikett sowie das Exlibris.

Übersichtliche Zusammenstellung wesentlicher Daten zur Dampfschifffahrt auf insgesamt 14 österreichischen Seen, mit Nachträgen bis 1941. Bei den zur Illustration herangezogenen Fotos könnte es sich in einzelnen Fällen um Privataufnahmen handeln. Continue reading

Order no. 2609-71
€ 360,-


Österreichische Kunst

Monatsschrift für bildende Kunst und darstellende Kunst, Architektur und Kunsthandwerk. Jahrgang 2-9 komplett in 86 Heften (davon 8 Doppelhefte). Wien, Adolf Hochstim u. a., 1931-1938. In-4; je Heft ca. 30-40 pp (Doppelhefte meist ca. 40-55 pp) in orig.-Broschur, durchgehend illustriert, diverse Beilagen; einzelne Gebrauchs- und Lagerspuren, insgesamt gut erhalten. - Heft 5/1931 mit einer Originallithographie von Alfred Kubin.

Die ursprünglich vom Zentralverband bildender Künstler Österreichs herausgegebene Zeitschrift erschien erstmals im Winter 1929/1930 und wechselte zunächst mehrmals ihren Titelzusatz. Sie widmete sich hauptsächlich dem zeitgenössischen österreichischen Kunstschaffen und Kulturleben, enthielt auch Werbung und wurde ab November 1931 von dem jüdischen Kunstsammler Adolf Hochstim (1892–1957) verlegt. Nach dem Anschluss wurde Hochstim die Herausgabe unverzüglich entzogen, die Zeitschrift wurde im Sinn der nationalsozialistischen Kulturpolitik ideologisiert und nunmehr von Karl Strobl herausgegeben; das letzte Heft erschien im Oktober 1938. Nachfolgerin der Publikation wurde zunächst "Kunst und Industrie" (2 Hefte 1938) und ab 1939 "Kunst dem Volk" (bis 1944), die beide die Jahrgangszählung der "Österreichischen Kunst" weiterführten. Continue reading

Order no. 2609-72
€ 400,-


Orff, Karl, Komponist (1895-1982)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 2 Seiten, quer-8, 25. 12. 1965, Diessen am Ammersee / St. Georgen (Briefkopf). - "Liebe Frau Erler - Sehr herzlichen Dank für das Blatt, mit dem Sie mir eine große Freude gemacht haben und das meine Sammlung wesentlich bereichert. Wie gern käme ich einmal wieder in der Arbeit (aber auch sonst!) mit Ihnen zusammen - Beiliegend ein kleiner Weihnachtsgruß. Das Stück wurde nur in Stuttgart (Canada u[.] Tokio!) aufgeführt. Es geistert sonst nur bei Laien- und Schulaufführungen herum. Auch nicht das wahre; wenngleich ich Schulaufführungen, sofern sie Niveau haben sympathisch gegenüberstehe. - Sollten Sie einmal wieder in München sein, so rufen Sie doch an. Mit allen guten Wünschen für 66 und nochmaligem Dank Ihr Carl Orff".

Orff erwarb 1954 zusammen mit seiner damaligen Frau, der Schriftstellerin Luise Rinser, ein Anwesen im bayerischen St. Georgen bei Dießen am Ammersee erworben und ließ es umbauen. Sein Arbeitszimmer ist im Originalzustand erhalten geblieben und bildet einen Teil des Carl Orff Museums. Continue reading

Order no. 2609-73
€ 275,-


Orlik, Emil, Maler und Graphiker (1870-1932)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift und Namensstampiglie, 1/2 Seite, kl-4, Berlin, 21. 4. 1928. - An Heinrich Meng. "Sehr geehrter Herr Dr. Meng! Besten Dank für die Aufforderung meinen Namen unter jenes Schriftstück setzen zu dürfen, das für Freud den wahrhaftig verdienten Nobelpreis fordert! Ihr sehr ergebener Emil Orlik". - Kleine restaurierte Randmängel.

Sigmund Freud erhielt die begehrte Auszeichnung nicht und notierte im Oktober des folgenden Jahres: "im Nobelpreis übergangen"; der Psychoanalytiker Meng (1887-1972) begründete die Psychohygiene als akademisches Lehrfach. Continue reading

Order no. 2609-74
€ 260,-


[Parhamer, Ignaz SJ]

Vollkommener Bericht von der Beschaffenheit des Waisenhauses Unser lieben Frau auf dem Rennwege Zu Wien in Oesterreich. Mit Erlaubniß der löbl. k. k. Büchercensur zum Drittenmal herausgegeben. (Wien), L. J. Kaliwoda, 1774. Kl-8; 157, (3) pp mit Kopfleisten und einigen Vignetten; Lederband der Zeit mit fragmentiertem Papierschildchen (berieben, ohne fliegende Vorsätze); leicht gebräunt und gelegentlich etwas fleckig, - Ohne die drei Falttafeln.

Wurzbach 21, 296 ff.; Holzmann-Bohatta 7, 1442 (Ausgabe 1776). - Bemerkenswertes Dokument. Der aus Oberösterreich stammende Jesuit Ignaz Parhamer war ein engagierter Pädagoge und Seelsorger und leitete ab 1759 das Waisenhaus am Wiener Rennweg, wobei er die dort bestehenden militärischen Strukturen übernahm und weiter ausbaute, aber auch die handwerkliche und musikalische Ausbildung der Kinder förderte. Die vorliegende Schrift stellt in konzentrierter Form Organisation und Regeln des Instituts dar und rechtfertigt sich gegen aufgekommene Kritik an dessen militärischer Struktur; die strenge Zucht und das Exerzieren der Knaben trugen Parhamer allerdings den Spitznamen "Pater Kindergeneral" ein. Insgesamt entwickelte sich das Waisenhaus aber unter seiner Leitung zu einer allgemein anerkannten und für die damalige Zeit vorbildlichen Einrichtung und wurde zu einer Wiener Sehenswürdigkeit. Zur Weihe der dem Haus angeschlossenen Kirche dirigierte 1768 der damals zwölfjährige Mozart dort eine von ihm komponierte Messe. Continue reading

Order no. 2609-75
€ 450,-


Pezolt, Georg (illustr.)

Album vom Salzburger Alpenlande. Wildbad Gastein, J. Schön, um 1840. Quer-4; gestochener Titel, 30 Stahlstichtafeln mit Blindstempel des Verlags und Seidenvorsätzen; dunkelgrüner blindgeprägter Leinenband der Zeit mit goldgepr. Deckeltitel "Album" (Ecken berieben); teilweise geringfügig stockfleckig (das Titelblatt stärker), einzelne unbedeutende Feuchtigkeitsspuren, einige Seidenvorsätze sowie der vordere fliegende Vorsatz etwas knittrig, eine Tafel mit minimaler Kratzspur; insgesamt gut erhalten und frisch, einige Ansichten in der vorliegenden Ausführung selten.

Vgl. Nebehay-Wagner 1128. - Schöne Folge von Ansichten aus dem Salzkammergut, dem Land Salzburg und Kärnten sowie dem Berchtesgadener Land. Die als Vorlagen dienenden Zeichnungen des Salzburger Malers, Kunstschriftstellers und Denkmalpflegers Georg Pezolt (1810-1878) wurden von der Firma Serz in Nürnberg sorgfältig gestochen und auf aufgewalztem China kontrastreich und breitrandig gedruckt; sie weisen jeweils ein Bildformat von etwa 10 x 15 cm auf und zeigen unter anderem Bad Ischl, Gmunden, Hallstatt, Traunkirchen, den Gosau- und Attersee, St. Gilgen, Berchtesgaden, den Königsee, Bad Reichenhall, die Stadt Salzburg sowie ihre Schlösser (6), Werfen, Wildbad Gastein (4) und Heiligenblut. Der Verlag Schön brachte unter demselben Titel mehrere unterschiedlich zusammengestellte und meist kleinformatigere Ansichtenserien mit Stahlstichen heraus. Continue reading

Order no. 2609-76
€ 1200,-


Pfitzner, Hans, Komponist (1869-1949)

Musikalisches Albumblatt mit eigenhändiger Notenzeile und Unterschrift, Karton quer-kl-4 mit dreiseitigem Rotschnitt, 2. 12. 1905. - Zwei Notenzeilen in großer Schrift aus "Die Heinzelmännchen". - Attraktives, großzügig geschriebenes Autograph.

"Die Heinzelmännchen" (op. 14), eine Ballade für tiefen Baß und großes Orchester nach einem populären Gedicht von August Kopisch, entstand 1902/1903. Continue reading

Order no. 2609-77
€ 950,-


Piranesi, Giovanni Battista (1720-1778)

"Nell anno 1765. nella Vigna Strozzi su la Via Appia ... furono ritrovate le Cariatidi ...". Kupferstich aus "Vasi candelabri cippi sarcofagi tripodi lucerne ed ornamenti antichi", 1. Ausgabe, Roma 1778, in der Platte signiert Cavalier Piranesi F(ecit), Plattengröße 44,5 x 70 cm, Blattformat 52 x 72 cm. - Kräftiger Druck auf starkem Bütten mit kaum sichtbarer druckbedingter Bugfalte. Kleine Rand- und Eckmängel, insgesamt gut erhalten und dekorativ.

Focillon 668. - Kommentierte Rekonstruktion der ursprünglichen Aufstellung von fünf im Bereich der Villa des Herodes Atticus in Rom aufgefundenen Karyatiden der athenischen Bildhauer Kriton und Nikolaos; die erhaltenen Reste der kaiserzeitlichen Skulpturen befinden sich heute in der Villa Albani. Über dem Bild die gestochene Widmung Piranesis an den aus dem schottischen Adel stammenden Bankier, Kaufmann und Kunstsammler Henry Hope (1735-1811). Continue reading

Order no. 2609-78
€ 2200,-


Pomer, Georg

Kehrbesen Das ist: Reine Außkehrung der reinen Predigt, deß Kehrwirdigen Herrens M. Melchioris Volcij, reinen Predicantens, inn der reinen Kirchen bey S. Anna in Augspurg, gehalten an S. Andreae Tag / Getruckt zu Tübingen in der Zellerischen Truckerey 1607. Zu besserer Nachrichtung aller deren, so bemelte Volzische Predigt gelesen haben, oder noch lesen möchten ... Ingolstadt, Angermeyer, 1608. In-8; Titel mit Holzschnitt, 25, (1) pp; einfache Broschur der Zeit (angeschmutzt, hinterer Umschlag mit kleinem Eckabriss); etwas gebräunt bzw. fleckig, einige leichte Eckknicke, das letzte Blatt mit Einriss im Rand.

VD17, 12:111907U; Stalla 358. - Derb-satirische Polemik gegen den lutherischen Pfarrer und Prediger Melchior Voltz (auch Volcius, 1562-1625). Der Verfasser (auch Pomerius, Daten unbekannt) war nach Jöcher Jesuitenprokurator zu Ingolstadt. Continue reading

Order no. 2609-79
€ 140,-


Popper-Lynkeus, Josef, Sozialphilosoph und Schriftsteller (1838-1921)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 1 Seite, kl-8, Marienbad (Villa Charlotte), 22. 8. 1903. - An Carl Lill von Lilienbach. "Hochgeehrter Herr Oberlieutenant! Ich erhielt Ihr Werthes vom 21. d. & ersehe daraus, daß Sie nach wie vor höchst energisch Ihre Studien betreiben, &, indirect folgere ich, daß Ihre Gesundheit wieder vollkommen hergestellt ist. Wenn Sie Ihr Manuscript über Nietzsche hieher schicken wollen, so will ich gerne Ihren Wünschen entsprechen, es lesen & eventuell Bemerkungen anbringen. (Ganz geradeaus, wie gewiß auch Sie voraussetzen). Von den Feuilletons kann ich leider Ihnen keine Sammlung schicken, ich besitze nur 2 Exempl[.], die ich dringend benöthige. Aber im Winter erscheint das Ganze als Brochure. Mit bestem Gruße hochachtungsvoll Josef Popper / Ich bin bis Mitte September in Marienbad." Zwei Zusätze mit anderer Tinte. - Minimal fingerfleckig.

Der aus einer jüdischen Familie stammende Josef Popper verwendete sein Pseudonym Lynkeus später auch in einem Doppelnamen; seine Ideen zur sozialen Frage fanden seinerzeit große Beachtung. Er war mit Ernst Mach befreundet, wurde unter anderem von Albert Einstein hoch geschätzt und war ein Onkel des Philosophen Karl Popper. Im Brotberuf Ingenieur, meldete er eine Reihe von Patenten an und publizierte 1896 eine Arbeit mit dem Titel "Flugtechnische Studien". - Der österreichische Offizier Carl Lill von Lilienbach war Ausschuss-Mitglied im Wiener Flugtechnischen Verein, veröffentlichte Publikationen zum Motor- und Segelflug und beschäftigte sich mit der Verbesserung der Kurzschrift. Continue reading

Order no. 2609-80
€ 220,-


Prizelius, J(ohann) G(ottfried)

Etwas für Liebhaberinnen der Reiterey. Leipzig, Weidmann und Reich, 1777. In-8; gestochenes gefaltetes Frontispiz, 2 Bll. (inkl. Titel mit Vignette), VI, 56 pp; Lederband der Zeit mit Rückenvergoldung, kleinem Rückenschild, Buntpapiervorsätzen und Rotschnitt (berieben und bestoßen, kleine Fehlstellen im Bezug, Bindung etwas gelockert); vereinzelt etwas stockfleckig, insgesamt ordentlich.

Kleine Reitschule für Damen, im Plauderton verfasst als Ergänzung zu des Autors umfassendem Handbuch "Vollständige Pferdewissenschaft", das ebenfalls 1777 erschien. Prizelius war gräflicher Stallmeister in Detmold (Lippe). Continue reading

Order no. 2609-81
€ 560,-


Revolution Wien 1848

Album mit 30 montierten Lithographien (26 altkoloriert, 4 schwarz-weiß) mit Szenen aus Wien und seinen Vorstädten sowie einem Porträt von Feldmarschall Windischgrätz, um 1848, Bildformat meist quer-gr-8 bis quer-folio, Gesamtgröße 31,5 x 46 cm; in restauriertem Halbleinenband der Zeit. - Die sorgfältig und in leuchtenden Farben kolorierten Blätter zumeist bis zum Bildrand beschnitten, die Beschriftungen separat montiert (Verlust der Verlagsadressen); das erste Blatt fleckig, sonst nur ganz vereinzelt kleine Mängel. Am Schluss angefügt zwei Blätter betr. die Napoleonischen Kriege, darunter die Anwerbung Andreas Hofers in Tirol 1809.

Die repräsentative, in dieser Form seltene Folge zeitgenössischer Darstellungen (einige davon nicht in Slg. Eckl) vermittelt ein anschauliches Bild der dramatischen Ereignisse vom März bis Oktober 1848 und zeigt Barrikadenkämpfe, die Bombardierung der Stadt, den Brand der Nationalbibliothek usw. Continue reading

Order no. 2609-82
€ 1200,-


Reznicek, Emil Nikolaus von, Komponist (1860-1945)

Brauntoniges Fotoporträt 23 x 17 cm (Brustbild halbrechts), auf Karton mit undeutlicher Fotographensignatur montiert, über dem Bild eigenhändige Widmung und Unterschrift, Berlin, 20. 10. 1928. - "Herrn städt. Musikdirektor Wilhelm Schmitt zur freundlichen Erinnerung an die Uraufführung des 'In Memoriam' am 5. 10. 1928 in Darmstadt und an E. N. v. Reznicek." Der Untersatzkarton unfrisch und mit Knitterspuren. - Beiliegend eine ebenfalls auf die genannte Uraufführung bezugnehmende eigh. Postkarte mit Unterschrift Wilhelm Schmitt Berlin, 30. 8. 1928, mit Erwähnung des Dirigenten Karl Böhm.

Der in Wien aufgewachsene Dirigent, Kapellmeister und Komponist war 1903 mit seiner Familie nach Charlottenburg bei Berlin übersiedelt. Sein Chorwerk "In Memoriam" für Alt, Bariton, gemischten Chor, Orgel und Streichorchester entstand 1915 und wurde später überarbeitet, worauf auch die Postkarte Bezug nimmt. Continue reading

Order no. 2609-83
€ 260,-


Ritterspiele

"Prospectus atrii Catadromi. / Vüe d'une Salle de Tournoi. / Veduta d'una sala del Torneamento. / Prospect eines Turnier Saal." Guckkastenblatt, altkolorierter Kupferstich bei Georg Balthasar Probst (Blatt-Nr. 147 / Med. Fol. 38.), Augsburg um 1760, 28 x 41 cm. - Sorgfältig restauriertes dekoratives Blatt in kräftigem Kolorit. Mit schmalem Rand.

Detailreiche Darstellung einer Übungsstätte zur Belustigung der Adelsgesellschaft. Das seltene Augsburger Guckkastenblatt wurde später vom Verlag Remondini in Bassano del Grappa nachgestochen. Continue reading

Order no. 2609-84
€ 240,-


Rosegger, Peter, Schriftsteller (1843-1918)

Eigenhändiger Brief mit Paraphe, 1 Seite (Briefkopf des "Heimgarten", Graz), in-8, Krieglach, 19. 8. 1887. - An einen Schriftsteller. "Sehr geehrter Freund! Beiliegendes kleines Vorwort in Briefform bitte ich denn - wenn es Ihnen behagt - Ihrem Buche vorzudrucken. Ich habe jetzt das Buch allerdings nur ganz flüchtig durchsehen können, fühle aber, daß ich die Einführung wohl werde verantworten können. Ich leide wieder recht stark an mein[em] Brustübel, hoffe aber von der kühleren Jahreszeit wieder Erquickung. Wir Waldbären können keine Hitze ertragen. Vom Vorwort erbitte ich mir Correcturabzug. Herzlich grüßt Sie R." - Geringfügig knittrig.

Roseggers gesundheitliche Konstitution war zeitlebens schwach. 1877 brach bei ihm ein Asthmaleiden aus, an dem er bis zu seinem Tode litt. Continue reading

Order no. 2609-85
€ 220,-


Rosegger, Peter, Schriftsteller (1843-1918)

Eigenhändig beidseitig beschriebene gedruckte Visitkarte, Graz, 28. 12. 1901. - "Liebe Freunde! Als Weihnachtsgruß verspätet, als Neujahrsgruß verfrüht. Ich wollte immer selber kommen, leide aber an einem kleinen Hausarrest, den ich mir durch lebhaften Verkehr mit den Ärzten zugezogen habe, den ich allerdings manchmal auf kurze Zeit durchbreche. - Von ganzem Herzen unseren Glückwunsch zum neuen Jahre! Immerdar Euer (Peter Rosegger) samt Weib und Kind."

Rosegger hatte mit seiner früh verstorbenen ersten Frau zwei Kinder und aus seiner 1879 geschlossenen zweiten Ehe noch drei weitere Kinder. 1901 lebte nur noch die 1890 geborene Tochter Martha bei ihm. Continue reading

Order no. 2609-86
€ 175,-


Rothmaler, Johann Elias

Geistliches Praeservativ, Sicherer Berg-Gottes, gewisser Engel-Schutz, Bey itzigen hin und wieder einreissenden giftigen Seüchen und Krankckheiten, in dreyen unterschiedenen Predigten seinen Zuhörern gezeüget, Nunmehro aber auch andern gottseligen Hertzen zur Nachricht durch Truck für Augen gestellet. Rudolstadt, Caspar Freyschmiedt, 1666. In-8; 38 Bll. mit einigen Zierleisten und Vignetten; spätere schlichte Broschur; Titel mit Notizen von alter Hand, teilweise stärker gebräunt und stellenweise etwas stockfleckig, einzelne kleine Papiermängel.

Nicht in VD 17. - Seltene erste Ausgabe von drei Predigten anlässlich einer vermutlich von Algier oder Smyrna ausgegangenen Pestepidemie, die um 1665 auch Teile Deutschlands heimsuchte; von offizieller Seite suchte man ihre Gefährlichkeit eher herunterzuspielen und vermied nach Tunlichkeit das Wort "Pest". Johann Elias Rothmaler (1634-1694) wirkte von 1661 bis 1685 als lutherischer Hofprediger und Diakon in Rudolstadt, danach wurde er wegen seiner alchemistischen Kenntnisse von Kurfürst Johann Georg III. nach Sachsen berufen. Die vorliegenden Predigten erschienen 1667 nochmals in einer erweiterten Ausgabe (VD17 23:262803F). Rothmaler gab auch mehrere Werke seines Vaters, des Rudolstädter Generalsuperintendenten Johann Rothmaler (1601-1650), im Druck heraus. Continue reading

Order no. 2609-87
€ 360,-


Schlesien

Zeitschrift für Geschichte und Kulturgeschichte Österreichisch-Schlesiens. 1. bis 11. Jahrgang in 1 Bd. und 19 losen Heften (teilweise Doppel- oder Dreifachhefte). Troppau, Städtisches Museum, 1905/6-1916. Kl-4; jeder Jg. ca. 150-300 pp, teilweise llustriert; Jg. 1-3 in Halblederbd. mit goldgepr. Rückentitel (berieben), sonst Orig.-Brosch. (teilweise unaufgeschnitten); Bibliotheksstempel und einzelne Gebrauchsspuren, insgesamt gut erhalten und nicht häufig angeboten.

Die für die Landeskunde Schlesiens wichtige wissenschaftliche Zeitschrift wurde bis 1909 von Karl Knaflitsch (1873-1916) herausgegeben, später von dem Kunsthistoriker Edmund Wilhelm Braun (1870-1957), der viele Jahre das Schlesische Landesmuseum in Troppau (heute Opava) leitete. 1917 erschien noch ein weiterer Jahrgang, danach wurde sie umbenannt in Zeitschrift für Geschichte und Kulturgeschichte Schlesiens. Continue reading

Order no. 2609-88
€ 260,-


Schlincke, L.

Der Rigi. Handbüchlein für Reisende. Nach eigener Anschauung und den besten Hülfsquellen bearbeitet. 2. verm. Aufl. Luzern, Kaiser, 1853. Kl-8; Titel, 103 pp, 6 lithograph. Tafeln, 1 farb. Faltkarte mit zwei Panoramen; illustr. Orig.-Pappband (angeschmutzt, zwei kleine Besitzerstempel auf Vorderdeckel und Spiegel); innen weitgehend fleckenfrei und frisch.

Mit abweichendem Deckeltitel "Erinnerung an den Rigi". Die hübschen Ansichten zeigen Klösterli, Staffel, Scheideck, Das Kalte Bad, Felsenthor und Kulm; auf dem hinteren Deckel kleiner Stadtplan von Luzern. Continue reading

Order no. 2609-89
€ 275,-


Schönberg, Arnold, Komponist (1874-1951)

Karikatur (Tuschzeichnung) von Hans Lindloff auf Karton 37 x 30 cm, signiert und datiert "Lindloff 1913", darunter eigenhändige Widmung Schönbergs mit Notenzeile und Unterschrift, Mödling, 11. 7. 1920. - "Herrn Fritz Bauer, Berlin. Lieber Herr Bauer, man kann sich einen Menschen - und ich hoffe Sie tun das - noch etwas sympathischer vorstellen, als diese Karikatur vorschlägt. Und ich hoffe auch, wenn Sie dieses Andenken an mich erinnert, so denken Sie auch daran, worin ich - ich bin ja nicht besonders übel - immerhin anders bin. Sagen wir zum Beispiel, so: 'ich lö-se mich in Tö-nen' [unterlegter Text der Notenzeile] existiere also körperlich gar nicht. Und so ists auch am Besten. Herzl. Grüße Ihr Arnold Schönberg." Am linken Rand eigenhändiger Zusatz in Bleistift: "NB. Diese Flecken sind nicht von mir! Schönberg". - Rückseitig Montagespuren.

Der Maler und Graphiker Hans Lindloff (1878-1916) ist vor allem für seine gekonnten Musiker-Karikaturen (darunter Debussy, Busoni, Max Reger und Richard Strauss) bekannt. Schönberg lebte von 1901 bis 1903 und von 1911 bis 1915 in Berlin; beim Widmungsträger handelt es sich möglicherweise um den deutschen Gartenarchitekten Friedrich Bauer (1872-1937), der als Wettbewerbsgewinner den 1913 eröffneten Schiller-Park in Berlin gestaltete. Continue reading

Order no. 2609-90
€ 7500,-


Schrammelmusik

"Wiener Schrammeln". Signierter Original-Scherenschnitt von Karl Langheit, 1977, schwarzes Papier auf Zeichenkarton, Bildformat 19,5 x 25 cm, Blattgröße 30 x 40 cm. - Gerahmt.

Eine für die Wiener Volksmusik typische Formation mit zwei Geigen, Kontragitarre und Knopfharmonika. Continue reading

Order no. 2609-91
€ 120,-


Schubert, Franz

Drei Sonatinen für Piano-Forte und Violine. Op. 137 No. 1 bis 3. Wien, Ant. Diabelli, Verlags-Nr. 5848 bis 5850, [1836]. Drei Hefte mit Klavier- und Violinstimme; Titel und Noten jeweils in gestochenem Druck. In-4; Titel, S. 2-15; Titel, S. 4-23; Titel, S. 2-15; in originaler Fadenheftung ohne zusätzlichen Umschlag, beschnitten; Alters- und Gebrauchsspuren, stellenweise etwas unsauber gedruckt, das erste Heft mit Besitzvermerk auf dem Titel und reparierten Papierschäden.

Slg. Hoboken 14, 499-501. - Erstdrucke. Schuberts erste Violinsonaten (D 384, 385 und 408) entstanden 1816 und wurden 1836 posthum als Sonatinen veröffentlicht. Continue reading

Order no. 2609-92
€ 220,-


Sinigaglia, Leone, Komponist (1868-1944)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 1 eng beschriebene Seite auf Doppelblatt (bräunliches Papier), kl-8, ohne Ort und Datum (um 1910). - An den Harfenisten und Komponisten Alfred Holý in etwas fehlerhaftem Deutsch. "Sehr geehrter Herr Holy, Verzeihen Sie wenn ich komme erst heute dazu, Ihnen für Ihre liebenswürdige Zeilen herzlichst zu danken! Ich bin in voller Arbeit, und schreibe in solcher Zeit nur selten, auch muss ich mich leider kurz fassen. Ich hab' sehr bedauert, Wien zu verlassen ohne bei Ihnen gewesen zu sein, es ging nicht anders. Ich komme aber sicher, vielleicht auf längerer Zeit, nächste Saison nach Wien - meine Lieblingstadt. Wie gerne hätte ich Sie einmal gehört! Das zugeschickte Programm ist wirklich sehr anziehend. Wenn ich einmal Zeit haben werde, mich mit Harfen-Musik zu beschäftigen, ich werde Ihnen mit Freude meine Composition vorlegen. Ich bin aber vorläufig durch grösseren Arbeiten sehr in Anspruch genommen und kann schwer sagen, wenn dies mir möglich wird. Unsere Hof-Theater Harfenistin Frl. Navone (ganz hervorragend!) wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie Ihr ein kleines Verzeichniss von interessanten Novitäten für Harfe gef[älligst] zusenden können* - Sie haben ja wohl die ganzen modernen Literaten inne - Frl. Navone kennt nur wenig, und nur das bekannteste. Wenn Sie mir eine kleine Auslese daraus gef. bekanntmachen, ich werde sie an Frl. Navone weitergeben. Vielen Dank! Mit herzlichsten Gruss Ihr Leone Sinigaglia / * Mit Angabe des Verlages - chromatische Harfe ausgeschlossen!"

Selten. - Der Turiner Komponist Sinigaglia lebte zeitweise er in Wien, wo er mit Brahms in Kontakt stand, und in Prag, wo er bei Dvorák Privatstunden nahm. Er sammelte und bearbeitete viele Volkslieder seiner Heimat und schrieb Kammermusik sowie Orchesterwerke, die von Dirigenten wie Toscanini, Furtwängler und Barbirolli aufgeführt wurden. Daneben war Sinigaglia begeister Bergsteiger, bestieg zahlreiche Gipfel der Dolomiten und schrieb darüber auch ein Buch. Als Jude sollte der 75jährige nach der Besetzung Turins (1944) nach Deutschland zur Zwangsarbeit deportiert werden; er starb an einem Herzinfarkt, als man sein Versteck in einem Krankenhaus entdeckte. - Die Harfenistin und Musikpädagogin Carolina Betti Navone (1871-1950) wirkte von 1895 bis 1918 am traditionsreichen Opernhaus Teatro Regio di Torino. - Alfred Holý (1866-1948) galt als einer der besten Harfenvirtuosen seiner Zeit. 1903 holte ihn Gustav Mahler an die Wiener Hofoper und wurde hier der höchstbezahlte Harfenist in Europa. Nach Mahlers Tod ging Holý in die USA, wo viele seiner Kompositionen erschienen. 1928 kehrte er nach Wien zurück, konnte hier allerdings nicht mehr an seine früheren Erfolge anknüpfen. Continue reading

Order no. 2609-93
€ 275,-


Sozialistica (Wien)

Privater Sammelband mit 22 in Wien gedruckten sozialdemokratischen Broschüren, davon 16 Hefte der "Wiener Sozialdemokratischen Bücherei"; zwei Broschüren jeweils doppelt vorhanden. Wien, Verlag der Organisation Wien der Sozialdemokratischen Partei u. a., 1921-1927. In-8; jedes Heft ca. 10-50 pp; einfacher Halbleinenband mit Rückentitel "Broschüren 9"; stellenweise etwas flau gedruckt, papierbedingt gebräunt, einige Stempel und Gebrauchsspuren.

Enthält unter anderem: Max Adler, Die Kulturbedeutung des Sozialismus; Otto Bauer, Der blutige 15. Juli; Hugo Breitner, Kapitalistische oder sozialistische Steuerpolitik; Robert Danneberg, Steuersadismus? Streiflichter auf die rote Rathauswirtschaft; Julius Deutsch, Schwarzgelbe Verschwörer; Karl Kautsky, der Kampf gegen den Geburtenrückgang; Ferdinand Lassalle, Über Verfassungswesen; Adolf Schärf, Die Frau im Spiegel des Rechts. Continue reading

Order no. 2609-94
€ 120,-


Spontini, Gaspare, Komponist (1774-1851)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift in französischer Sprache, 1 Seite, in-8, (Berlin), 12. 6. [1838]. - An Hofrat Johann Valentin Teichmann (1791-1860), Theatersekretär an der Generalintendantur der königlichen Schauspiele in Berlin (ohne Anrede). "Monsieur le Conseiller Teichmann voudrait-il être assez bon de prier Monsieur le Comte, afin qu'il veuille bien me faire expedier aujourdhui la note de Tuba (que j'enverrai de suite chez lui avec la C[ontre]Basse) et des cimballes! Puis de m'envoyer les lettres de récommandation pour Londres! Puis de faire ecrire à M[onsieur] Gerst pour confectionner la decoration de Cortez! Puis un mot de sa main, pour que mes appointements soient payez le 20 du courent, au lieu du 30! Puis enfin de fixer pour demain, mon dernier jour à Berlin, une Conference génerale!... Avec la plus parfaite estime Spontini". - An den Rändern aufgezogen, unmerklicher kleiner Einriss am linken Rand.

Schöner Brief aus Spontinis Berliner Zeit; vgl. dazu ausführlich Wilhelm Altmann, Spontini an der Berliner Oper, Sammelbände der Internationalen Musikgesellschaft 4 (1903), 244-292. - 1820 war der italienische Opernkomponist vom preußischen König Friedrich Wilhelm III., einem seiner Bewunderer, als Generalmusikdirektor und Erster Kapellmeister am Königlichen Opernhaus unter Vertrag genommen worden. Spontinis Tätigkeit war allerdings von künstlerischen und persönlichen Problemen belastet, die nicht zuletzt in seinem schwierigen Temperament wurzelten. 1838 erbat sich der Konponist, der an einer neuen Oper mit dem Titel "Die Stuarts" arbeitete, 2000 Taler zu einer Studienreise nach England und Schottland. Die Dotation wurde ihm zwar nicht gewährt, doch reiste Spontini auf eigene Kosten und war ab dem 14. Juni für längere Zeit von Berlin abwesend. Am englischen Hof wurde er höchst ehrenvoll empfangen und schrieb für Queen Victoria einige Kantaten. - "Monsieur le Comte": Graf Friedrich Wilhelm von Redern (1802-1883), preußischer Oberstkämmerer und Generalintendant für Schauspiel und Musik; "Gerst": Johann Karl Jakob Gerst (1792-1854), Berliner Theatermaler; "Cortez": Spontinis 1809 uraufgeführte und 1817 umgearbeitete Oper "Fernand Cortez". Continue reading

Order no. 2609-95
€ 550,-


Steindachner, Franz

Fünf ichthyologische Abhandlungen sowie ein herpetologischer Beitrag. In: Sitzungsberichte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, mathematisch-naturwissenschaftliche Classe Bd. 49 Heft 2-3, Bd. 70 Heft 3-5 und Bd. 96 Heft 1-5. Wien, Gerold bzw. Tempsky, 1864/1875/1888. Die Abhandlungen sind enthalten in drei Heften gr-8 von je ca. 120-370 Seiten Umfang in unaufgeschnittener Orig.-Broschur und enthalten jeweils lithographierte Tafeln (teilweise gefaltet). Vorhanden sind: Ichthyologische Notizen (S. 200-214, 2 Taf.); Über eine neue Gattung und Art aus der Familie der Pleuronectiden und über eine neue Thymallus-Art (S. 363-371, 2 Falttaf.); Ichthyologische Beiträge (S. 375-390, 1 Taf.); Die Süßwasserfische des südöstlichen Brasiliens (S. 499-538, 6 Taf.); Ichthyologische Beiträge (XIV) (S. 56-68, 4 Taf.); Über eine neue Molge-Art und eine Varietät von Homalophia Doriae Pet. (S. 69-72, 1 Taf.). - Umschläge mit Gebrauchsspuren, die Tafeln zum Teil etwas stockfleckig.

Der österreichische Zoologe Franz Steindachner (1834-1919) war ein hervorragender Ichthyologe, nach dem über 30 Fischarten benannt wurden. In den vorliegenden drei Heften sind weiters enthalten: A. Reuss, Über fossile Lepadiden (3 Taf.); P. Conrath, Über einige silurische Pelecypoden (2 Taf.); A. Nalepa, Die Anatomie der Phytopten (2 Taf.); A. Handlirsch, Monographie der mit Nysson und Bembex verwandten Grabwespen (2 Taf.) u. a. Continue reading

Order no. 2609-96
€ 75,-


Suttner, Bertha von, Schriftstellerin und Pazifistin, Nobelpreisträgerin (1843-1914)

Eigenhändige Korrespondenzkarte mit Initialen, Wien (Zedlitzgasse 7), 6. 12. 1907. - In flüchtiger Schrift an Carl Lill von Lilienbach in Wien-Lainz. "Sehr geehr[ter] Herr / Freue mich lebhaft, wieder von Ihnen zu hören. Bitte bringen Sie mir Ihre Arbeit. Sonntag zwischen 12-1 ko[e]nnten Sie mich treffen[.] An andren Tagen aber zwischen 4-5. Hätte auch etwas Dringendes mit Ihnen zu sprechen. Mit Gr. B. S." Wischspuren. Mit gedruckter Werbeeinschaltung für die von Suttner 1890 gegründete "Österreichische Friedensgesellschaft". - Beiliegend ein Brief einer Friederike von Neuwirth an denselben Empfänger, Meran, 15. 1. 1901. Erwähnt mehrfach "Bertha" (von Suttner?).

Der österreichische Offizier Carl Lill von Lilienbach war Ausschuss-Mitglied im Wiener Flugtechnischen Verein, veröffentlichte Publikationen zum Motor- und Segelflug und beschäftigte sich mit der Verbesserung der Kurzschrift. Continue reading

Order no. 2609-97
€ 160,-


Tabak. - Feinhals, Joseph (Hrsg.)

Der Tabak in Kunst und Kultur. Freunden und Gönnern der Firma Jos. Feinhals aus Anlaß ihres 50jährigen Bestehens gewidmet. Cöln, M. DuMont Schauberg, 1911. Gr-8; 99, (1) pp mit zahlreichen Abbildungen (teilweise farblithographiert und montiert), 10 Tafeln; Einband orig.-kartoniert mit Deckelholzschnitt von F. H. Ehmcke; geringfügige Gebrauchs- und Altersspuren. - Aus dem Nachlass des deutschen Malers Hugo Krayn mit dem vom Herausgeber an ihn adressierten und postalisch gelaufenen Versandschuber.

Festschrift mit Textbeiträgen von G. E. Lüthgen, A. Boerner und Ph. Nottbrock; unter den Illustrationen auch Entwürfe für moderne Tabakpackungen. Continue reading

Order no. 2609-98
€ 65,-


Toepffer, Rodolphe

La Bibliothèque de mon Oncle. Leipzig, Insel-Verlag, 1923. In-8; Vortitel, 78 pp (inkl. Frontispiz) mit 76 Zeichnungen des Verfassers, 1 Bl.; dekorativer schwarzer Orig.-Lederband im Stil der Romantik mit Rückentitel, Rücken- und Deckelvergoldung, Goldschnitt und Lesebändchen; kleines Exlibris mit Signet des Insel-Verlags. - Beiliegend das zugehörige deutschsprachige Begleitheft von Walther Vulpius (kl-8, 20 pp, ebenfalls mit Exlibris).

Sarkowski 1758. - Bibliophil gestaltetes Faksimile des für Goethe bestimmten Dedikationsexemplars der 1832 in Genf erschienenen Originalausgabe, in 800 Exemplaren gedruckt. Rodolphe Töpffer (1799-1846) war ein französischsprachiger Schweizer Zeichner und Schriftsteller, dessen Bildergeschichten als Vorläufer der Comics gelten und der von Goethe sehr geschätzt wurde. Die vorliegende Novelle mit den von Töpffer eigens für ihn hinzugefügten kleinen Federzeichnungen traf allerdings etwas zu spät in Weimar ein und konnte dem sterbenden Dichter nicht mehr überreicht werden. Continue reading

Order no. 2609-99
€ 130,-


Türkei / Tanzende Derwische

"Derwyvh hoùkechân, Derviches Tournans." Altkolorierter Kupferstich aus Antoine Laurent Castellan, Moeurs, usages, costumes des Othomans et abrégé de leur histoire, Paris 1812, Bildausschnitt 8 x 10,5 cm. Etwas altersgebräunt; gerahmt. - Dazu aus demselben Werk und ebenfalls gerahmt: türkische Tänzerin und Tänzer, Bildausschnitt 9,5 x 8 cm.

Graesse I, 530 (unter Breton); Lipperheide Lb 42. Continue reading

Order no. 2609-100
€ 160,-


Varnhagen, F. A. de

Das wahre Guanahani des Columbus. Übersetzung von **. Wien, Staatsdruckerei bzw. Gerold, 1869. Gr-8; 30 pp, 1 Faltkarte; unaufgeschnittene Orig.-Broschur (Umschlag angeschmutzt, gebräunt, brüchig und beschädigt); stellenweise etwas fleckig oder knittrig.

Der brasilianische Offizier, Diplomat und Historiker Francisco Adolfo de Varnhagen (1816-1878) gilt als "Vater der brasilianischen Geschichtsschreibung" und lebte zuletzt in Wien. Hier identifiziert er die Insel, auf welcher Kolumbus am 12. Oktober 1492 erstmals amerikanischen Boden betrat, mit Mayaguana, der östlichsten Insel der Bahamas. Seine Hypothese fand nur wenige Anhänger, die Frage ist bis heute wissenschaftlich umstritten. Die spanische Originalausgabe der Studie erschien 1864 in Chile. Continue reading

Order no. 2609-101
€ 55,-


Verhaeren, Émile

Die hohen Rhythmen. Übertragen von Johannes Schlaf. Leipzig, Insel-Verlag (Druck der Ernst Ludwig-Presse Darmstadt), 1912. In-8; 85 pp, 1 Bl.; Halbpergamentband mit Seidenpapierbezug und Kopffarbschnitt, handbemalt und auf dem Deckel mit gezeichnetem Titelschildchen versehen von Georg Schrimpf im Rahmen der "Künstler-Goltz-Bände" (Etikett am hinteren Innendeckel); Einband etwa berieben, fliegende Vorsätze mit Klebebandspuren, einige wenige Stockflecken. - Nr. 14 von 30 Exemplaren dieser Einbandvariante, von Schrimpf auf dem vorderen Innendeckel numeriert und signiert; das Deckelschildchen mit fehlerhafter Schreibung "Rythmen".

Sarkowski 1823; Rodenberg 78. - Der aus einfachen Verhältnissen stammende deutsche Maler und Graphiker Georg Schrimpf (1889-1938) zählt zu den bedeutendsten Vertretern der "Neuen Sachlichkeit". Im Auftrag des Münchener Kunsthändlers Hans Goltz (1873-1927) gestalteten er und andere Künstler in den "Künstler-Goltz-Bänden" bibliophile Raritäten in Kleinstauflagen. Continue reading

Order no. 2609-102
€ 950,-


Virchow, Rudolf (1821-1902)

"Rudolf Virchow". Großformatige Heliogravüre auf China von Franz Hanfstaengl nach einem Gemälde von Franz von Lenbach, München um 1900, Bildformat 36 x 29,5 cm, Blattgröße 57 x 45 cm. - Im weißen Rand minimal fleckig.

Lenbach porträtierte den deutschen Mediziner, Anthropologen, Prähistoriker und Politiker in mehreren Varianten. Continue reading

Order no. 2609-103
€ 120,-


Wagner, Wilhelm (1887-1968)

Liegender Frauenakt. Radierung auf Bütten, vom Künstler bezeichnet und signiert "III Etat / Druckmuster 1916 / W. Wagner" sowie links unten "No. 26", Plattenformat 14,5 x 19,5 cm, Blattgröße 26 x 39 cm. - Etwas lichtrandig.

Der deutsche Maler und Graphiker Wilhelm Wagner schloss sich schon früh der Berliner Secession an, erhielt eine Professur an der Preußischen Akademie der Künste und stand in Verbindung mit Max Liebermann und Lovis Corinth. Während des 2. Weltkriegs wurde ein Großteil seiner Werke bei einem Luftangriff zerstört, weitere Werke gingen in der Nachkriegszeit verloren. Continue reading

Order no. 2609-104
€ 275,-


Walser, Karl (1877-1943)

Unbetitelte Radierung. Illustration zu Ninon de Lenclos, Briefe, Ausgabe bei Paul Cassirer (Berlin 1906), hier im Wiederabdruck von der Originalplatte aus "Kunst und Künstler" Jahrgang 12 (1914), 11x 8 cm. - Nicht störender Wasserfleck im breiten weißen Rand.

Karl Walser, ein älterer Bruder des Schriftstellers Robert Walser, lebte als Maler, Bühnenbildner und Illustrator in der Schweiz und in Berlin. Zu Lebzeiten sehr anerkannt, geriet er nach seinem Tod zusehends in Vergessenheit. Große Teile besonders seines Frühwerks gelten als verschollen. Continue reading

Order no. 2609-105
€ 60,-


Weber, Karl Julius

Menschliche Temperamente und der Zeitgeist. Stuttgart, Scheible, Rieger & Sattler, 1842. In-8; 4 Bll., 394 pp; restaurierter Pappband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen und Sprenkelschnitt; stellenweise fleckig oder mit kleinen Papiermängeln.

Seltene Separatausgabe des dritten Bandes von Webers zwölfbändigem, 1832-1840 posthum und anonym erschienenem Hauptwerk "Dymocritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen". Der Autor (1767-1832) war Jurist und ein geistreicher deutscher Satiriker, der in der Zeit der Romantik als Aufklärer zu wirken suchte. Continue reading

Order no. 2609-106
€ 65,-


Weilmeyr, Franz Xavier

Allgemeines Numismatisches Lexicon, oder Münz-Wörterbuch zum nützlichen Gebrauche und Unterrichte jeden Standes und Gewerbes. 2 Tle. in 1 Bd. Salzburg, Mayer, 1817. In-8; VIII, 338, 237 pp, 2 Bll. Errata, 6 Faltkupfer; schlichter Pappband der Zeit mit Rückenschildchen (berieben und bestoßen); leichte Alters- und Gebrauchsspuren, insgesamt gut erhalten und ansprechend illustriert.

Leitzmann 151. - Seltenes, unter schwierigen Umständen zusammengestelltes Lexikon der Münzsorten. Der Autor (meist Franz Xaver Weilmeyr geschrieben) war während der Zugehörigkeit Salzburgs zu Bayern erster Registrator beim Generalkommissariat in Salzburg und verfasste mehrere geographische und historische Werke. Continue reading

Order no. 2609-107
€ 175,-


Weltausstellung Wien 1873

Drei zeitgenössische Originalfotographien im Verlag der Wiener Photographen-Association, Albuminabzüge auf bedrucktem Karton, je 11 x 16 cm. Umfasst: Nr. 67 Kaiserpavillon - Nr. 493 innere Ansicht der Rotunde vom Hauptportal - Nr. 704 Cercle Oriental des Dr. Hardt. - Jeweils mit kleinem Blindstempel "Allein concessionirte WP" auf der Vorderseite und Händlerstempel "Kunsthandlung P. Kaeser Wien" auf der Rückseite; unbedeutende Alters- und Gebrauchsspuren.

Die 5. Weltausstellung fand vom 1. Mai bis zum 2. November 1873 auf dem Gelände des Wiener Praters statt. Continue reading

Order no. 2609-108
€ 140,-


Wilde, Oskar

Das Granatapfelhaus. Deutsche Übertragung von Felix Paul Greve. Leipig, Insel-Verlag, 1904. Gr-8; 100, (3) pp mit Vignetten, Initialen und 4 ganzseitigen Illustrationen von Heinrich Vogeler-Worpswede, breitrandig auf unbeschnittem Bütten gedruckt; Orig.-Halbpergamentband mit Deckelvignette, Goldpapiervorsätzen, Kopfgoldschnitt und Lesebändchen; zwei Seiten durch Lesebändchen verfärbt, sonst nur geringfügige Altersspuren. - Nr. 71 von 1400 numerierten Exemplaren; kleines Exlibris mit Signet des Insel-Verlags.

Sarkowski 1910. - Erste deutsche Ausgabe. Wildes zweite Sammlung von Kunstmärchen (nach "The Happy Prince and Other Tales", 1888) erschien 1891 unter dem Titel "A House of Pomegranates" und liegt hier als bibliophile Publikation im Jugendstil vor. Die vier Erzählungen handeln von Liebe, Schönheit, Mitgefühl und Leiden; der Übersetzer nahm später unter dem Namen Frederick Philip Grove in Kanada eine neue Identität an. Continue reading

Order no. 2609-109
€ 160,-


Wilhelm, Gottlieb Tobias - Neuhofer, Gerhard Adam

Unterhaltungen aus der Naturgeschichte. Des Pflanzenreichs fünfter Theil. Obst. Gewürze, Öhle und Zucker. Wien, [Anton Pichler],1816. Kl-8; 5 Bll. (inkl. Kupfertitel), 730 pp, 66 (statt 68) altkolorierte Kupfertafeln; Halbleder der Zeit mit gold- u. blindgeprägtem Rücken (berieben, Bindung stellenweise gelockert); gelegentlich etwas stock- bzw. fingerfleckig oder knittrig, einzelne Wurmspuren und kleine Mängel im Rand, einige wenige Tafeln mit minimalem Farbabklatsch oder Wischspur; insgesamt gut erhalten. - Bei zwei Tafeln Reihenfolge vertauscht; die Tafeln LVII und LVIII fehlen.

Zu Nissen 2152. - Der protestantische Pfarrer G. T. Wilhelm (1758-1811) suchte im Geist der Aufklärung und der Naturtheologie nützliche Kenntnisse in unterhaltsamer Form zu verbreiten. Hier einer von insgesamt 10 Teilen der "Unterhaltungen aus dem Pflanzenreiche", nach Wilhelms Tod bearbeitet vom Augsburger Diakon und Schriftsteller G. A. Neuhofer (1773-1816). Mit Kapiteln über Beerenobst, exotische Früchte, Gewürze, Öle und Zucker sowie ihre Verarbeitung. Wiener Nachdruck der Augsburger Originalausgabe, die Kupfer neu gestochen von J. Schaly. Continue reading

Order no. 2609-110
€ 260,-


Wilhelm, Grete (1887-1942)

Feldarbeiterinnen. Unbezeichnete und unsignierte Kreidelithographie auf Velin, geschaffen für die Mappe "Neue Vereinigung" der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, Wien 1919, Blattgröße 54 x 40 cm.

Die als Margarethe Anna Huiber geborene Künstlerin studierte von 1910 bis 1914 bei Tina Blau an der Wiener Kunstschule für Frauen und Mädchen. Sie gehörte dem Hagenbund zunächst als korrespondierendes, später als außerordentliches Mitglied an und war als Malerin, Graphikerin und Kunsthandwerkerin tätig. Continue reading

Order no. 2609-111
€ 65,-


Zweig, Stefan, Schriftsteller (1881-1942)

Maschinschriftlicher Brief mit eigenhändiger Unterschrift, 2 Seiten, quer-8, Salzburg (Briefkopf mit Monogramm), 17. 2. 1933. - An einen Herrn, der ihn offensichtlich um Unterstützung für die Veröffentlichung von Gedichten gebeten hatte. "Sehr geehrter Herr! Wien war für mich eine vollkommene Hetzjagd. Ich komme dort kaum dazu meine nächsten Verwandten und Bekannten zu besuchen. Aber was Ihre Lyrik betrifft, werde ich Ihnen in einiger Zeit etwas Positives schreiben können. Es ist jetzt endlich in Deutschland ein Mann, der ohne grosse Mittel, nur mit innerer Au[f]opferung an die Sache geht, eine Zeitschrift für Lyrik zu gründen und zwar für exklusive Lyrik, in der Hoffnung, auf diese Art innerhalb des lernenden Deutschlands eine orphische Höhe des Gesanges zu schaffen, ein Refugium. Ich bin mit ihm in Korrespondenz, weil ich einen so ausserordentlichen Plan nicht unberaten lassen wollte und einige Leute arbeiten still und gleichzeitig an einer imaginären Liste der Mitarbeiter. Kommt die Sache zustande, so bin ich gewiss, Sie da in einen guten geistigen Kreis einführen zu können. Ich halte diese Art des Erscheinens in einem engsten, aber wissenden Kreis heute für wertvoller als die Publikation eines Buches. Mit den besten Grüssen Ihr Stefan Zweig". - Kleine Randmängel, mehrfach gelocht.

Schöner, für Zweigs Persönlichkeit kennzeichnender Brief. Die hier in Aussicht gestellte Zeitschriftengründung könnte sich eventuell auf die von Heinrich Ellermann herausgegebene Literaturzeitschrift "Das Gedicht. Blätter für die Dichtung" beziehen, die von 1934 bis 1944 erschien. Allerdings scheint eine Korrespondenz zwischen Zweig und Ellermann erst 1936 nachweisbar. Continue reading

Order no. 2609-112
€ 1200,-