Spontini, Gaspare, Komponist (1774-1851)


Eigenhändiger Brief mit Unterschrift in französischer Sprache, 1 Seite, in-8, (Berlin), 12. 6. [1838]. - An Hofrat Johann Valentin Teichmann (1791-1860), Theatersekretär an der Generalintendantur der königlichen Schauspiele in Berlin (ohne Anrede). "Monsieur le Conseiller Teichmann voudrait-il être assez bon de prier Monsieur le Comte, afin qu'il veuille bien me faire expedier aujourdhui la note de Tuba (que j'enverrai de suite chez lui avec la C[ontre]Basse) et des cimballes! Puis de m'envoyer les lettres de récommandation pour Londres! Puis de faire ecrire à M[onsieur] Gerst pour confectionner la decoration de Cortez! Puis un mot de sa main, pour que mes appointements soient payez le 20 du courent, au lieu du 30! Puis enfin de fixer pour demain, mon dernier jour à Berlin, une Conference génerale!... Avec la plus parfaite estime Spontini". - An den Rändern aufgezogen, unmerklicher kleiner Einriss am linken Rand.

Schöner Brief aus Spontinis Berliner Zeit; vgl. dazu ausführlich Wilhelm Altmann, Spontini an der Berliner Oper, Sammelbände der Internationalen Musikgesellschaft 4 (1903), 244-292. - 1820 war der italienische Opernkomponist vom preußischen König Friedrich Wilhelm III., einem seiner Bewunderer, als Generalmusikdirektor und Erster Kapellmeister am Königlichen Opernhaus unter Vertrag genommen worden. Spontinis Tätigkeit war allerdings von künstlerischen und persönlichen Problemen belastet, die nicht zuletzt in seinem schwierigen Temperament wurzelten. 1838 erbat sich der Konponist, der an einer neuen Oper mit dem Titel "Die Stuarts" arbeitete, 2000 Taler zu einer Studienreise nach England und Schottland. Die Dotation wurde ihm zwar nicht gewährt, doch reiste Spontini auf eigene Kosten und war ab dem 14. Juni für längere Zeit von Berlin abwesend. Am englischen Hof wurde er höchst ehrenvoll empfangen und schrieb für Queen Victoria einige Kantaten. - "Monsieur le Comte": Graf Friedrich Wilhelm von Redern (1802-1883), preußischer Oberstkämmerer und Generalintendant für Schauspiel und Musik; "Gerst": Johann Karl Jakob Gerst (1792-1854), Berliner Theatermaler; "Cortez": Spontinis 1809 uraufgeführte und 1817 umgearbeitete Oper "Fernand Cortez".

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