Popper-Lynkeus, Josef, Sozialphilosoph und Schriftsteller (1838-1921)


Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 1 Seite, kl-8, Marienbad (Villa Charlotte), 22. 8. 1903. - An Carl Lill von Lilienbach. "Hochgeehrter Herr Oberlieutenant! Ich erhielt Ihr Werthes vom 21. d. & ersehe daraus, daß Sie nach wie vor höchst energisch Ihre Studien betreiben, &, indirect folgere ich, daß Ihre Gesundheit wieder vollkommen hergestellt ist. Wenn Sie Ihr Manuscript über Nietzsche hieher schicken wollen, so will ich gerne Ihren Wünschen entsprechen, es lesen & eventuell Bemerkungen anbringen. (Ganz geradeaus, wie gewiß auch Sie voraussetzen). Von den Feuilletons kann ich leider Ihnen keine Sammlung schicken, ich besitze nur 2 Exempl[.], die ich dringend benöthige. Aber im Winter erscheint das Ganze als Brochure. Mit bestem Gruße hochachtungsvoll Josef Popper / Ich bin bis Mitte September in Marienbad." Zwei Zusätze mit anderer Tinte. - Minimal fingerfleckig.

Der aus einer jüdischen Familie stammende Josef Popper verwendete sein Pseudonym Lynkeus später auch in einem Doppelnamen; seine Ideen zur sozialen Frage fanden seinerzeit große Beachtung. Er war mit Ernst Mach befreundet, wurde unter anderem von Albert Einstein hoch geschätzt und war ein Onkel des Philosophen Karl Popper. Im Brotberuf Ingenieur, meldete er eine Reihe von Patenten an und publizierte 1896 eine Arbeit mit dem Titel "Flugtechnische Studien". - Der österreichische Offizier Carl Lill von Lilienbach war Ausschuss-Mitglied im Wiener Flugtechnischen Verein, veröffentlichte Publikationen zum Motor- und Segelflug und beschäftigte sich mit der Verbesserung der Kurzschrift.

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