Malipiero, Gian Francesco, Komponist (1882-1973)


Eigenhändiger Brief mit Unterschrift in leicht fehlerhaftem Deutsch, 2 Seiten, kl-4, Asolo (Treviso), 14. 11. 1961, mit blindgeprägtem Briefkopf der Accademia Tiberina. - An Egon Seefehlner, damals Generalsekretär des Wiener Konzerthauses und stellvertretender Direktor der Wiener Staatsoper. - "Hochgeehrter Herr Doktor / ich habe heute gleichzeitig Ihren Brief und Ihren Telegramm bekommen. Ich habe sofort an Doktor Pawek, Apostelstrasse 11, Köln, die Begrüssungadresse geschickt. Hierbei die Abschrift. Ich habe mich nicht getraut auf deutsch zu schreiben. Auf eine fremde Sprache kann man leicht das Gegenteil schreiben, von das was man sagen will. / Es hat mich gefreut, nach einen so langen Schweigen, etwas von Ihnen zu hören. Sie haben mit Theater zu tun, ich auch, aber Italien kann nicht neue Oper-Formen vertragen; wenn die Heimat schon feindlich gesinnt ist, im Auslande was kann man haben? Zum Beispiel meine 2 wirkliche Erfolge an der Piccola Scala in Mailand, hat meine Feinde sehr aufgeregt. Aufrichtig gesagt, mir ist es ganz gleichgültig. Auch meine Feinde, am Ende der Komödie, werden von den Würmern gefressen. Ich begrüsse Sie herzlichst Ihr G. Francesco Malipiero ...". Mit eigenhändigem Kuvert.

Schöner Altersbrief. Der italienische Komponist und Musikwissenschaftler studierte kurze Zeit am Wiener Konservatorium. 1922 erwarb er ein Haus in Asolo bei Venedig, lebte darin bis zu seinem Tod und war noch in hohem Alter bemerkenswert produktiv. Während ihm in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen seine überzeugendsten Kompositionen gelangen, hatte er mit seinen späteren Literaturopern weniger Erfolg.

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