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Album Amicorum

"Der Freundschaft und Liebe geweiht" (Deckeltitel). Biedermeier-Stammbuch (Rückentitel: "Denkbuch"), angelegt 1829 von einer jungen Frau aus bürgerlichem Milieu im heutigen ungarisch-österreichischen Grenzgebiet, mit über 50 Eintragungen in meist gut lesbarer deutscher Schreibschrift, 5 Zeichnungen (davon 2 farbig), einem Scherenschnitt sowie etlichen unbeschriebenen Seiten. Quer-kl-8; dekorativer zeitgenössischer roter Leinenband mit reicher Deckel-, Rücken- und Kantenvergoldung sowie Goldschnitt (etwas berieben, vorderes Innengelenk geplatzt); stellenweise leicht bis stärker stockfleckig, insgesamt gut erhalten.

Die Eintragungen der Jahre 1829 bis 1831 stammen größtenteils aus Ungarisch-Altenburg (Mosonmagyaróvár), einzelne auch aus Zanneg (Mosonszolnok) und Eisenstadt, danach folgen bis 1844 kontinuierlich Eintragungen zumeist aus dem nördlichen Niederösterreich (Buchberg am Kamp, Gars, Göllersdorf, Krems, Lengenfeld, Prandlhof, Senftenberg, Weißenkirchen); ein einzelner Nachtrag stammt von 1859. Neben konventionellen Freundschaftsgedichten und Prosabeiträgen findet sich in dem Stammbuch auch ein vierzehnzeiliges Gedicht mit dem Titel "Die Ruinen bei Gars". Weiterlesen

Bestellnummer 2603-1
€ 360,-


Anich, Peter

Erdglobus - Himmelsglobus. Nachdruck unter Verwendung der originalen Kupferplatten aus dem Besitz des Tiroler Landesmuseums, Innsbruck. Innsbruck, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, 1976. Vier Kupferstiche mit jeweils 5-6 Globussegmenten auf breitrandigem großem Büttenpapier (66 x 50 cm) in bedruckter Kartonmappe, diese an den Rändern dezent mit Klebeband verstärkt und mit Lagerspuren; die Blätter selbst tadellos. - Das erste Blatt mit Bleistift numeriert 113/200 und am 27. 11. 1979 signiert vom Tiroler Künstler Reiner Schiestl (geb. 1939), der vermutlich den Wiederabdruck der Platten durchführte.

Der in Oberperfuss (Tirol) als Bauernsohn geborene Geometer und Kartograph Peter Anich (1723-1766) wurde für seinen "Atlas Tyrolensis" (1774) ebenso bekannt wie für seine Sonnenuhren und Globen. Das hier im Ausgangszustand dokumentierte kleine Globenpaar befindet sich in ausgeführter Form ebenfalls im Tiroler Landesmuseum. Beide Globen enthalten eine lateinische Widmung an die Innsbrucker Repräsentation (Landesregierung), Anichs Namen als "Petrus Anich agricola domo Perfussensis" sowie die Jahreszahl 1758 als Chronogramm. Auf dem Erdglobus sind Nordamerika und Australien noch unvollständig eingetragen, die Antarktis fehlt gänzlich. - Selten. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-2
€ 560,-


Apor, Vilmos, Bischof von Györ, Seliger der katholischen Kirche (1892-1945)

Maschinschriftliche Briefkarte mit eigenhändiger Unterschrift und zwei kleinen handschriftlichen Korrekturen, Györ (Bischofssitz), 5. 2. 1944. - An seinen Bruder Gábor mit der Bitte um Nachforschungen über einen Bekannten. "Édes Gábor! Remélem megkaptad mult héten küldött levelemet. Felhasználom az induló futárt, hogy ujból hirt adjak mangunkról. Hála Istennek egészségesek vagyunk. Erdeklödéssel és szorongó szivvel lessük az ottani hireket. / Amennyiben levelest tudsz küldeni, légy szives tudatni van-e valami hir ZICHY LÁSZLÓ-ról Zichy Ödön testvéréröl, akinek lakcime: Salo. Brescia. Lago di Garda Via del Lupo 604. Az itteni rokonai már nyolc hónapja nem kaptak semmi hirt róla. Egyben megkértem Rubido Ivánt is, hogy szerezzen hirt róla, de a rokonság gondolja, hogy talán tudsz valamit róluk. / Itt annyira enyhe tél van, hogy félni kell attól, hogy megindul a növényzet virágzása s azután mégis elpusztitja a fagy. / Sokat gondol rád, édes Gabór és szivböl ölel szeretö öcséd Vilmos". (Lieber Gábor! Ich hoffe, du hast meinen Brief von letzter Woche erhalten. Ich nutze den ersten Boten, um dir erneut Nachrichten von uns zu überbringen. Gott sei Dank sind wir alle gesund. Mit Interesse und bangendem Herzen verfolgen wir die Nachrichten von dort. / Wenn du einen Brief schicken kannst, lass mich bitte wissen, ob es Neuigkeiten über ZICHY LÁSZLÓ gibt, den Bruder von Zichy Ödön, dessen Adresse lautet: Salo. Brescia. Lago di Garda Via del Lupo 604. Seine Verwandten hier haben seit acht Monaten nichts mehr von ihm gehört. Ich habe auch Rubido Iván gebeten, etwas über ihn herauszufinden, aber die Verwandten denken, dass du vielleicht etwas über ihn weißt. / Der Winter ist hier so mild, dass zu befürchten ist, dass die Pflanzen zu blühen beginnen und dann doch vom Frost zerstört werden. / Ich denke oft an dich, lieber Gabór, und umarme dich von ganzem Herzen, dein dich liebender Bruder Vilmos". - Fleckig, ein Papierrand stark gebräunt und knittrig.

Sehr selten. - Bischof Vilmos Baron Apor von Altorja kämpfte während der Zeit des Horthy-Regimes gegen die Verfolgung und Deportation der ungarischen Juden; zu Kriegsende wurde sein Bischofssitz eine Zufluchtsstätte für Flüchtlinge. Als er dort Frauen und Mädchen vor Verschleppung und Vergewaltigung durch eindringende Soldaten der Roten Armee zu schützen suchte, wurde er niedergeschossen und verstarb wenige Tage später. 1997 wurde er von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen, mehrere ungarische Städten haben ihn mit Denkmälern geehrt. - Iván Rubido-Zichy war Chef der Prokollabteilung im ungarischen Außenministerium. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-3
€ 240,-


Billroth, Theodor - Fischer, Georg (Hrsg.)

Briefe von Theodor Billroth. Hannover und Leipzig, Hahn, 1895. Gr-8; VIII (inkl. Titel mit Vignette), 464 pp, 4 Lichtdruck-Tafeln mit Seidenvorsätzen; goldgepr. Orig.-Leinen mit Rücken- und Deckelvignette sowie Rotschnitt (leicht berieben); Vorsätze geringfügig altersfleckig, insgesamt sehr gutes Exemplar in dekorativem Einband.

Erste Ausgabe. Die hier vorgelegten Briefe spiegeln Leben, Charakter und Interessen des großen Chirurgen (1829-1894), der auch musikalisch hochbegabt war und unter anderem Johannes Brahms und Eduard Hanslick zu seinen Freunden zählte. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-4
€ 85,-


Boerhaave, Herman

Herrn Hermann Boerhaaves Beschreibung der Arzneymittel und Recepten, die sich auf seine von dem Freyherrn van Swieten erläuterte Lehrsätze von Erkenntnis und Heilung der Krankheiten beziehen. Aus dem Lateinischen übersetzt. Wien, Krauß, 1773. Kl-8; Titel, 311, (1) pp mit einigen Vignetten; Lederband der Zeit mit Rückenvergoldung, Rückenschildchen, Buntpapiervorsätzen und Rotschnitt (berieben und bestoßen, hinterer Deckel fleckig); mäßige Gebrauchs- und Altersspuren, insgesamt ordentlich. - Eine herausgerissene Seite (17/18) durch Fotokopie ersetzt.

Erste deutsche Ausgabe von Boerhaaves 1719 erschienenem "Libellus de materia medica et remediorum formulis ..."; diese Rezeptsammlung wurde als notwendige Ergänzung zu einem der Hauptwerke Booerhaves (Aphorismi de cognoscendis et curandis morbis, Leiden 1709) veröffentlicht. Der niederländische Mediziner, Chemiker und Botaniker (1668-1738) war als Wissenschaftler wie als praktischer Arzt europaweit überaus geschätzt. Zu seinen bekanntesten Schülern zählte Gerard van Swieten, der Leibarzt Maria Theresias. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-5
€ 175,-


Buber, Martin, Religionsphilosoph (1878-1965)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 1 Seite, kl-8, Jerusalem, 15. 10. 1941. - An den Rechtsanwalt, Übersetzer und Redakteur Max Strauss (1887-1956). "Lieber Dr. Strauss - Diesen Brief erhalten Sie durch Herrn Rudolf Kommer, der bei der Unterbringung des Romans freundlichst behilflich sein will. Geben Sie ihm dazu die Möglichkeit und machen Sie ihm den nicht anderweitig gebundenen Teil des Manuskripts zugänglich. Bestens Grüßend Ihr Buber". - Auf liniertem Papier, Faltspur.

Betrifft den 1938-1940 entstandenen Roman "Muckensturm" von Bubers Ehefrau Paula (1877-1958), der die Anfänge des Nationalsozialismus in einer deutschen Kleinstadt behandelt - gemeint ist damit Heppenheim, wo die Familie Buber von 1916 bis 1938 lebte. Nach der Verwüstung ihres Hauses durch die Nationalsozialisten emigrierten die Bubers nach Jerusalem. Aufgrund der Schwierigkeit, einen Verlag für das Buch zu finden, erschien es erst 1953, und zwar unter dem Pseudonym Georg Munk. - Max Strauss war ursprünglich in Berlin tätig, bevor er in die USA emigrierte. Der Journalist Rudolf K. Kommer (1886-1943) wirkte als Theateragent und Kulturvermittler zwischen Europa und Amerika; er lebte seit 1933 ebenfalls in den USA, wo er selbstlos Exilanten aus der Kulturszene unterstützte. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-6
€ 300,-


Byzantinistik - Hunger, Herbert (Hrsg.)

Jahrbuch der österreichischen Byzantinistik Bd. 22-24. 3 Bde. Wien, Verlag der Österr. Akad. d. Wiss., 1973-1975. Gr-8; je Band ca. 330-380 pp mit Textabb. und Tafeln; orig.-kartoniert. - Lagerspuren.

Mit zahlreichen wissenschaftlichen Beiträgen und Rezensionen. Die Reihe bildet die Fortsetzung des Jahrbuchs der Österreichischen Byzantinischen Gesellschaft. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-7
€ 65,-


[Cramer, Carl Gottlieb]

Peter Schmoll und seine Nachbarn. Vom Verfasser des Erasmus Schleicher. 2 Tle. in einem Band. Rudolstadt [recte Wien?], 1799. Kl-8; 1 Bl., 187 pp; 183 pp; 2 gestochene Titelvignetten; marmorierter Pappband der Zeit mit Rückenschildchen (berieben, Bindung etwas gelockert, ohne fliegende Vorsätze); Titelblätter dezent gestempelt, teilweise etwas stockfleckig oder feuchtrandig.

Vgl. Holzmann-B. 1220, Goedeke V, 510, 27 und Kosch, 2, 811; nicht in Weller, Druckorte (vgl. aber dort andere Werke Cramers). - Vermutlichtlich Wiener Raubdruck der Erstausgabe von 1798-99. Mit Gedichten und Dialogen durchsetzter Roman eines seinerzeit populären Vielschreibers (1758-1817), der 1801 vom damals fünfzehnjährigen Carl Maria von Weber zu einer Oper gestaltet wurde (Libretto bearbeitet von Joseph Türk, Uraufführung Augsburg 1803). Webers Jugendwerk wurde von Michael Haydn, seinem damaligen Lehrer, mit viel Anerkennung bedacht und hat sich im Manuskript vollständig erhalten. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-8
€ 120,-


Delibes, Léo, Komponist (1836-1891)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 3 Seiten, kl-8, ohne Ort, 13. 1. [1882]. - An eine Sängerin. "Chère Madame et amie, vous devez savoir déjà par Heugel que notre Jean de Nivelle est remis à l'automne prochain. Je suis retenu chez moi par une forte bronchite que j'ai prise au concert de l'Hippodrome, et dès que je serai mieux, je viendrai causer avec vous. / Mais je ne veux pas prendre une minute pour vous informer d'une chose qui touche à vos intérêts et qui peut changer vos projets d'avenir; en même temps laissez moi vous dire que dans quelques conditions que soit representé mon ouvrage, je tiens pardessus tout à ce que le rôle de Simone soit crée par vous! / Veuillez croire, chère Madame, à toute ma sympathique admiration / Léo Delibes". - Mit zwei vom Schreiber überarbeiteten Tintenspritzern.

Der französische Opern- und Ballettkomponist Léo Delibes zählte zu den beliebtesten Bühnenkomponisten der Romantik ("Sylvie", "Lakmé") und wirkte auf Komponisten wie Tschaikowsky, Saint-Saëns und Debussy. Jacques-Léopold Heugel gründete 1839 den Musikverlag Éditions Heugel, der von seinem Sohn Henri noch bedeutend erweitert wurde und bis 2014 bestand. Delibes dreiaktige Oper "Jean de Nivelle" wurde am 6. März 1880 in der Pariser Opéra-Comique uraufgeführt und hielt sich danach in etlichen Opernhäusern für einige Zeit auf dem Spielplan. Das Pariser Hippodrome war ein 1845 eröffnetes großes Freiluft-Etablissement, das mehrmals seinen Standort wechselte; von 1877 bis 1892 befand es sich bei der Seinebrücke Pont de l’Alma. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-9
€ 275,-


Denkmalschutz

"Verfahren bei Auffindung alter Münzen, Denkmähler und Alterthümer." Verordnung des Brünner Kreisamts vom 10. 9. 1828 (gezeichnet Kreiskommissär Rudolph Eitlberger) mit Wiederabdruck des Circulars des mährisch-schlesischen Landesguberniums vom 3. 4. 1812, (4) pp, in-folio. - Geringfügig knittrig und fleckig, alter Registraturvermerk.

Die im Auftrag von Kaiser Franz I. verlautbarte Verordnung erinnert an die 1812 erlassene Anzeige- und Ablieferungspflicht für archäologische Funde. Schwer transportable Monumente sollen an eine Außenmauer der nächstgegelegenen Kirche eingemauert werden, für eingesandte Objekte wird eine finanzielle Vergütung in Aussicht gestellt. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-10
€ 85,-


Dier, Erhard Amadeus (1893-1969)

"Aus Boccaccios Decamerone". Wien, Verlag der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, 1924. Flügelmappe (bedruckte Orig.-Broschur) mit einem Textblatt und sechs teils mehrfarbigen, im Stein signierten Lithographien; in-folio. - Die Mappe geringfügig angeschmutzt und mit kleinen Läsuren, die Blätter tadellos.

Ausdrucksstarke Bildimpressionen zu einem Werk der Weltliteratur. Der österreichische Maler und Graphiker Erhard Amadeus Dier (auch Erhard Dier-Amadeus) illustrierte unter anderem mehrere Bücher. Während der NS-Zeit war er im Widerstand tätig. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-11
€ 75,-


Doderer, Heimito von, Schriftsteller (1896-1966)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, quer-8, Wien, 10. 7. 1958. - An Frau D. Dick vom Sekretariat der Internationalen Ferienkurse in Salzburg über einen geplanten Vortrag. "Werte gnädige Frau, die Zugsverbindungen überblicke ich jetzt. Ich kann abends von Venedig am 22. Juli abreisen und am 23. (Mittwoch) 1/2 9h morgens in Salzburg sein (fahrplanmäß. 8h27 an). Bitte sorgen Sie nur dafür dafür, dass ein Doppelbettzimmer im 'Schwarzen Rössel' schon morgens bei Ankunft bereit für mich ist, damit ich mich ausruhen kann. Im Hotel bitte Nachricht für mich über Ort und genaue Zeit des Vortrags, sowie Fahrzeit im Taxi dahin. Ganz ergebenst Ihr Heimito v. Doderer". Oberhalb des Brieftextes ist die Adresse Doderers vom 11.-16. Juli in Rimini angegeben. Mit eigenhändigem Briefkuvert. - Wie meist bei Doderer in mehreren Tintenfarben geschrieben; leichter Abklatsch der Unterschrift auf der gegenüberliegenden Seite der Faltspur, Brief und Kuvert etwas knittrig.

Doderer stand 1958 auf dem Höhepunkt seines Ruhms. Er begann in diesem Jahr mit seinem auf vier Teile angelegten "Roman No. 7", von dem zu seinen Lebzeiten allerdings nur der erste Teil ("Die Wasserälle von Slunj") erschien. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-12
€ 450,-


Elliot, J.

Anfangsgründe derjenigen Theile der Naturlehre welche mit der Arzeneywissenschaft in Verbindung stehen. Aus dem Englischen übersetzt von D. Aug. Wilhelm Bertram. Leipzig, Paul Gotthelf Kummer, 1784. In-8; 6 Bll., 336 pp, vier Falttafeln, einige Vignetten; Pp. d. Zt. mit Papierschildchen (etwas berieben und fleckig); kleiner Stempel auf Titel, überwiegend gebräunt bzw. stockfleckig, einige Seiten eselsohrig, vereinzelte Marginalien.

Vgl. Poggendorff 1, 659. - Deutsche Ausgabe von "Elements of the Branches of Natural Philosophy connected with Medicine" (London 1782), einem noch von der Phlogiston-Theorie beeinflussten Werk des englischen Arztes, Apothekers und Naturforschers John Elliot (1747-1787). Elliot zählt zu den Pionieren der modernen Farbenlehre; angeklagt wegen eines Mordversuchs an einer Frau, entzog er sich dem Prozess durch Verhungern. - Selten. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-13
€ 140,-


Franz Joseph, Kaiser von Österreich (1830-1916)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 6 Seiten auf 2 Doppelblättern, in-8, Wien, 11. 1. 1888. - An die Schauspielerin Katharina von Schratt (1853-1940), der der Kaiser nahezu drei Jahrzehnte lang in enger Freundschaft verbunden war. "Meine gnädige Frau! Hoffentlich belästigt und langweilt es Sie nicht zu sehr, wenn ich Ihnen schon wieder schreibe, allein es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen zu zeigen, daß ich an Sie denke und Ihnen ein bischen vorzuplauschen. Heute sind es bereits 14 Tage daß ich Sie nicht gesprochen habe und Sonntag wird es eben so lang sein, daß ich Sie auch von Weitem nicht gesehen habe. Das ist eine lange Zeit, die mir eine Ewigkeit scheint. Ihr vorgestriges Telegramm an Frau von Ferenczy hat mich sehr gefreut durch die guten Nachrichten über Tonis fortschreitende Besserung und durch die Mittheilung, daß Sie wohl sind, denn ich war in beständiger Beängstigung, Sie könnten doch am Ende Tonis Ausschlag erben. Vielleicht hat sich Wiederhofer auch in der Entdeckung geirrt, daß Toni den Keuchhusten hat und so hoffe ich, daß er bald vollkommen hergestellt sein wird. Wiederhofer war mit seiner kräftigen körperlichen Entwicklung sehr zufrieden. Hoffentlich macht sein Abschuppungsprozeß solche Fortschritte, daß Sie bald in der Lage sein werden, Wiederhofer, wie er es mit Ihnen verabredet hat, kommen zu lassen, damit er entscheide, wann die lange Trennung endlich eine Ende nehmen kann. Er ließ mich hoffen, daß es ziemlich bald sein könnte, was mich natürlich unendlich glücklich machen würde. Wegen Valérie muß ich die strengen ärztlichen Vorschriften einhalten, denn ich persönlich würde mich nicht abhalten lassen, mit Ihnen zusammen zu kommen, um so mehr, als ich mich vor der Ansteckung gar nicht fürchte. Eine große Enttäuschung war es für mich, Sie in Stahl und Stein und in den galanten Königen nicht sehen zu können, doch war ich sehr froh, daß Sie nicht spielten, als ich durch Wiederhofer erfuhr, daß Sie unwohl waren und sogar zu Bett lagen. Wie leicht hätten Sie sich im Opernhause, das in Folge der elektrischen Beleuchtung fürchterlich kalt sein soll, ganz verderben können ...". (Berichtet von den Aufführungen der genannten Stücke im Wiener Burgtheater.) ... Unsere theure Freundin Hohenfels spielte, wie gewöhnlich, vortrefflich, sah jugendlicher und hübscher aus wie sonst und sang eine Romanze ganz entsetzlich. Die Stücke sind beim Fürsten Hohenlohe in Ungnade gefallen und scheinen vom Repertoire abgesetzt zu werden, was nach meiner Ansicht eine zu strenge Behandlung ist. Neulich war ich auch in 'Unsere Freunde', welches Stück ich schon so lange nicht gesehen hatte, daß ich mich an dasselbe gar nicht mehr erinnerte. Die Vorstellung war eine 'schlampete' und ich war eigentlich wegen den Nimbus in dieselbe gegangen. Sonst war ich gar nicht im Theater, denn wie Sie wohl denken können, übt das jetzige Repertoire keine Anziehungskraft auf mich aus. Hoffentlich wird das bald anders werden! In Schönbrunn war ich seit unserer letzten Promenade gar nicht mehr, doch will ich nächstens wieder einmal hinausfahren, um frische Luft zu schöpfen. Nun habe ich Ihnen nichts mehr zu erzählen und so schliesse ich dann mein Geschwätz mit dem innigsten Wunsche eines baldigen frohen Wiedersehens und mit der Versicherung teurer Freundschaft. Ihr aufrichtig ergebener Franz Joseph." Mit eigenhändigem Kuvert "Frau Katharina v. Kiss-Schratt" mit rotem Siegel (dieses durchschlagend). - Vollständige Transkription beiliegend.

Gekürzt gedruckt bei Bourgoing 69 f. und Hamann 70 f. - Zu den erwähnten Personen und Stücken: Ida von Ferenczy (1839-1928), Hofdame von Kaiserin Elisabeth; Toni: Baron Anton Kiss de Ittebe (1880-1970), Sohn der Schaupielerin aus ihrer seit 1880 nicht mehr aufrechten Ehe; Hermann Widerhofer (1832-1901), Leibarzt des Kaisers, später in den Freiherrnstand erhoben; Valérie (1868-1924), die jüngste Tochter des Kaisers; "Galante Könige": mehrteiliger Lustspielabend des Juristen und Schriftstellers Emil Granichstädten (1847-1904); Stella von Hohenfels (1857-1920), Burgschauspielerin; Konstantin zu Hohenlohe-Schillingsfürst (1828-1896), Obersthofmeister und als solcher für die Hoftheater verantwortlich. Einzelne weitere Kommentare bei Bourgoing und Hamann. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-14
€ 4500,-


Franziskaner-Reformaten

Ordo agendorum et cantandorum in actibus processionalibus. Pro F. F. Franciscanis strictioris Observantiae, in alma Provincia Austriae Deo famulantibus anno M.DC.LVI. accomodatus nunc novo examine revisius denuo vulgatus. Wien, Leopold Voigt, 1702 (Chronogramm). in-8; Titel mit Holzschnitt-Vignette (Hl. Franziskus empfängt die Wundmale Christi), 74 pp mit zahlreichen Gesangsnoten (Quadratnoten auf vier Linien mit Text) und Schlussvignette; schlichter Pergamentband der Zeit (fleckig, kleine Risse und Fehlstellen, Bindung gelockert); teilweise mäßig gebräunt, vereinzelt stärker fleckig, Titel und letzte Seite geringfügig bekritzelt, Vorsätze stärker.

Anweisungen für den Ablauf von franziskanischen Prozessionen zu verschiedenen Anlässen (Begräbnisse, Allerseelen, Mariae Himmelfahrt u. a.) in der österreichischen Ordensprovinz mit den vorgeschriebenen Gebeten und Gesängen; enthalten sind auch topographische Angaben zu den einzelnen Stationen in Wien und Graz. Die Franziskaner-Reformaten (Orden der Minderbrüder von der strengeren Observanz) bildeten vom 16. Jahrhunderts bis zum Ende des 19. Jahrhunderts einen Reformzweig des Franziskanerordens. - Selten. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-15
€ 450,-


Grillparzer, Franz, Dichter (1791-1872)

Signierte Radierung auf China von Ludwig Michalek mit Remarque unter dem Bild, um 1890, Bildformat 39 x 30 cm, Plattengröße 48 x 32 cm, Blattgröße 64 x 49 cm. - Schönes Porträt, vermutlich nach einer Fotographie von Ludwig Angerer. Im breiten Rand etwas stockfleckig.

Weilheim 87, e.2. - Der österreichische Maler, Kupferstecher und Radierer Ludwig Michalek (1859-1942) schuf für den Wiener Kunstverlag V. A. Heck eine Reihe großformatiger Porträts. Die Remarque zeigt den Blick vom Belvedere auf Wien sowie einen geflügelten Genius mit Harfe auf Wolken. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-16
€ 275,-


Gütersloh, Albert Paris, Maler und Schriftsteller (1887-1973)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 1 Seite, quer-8, Wien (Briefkopf der Akademie der Bildenden Künste), 2. 12. (wohl um 1950). - An Emma Maria Thoma, die spätere Frau des Schriftstellers Heimito von Doderer. "Sehr verehrte gnädige Frau / Von Freund Heimito höre ich, daß es Ihnen wohl geht, was mich herzlichst freut. Und weil Sie Obgenannten bald bei sich haben, so benütze ich diese für sie beide so schöne Gelegenheit, mit diesen Zeilen im Geiste bei Ihnen zu sein. Ich wünsche Ihnen Alles, was Sie sich wünschen und überdies noch recht schöne Feiertage! Ich bin mit den besten Grüßen Ihr Ihnen wie stets ergebener Gütersloh". - Beiliegend ein maschinschriftliches Schreiben des Kunsthistorikers Heribert R. Hutter (1926-2012) an den emigrierten Juristen und Gütersloh-Sammler Robert C. Baru in den USA betreffend ein in Arbeit befindliches Buch über Gütersloh, Wien, 21. 7. 1976 (das Werk erschien im folgenden Jahr).

Der aus Baden bei Wien stammende Albert Paris Gütersloh (eigentlich Albert Conrad Kiehtreiber) trat ab etwa 1910 als bildender Künstler sowie als expressionistischer Schriftsteller an die Öffentlichkeit. 1926 erschien sein autobiographisches Werk "Bekenntnisse eines modernen Malers". Sein Freund Doderer veröffentlichte 1930 über ihn den Essay "Der Fall Gütersloh: Ein Schicksal und seine Deutung" und beherbergte ihn von 1938 bis 1948 als Untermieter in seiner Wiener Atelierwohnung, die er von der nach dem Anschluss emigrierten Malerin Trude Waehner übernommen hatte. Die aus Bayern stammende Emma Maria Thoma lernte Doderer 1937 kennen und heiratete sie 1952. Gütersloh selbst leitete von 1945 bis 1962 eine Meisterschule für Malerei an der Wiener Akademie der bildenden Künste und richtete hier eine Fresko- und Gobelinschule ein. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-17
€ 260,-


Hanka, Wenceslaw

Münzen und Medaillen Albert Herzogs von Friedland, nebst einem Anhange von Waldsteinischen Familien-Medaillen. (Separatabdruck aus den Verhandlungen der Gesellschaft des vaterländischen Museums in Böhmen 1840.) Prag, 1841. In-8; Titel, 15 pp, 9 lithogr. Tafeln; schlichter priv. Leinenband (fleckig, Rücken schadhaft); vereinzelt etwas stockfleckig, insgesamt gut erhalten.

Leitzmann 54. - Pionierarbeit zu den Prägungen des besser unter dem Namen Wallenstein bekannten Feldherrn und seiner Familie. Der Autor (auch Václav Hanka, 1791-1861) war Sprachwissenschaftler und Schriftsteller, der sich eifrig für die die nationale Wiedergeburt der Tschechen einsetzte, dabei allerdings auch nicht vor der Beteiligung an Handschriftenfälschungen zurückschreckte. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-18
€ 130,-


Hanslick, Eduard, Musikkritiker (1825-1904)

Gedruckte Visitenkarte mit eigenhändigem Zusatz, 27. 1. 1900. - "Herrn Prof. Dr. Gänsbacher / "... erlaubt sich den Prüfungskandidaten Herrn Ernst Penzinger bestens zu empfehlen!" - Leicht fleckig.

Der in Prag geborene Hanslick wurde zunächst Jurist, wandte sich aber nach der Revolution von 1848 ganz der Musikästhetik zu. Er erhielt in Wien einen Lehrstuhl für Geschichte der Musik und wurde hier zu einem einflussreichen Kritiker des zeitgenössischen Musiklebens. Der Musikpädagoge Josef Gänsbacher (1829-1911) zählte zu den angesehensten Stimmbildnern seiner Zeit; Ernst Penzinger war in der Zwischenkriegszeit als Pianist und Komponist tätig. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-19
€ 140,-


Hausner, Rudolf, Maler (1914-1995)

Fotoporträt-Postkarte (Aufnahme Walter Reiser, Stuttgart) mit eigenhändigem Namenszug auf der Bildseite, Wien, 21. 9. 1965. Eine Ecke mit kleiner Knickspur, rückseitig Montagereste. - Beiliegend eine farbige Kunstpostkarte von Wolfgang Hutter (1928-2014) mit Wiedergabe seines Werks "Das grüne Bild", am oberen Rand eigenhändig signiert.

Rudolf Hausner und Wolfgang Hutter gehören mit Arik Brauer, Ernst Fuchs und Anton Lehmden zur Kerngruppe der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, die ab den späten 1950er-Jahren auch international Beachtung fand. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-20
€ 120,-


Hindenburg, Carl Friedrich

Infinitinomii dignitatum exponentis indeterminati historia leges ac formulae. Editio pluribus locis aucta et passim emendata. Accessit methodus potentiarum problematis solvendis quamplurimis accommodata et serierum ab evolutione factorum quotcunque oriundarum genesis. Göttingen, Johann Christian Dieterich, 1779. Gr-8; XXII, 180 pp; unbeschnitten in Interims-Pappband ohne Rücken; überwiegend gebräunt oder stockfleckig. - Dazu in gleicher Ausstattung und Erhaltung: Ders., Novi systematis permutationum combinationum ac variationum primae lineae et logisticae serierum formulis analytico-combinatoriis per tabulas exhibendae conspectus et specimina. Leipzig, Siegfried Leberecht Crusius, 1781; XII, LXXXIII, (1) pp.

Zwei Hauptwerke des in Leipzig tätigen Mathematikers und Physikers (1741-1808), der mit diesen Arbeiten die kombinatorische Analysis begründete. Sie fand einige Zeit in Deutschland große Beachtung, wurde von seinen Schülern allerdings übertrieben angewendet und geriet schließlich in Verruf. - Selten. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-21
€ 650,-


Hiob

"Dich, armen Hiob quählt, mit überhäufter Pein, Der Teuffel und dein Weib, kan etwas ärgers seyn ...". Radierung mit deutschem und lateinischem Text von Jeremias Gottlob Rugendas nach Gottfried Bernhard Göz bei Johann Georg Hertel d. Ä., Augsburg um 1760, 30 x 20 cm. - Der leidende Hiob auf einem Misthaufen sitzend, hinter ihm seine Frau und seine Freunde, über ihm fliegender Teufel mit Geißel. - Bis zum Plattenrand beschnitten und sauber alt montiert.

Nr. 145 einer Serie biblisch-allegorischer Darstellungen; der lateinische Text mit Druckfehler "Formentis" statt "Tormentis". - G. B. Göz (auch Goetz, 1708-1774), Maler und Kupferstecher in Augsburg; J. G. Rugendas (1710-1772), Stecher ebenda. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-22
€ 100,-


Hoffmann, Josef (1870-1956)

Postkarte für den Weltpostverein. Chromolithographie bei Philipp & Kramer, Wien um 1897, rechs unten im Stein monogrammiert J H. - Weißes Schriftfeld umgeben von floraler Jugendstil-Bordüre in Grün und Schwarz. Ungelaufen. - Die vier Ecken mit schrägen Druckspuren (meist nur auf der Rückseite sichtbar).

Wiener Künstler-Postkarte Serie I/2. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-23
€ 175,-


Hujer, Ludwig

Mein Leben und Streben. Wien, Gerlach & Wiedling, (um 1952). Kl-4; 95, (1) pp, 16 Taf.; Orig.-Halbleinen mit goldgepr. Rückentitel und Schutzumschlag; Rücken und Schutzumschlag leicht fleckig, sonst tadellos.

Autobiographie des österreichischen Medailleurs und Bildhauers sudetendeutscher Herkunft (1872-1968), mit integriertem Werkverzeichnis und einem Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der Medailleurkunst. Die Tafeln zeigen Medaillen sowie zwei Plastiken des Künstlers. Hujer war eng mit dem Wiener Künstlerhaus verbunden und wurde 1962 zu seinem Ehrenmitglied ernannt. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-24
€ 75,-


Iffland, August Wilhelm (Hrsg.)

Almanach für Theater und Theaterfreunde auf das Jahr 1807. Berlin, Wilhelm Oehmigke d. J., 1807. In-12; gestochener Titel mit Vignette, XXIV (inkl. typograph. Titel), 467 pp, 12 Kupfertafeln, 2 gefaltete gestochene Musikbeilagen; Leinenband der Zeit mit goldgepr. Rücken (Ecken bestoßen, Kapitale leicht schadhaft); der gestochene Titel etwas hart beschnitten, vereinzelt geringfügig fleckig, insgesamt gutes Exemplar.

Lanckoronska-Rümann 117 f.; Goedeke 5, 29, 55; Kosch (Theater) 2,869 f. - Erster Jahrgang des bis 1812 erschienenen Theateralmanachs. Er enthält neben lesenswerten Abhandlungen des als Schauspieler, Theaterdirektor und Dramatikers bedeutenden Herausgebers (1759-1814) ein vollständiges Lustspiel Ifflands ("Die Marionetten") sowie Porträts und theatergeschichtlich wichtige Rollenporträts (darunter Iffland als Franz Moor und als Martin Luther). Die Musikbeilagen stammen von Joseph Posch (1811-1860) und Bernhard Anselm Weber (1764-1821). Weiterlesen

Bestellnummer 2603-25
€ 140,-


Jacobé, Johann (1733-1797)

[Tigre tué en Amerique par S.A.Monsigneur le Prince de Nassau-Siegen dans son voiage autour du monde sur la Boudeuse Fregatte du Roi commandée par Monsieur le Comte de Bougainvile]. Mezzotinto nach Francesco Giuseppe Casanova (1727-1603), Wien 1788, 61 x 80 cm; Abzug vor der Schrift. - Der weiße Rand stockfleckig und mit kleinen Läsuren, im Himmel einzelne bis ins Bild reichende, jedoch kaum störende hinterlegte Risse; insgesamt in gutem Zustand und selten.

Wurzbach 10, 19; Thieme-Becker 18, 242 f. - Der Wiener Künstler Johann Jakobé entfaltete "als anerkanntes Haupt der Wiener Schule eine fruchtbare Tätigkeit als Schabstecher und Lehrer der Schabkunst ... Niemals in den Handel kamen die im Auftrage der Kaiserin Katherina II. angefertigten ... sehr selten gewordenen Riesenblätter nach Tierstücken von Fr. Casanova ..." (B. C. Kreplin). Das hier als Vorlage dienende Gemälde von Giacomo Casanovas Bruder Francesco, der vor allem als Schlachtenmaler tätig war und seinen Lebensabend in Wien verbrachte, entstand 1787 und befindet sich heute in Rouen. Es wurde unter den Bezeichnungen "Der Tiger" oder "Tigerjagd" populär, an der heroisch überhöhten Szene war aber wohl eher ein Jaguar oder Puma beteiligt. Wurzbach und Kreplin geben irrig die afrikanische Küste als Ort der Darstellung an. Der französische Abenteurer und Marineoffizier Karl Heinrich von Nassau-Siegen (1743-1808) schloss sich 1766 der drei Jahre dauernden Weltumsegelung von Louis Antoine de Bougainville an, die um Kap Hoorn den Pazifik erreichte; im Zweiten Türkenkrieg wurde er als Generalmajor der spanischen Armee und als Admiral der russischen Ruderflotte in ganz Europa bekannt. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-26
€ 750,-


Jené, Edgar - Hölzer, Max (Hrsg.)

Surrealistische Publikationen. (Heft 1). Klagenfurt, Josef Haid, 1950. In-8; 94 pp mit zahlreichen meist ganzseitigen Abb., 1 Bl.; Orig.-Broschur, unaufgeschnitten; papierbedingt etwas gebräunt. - Ohne Bauchbinde und Errata-Zettel.

Die erste von nur zwei Ausgaben; Heft 2 erschien erst 1953 in Paris. Mit Text- und Bildbeiträgen von Walter Behrens, André Breton, Paul Celan, Enrico Donati, Max Ernst, Julien Gracq, George Hénein, Max Hölzer, Edgar Jené, Pierre Mabille, Cellu Naum, Henri Pastoureau, Werner Riemerschmied, Michael Straßburg, Yves Tanguy u. a. Die in dem Heft enthaltenen Gedichte und Übersetzungen des damals noch kaum bekannten Paul Celan zählen zu seinen frühesten Veröffentlichungen. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-27
€ 85,-


Kasimir, Luigi (1881-1962)

Am Golden Gate (USA). Farbradierung um 1930, hier im Wiederabdruck um 1980 mit Nachlass-Signatur, 28 x 30 cm.

Blick von einem Garten auf die felsige Küste der Meerenge. Schönes breitrandiges Blatt. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-28
€ 260,-


Kienast, Gunter W.

The Medals of Karl Goetz. Euclid, Activities Press, 1980. Kl-4; 5 Bll., 284 pp mit zahlreichen Abb. im Text und auf Taf.; orig. goldgepr. Kunstleder mit metallischer Deckelvignette. - Dazu: Derselbe, Goetz II. A Supplement to The Medals of Karl Goetz. Lincoln, The Artus Company, 1986. Kl-4; XII, 179 pp mit zahlreichen Abb. im Text und auf Tafeln; orig. Pappband (Rücken aufgehellt).

Standardwerk zum umfassenden Schaffen des deutschen Medailleurs Karl Goetz (1875-1950), der vor allem durch seine während des 1. Weltkriegs und in den Jahren danach entstandenen politischen und satirischen Medaillen im Stil des Expressionismus bekannt wurde. Der Hauptteil als Reprint der Ausgabe Cleveland 1967. - Selten und gesucht. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-29
€ 650,-


Koch, Georg

Jagdwaffenkunde. Berlin, Paul Parey, 1899. In-8; VIII, 309 pp mit 231 Abb., 5 Bll. Anzeigen; illustr. Orig.-Leinenband mit goldgepr. Deckeltitel und Farbschnitt (minimal berieben); stellenweise geringfügig gebräunt, insgesamt ausgezeichnet erhalten.

Ausführliches, reich illustriertes Handbuch. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-30
€ 110,-


Kokoschka, Oskar, Maler (1886-1980)

Kunstpostkarte mit Reproduktion seines 1953 entstandenen Aquarells "Rittersporn", darauf rückseitig eigenhändiger Neujahrsgruß "Very Happy New Year 1964 yours OK". - Beiliegend ein eigenhändiges Kuvert an seinen Verleger Dr. Ludwig Goldscheider in London, Poststempel London 5. 12. 1960, mit Namenszug "O. Kokoschka" und Kokoschkas Londoner Adresse.

Der österreichische Kunsthistoriker Dr. Ludwig Goldscheider (1896-1973) war Mitbegründer des Phaidon-Kunstverlags. 1938 nach London emigriert, führte er den Verlag dort weiter und veröffentlichte 1963 in Zusammenarbeit mit dem Künstler eine Monographie über Kokoschka, die mehrere Auflagen und Übersetzungen erlebte. Als "entarteter Künstler" war Kokoschka 1934 zunächst nach Prag und 1938 weiter nach England emigriert. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-31
€ 160,-


Kreidolf, Ernst

Die schlafenden Bäume, ein Märchen in Bildern mit Versen von Ernst Kreidolf. (4. Aufl.) Köln, Hermann Schaffstein, (um 1930). In-4; (12) pp, durchgehend farbig illustriert; illustr. Orig.-Pappband mit illustrierten Vorsätzen im Irisdruck. - Leichte Gebrauchs- und Altersspuren.

Hess/Wachter A 2. - Das dritte Buch Kreidolfs, erstmals 1901 erschienen. Der Schweizer Künstlers (1863-1956) gilt als wichtiger Erneuerer des Bilderbuchs. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-32
€ 85,-


Kyber, Manfred

Unter Tieren. Darmstadt, Ernst Ludwig Presse, 1914/1918. In-8; 191, (1) pp, 3 Bll.; Orig.-Pappband mit Deckel- und Rückenschildchen, unbeschnitten und zumeist unaufgeschnitten (Rücken leicht gebräunt). - Auf Bütten in Kleukens-Gotisch-Antiqua gedruckt, Titel und Initialen in Rot.

Rodenberg 76; Stürz 25; Sarkowski 971. - 25. Buch der Ernst Ludwig Presse. Eines von 100 Exemplaren. Die erste Ausgabe dieser ungewöhnlichen Tiergeschichten erschien 1912 bei Vita in Berlin. Der deutschbaltische Autor, Übersetzer und Tierschützer Manfred Kyber (1880-1933) war Anthroposoph und stand mit Rudolf Steiner in Verbindung. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-33
€ 175,-


Langer, Anton (Pseud. Hansjörgel von Gumpoldskirchen), Schriftsteller (1824-1879)

Eigenhändiges Albumblatt mit Unterschrift, quer-gr-8, Wien, 13. 10. 1860. - "Wenn man seine Gedanken in Autografen und Stammbuch-Blättern los kriegt, so wär's kein Wunder, wenn man endlich gedankenlos würde. Der Geist ist keine Elektrisir-Maschine, die Funken sprüht, so oft man's will, - er muß kommen, wie ein lieber, aber unangemeldeter Gast. Anton Langer alias Hansjörgel von Gumpoldskirchen."

Der vielseitige Schriftsteller, Journalist und Übersetzer dichtete unter anderem Lieder für Volkssänger und verfasste etwa 100 Romane, Humoresken und Satiren, die im Wiener Milieu spielen. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-34
€ 175,-


Lanner, Joseph

Jubel-Walzer für das Pianoforte. Oesterreichs Völker-Kranze zur Gedächtnissfeier an den 14ten Juni 1835 gewidmet. 100stes Werk. Wien, Pietro Mechetti qm. Carlo, (1835), Platten-Nr. 2630. Quer-4; zweifarbiger gestochenerer Umschlag mit Titel und Vignette, S. 3-11 gestochene Noten; Orig.-Broschur (etwas beschnitten, Fadenheftung gelöst, Umschlag gebräunt); alter Besitzvermerk auf Titel, stellenweise leicht fleckig.

Weinmann S. 13. - Erste Ausgabe. Lanners Werke erschienen zunächst als Klavierausgaben, dann meist auch in Arrangements für mehrere Instrumente. Die Titelvignette zeigt eine Tanzveranstaltung mit verschiedenen Vertretern der Habsburgermonarchie vor dem Hintergrund der Stadt Wien. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-35
€ 100,-


Lechter, Melchior, Maler, Graphiker und Buchkünstler (1865-1937)

Eigenhändige Postkarte mit Spruch und Namenszug in Blockschrift, Adresse von fremder Hand, Poststempel Berlin 5. 7. 1928. - "Alles ist Schicksal! Melchior Lechter."

Lechter studierte an der Berliner Akademie, wurde von Fritz Gurlitt gefördert, schloss sich dem Kreis um Stefan George an und gestaltete für ihn etliche Bücher. Er war Mitglied der Theosophischen Gesellschaft Adyar und unternahm eine längere Reise nach Indien. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-36
€ 175,-


Leech, J. - [Leigh, Percival]

Portraits of Children of the Mobility. Drawn from Nature. With memoirs and characteristic sketches. London, Richard Bentley, 1841. In-4; 2 Bll., 47, (1) pp, 8 lithograph. Tafeln (inkl. Frontispiz), im Stein signiert; blind- und goldgeprägter Orig.-Leinenband (geringfügig fleckig, Ecken berieben und bestoßen); die letzten zwei Textseiten knittrig, sonst gut erhalten.

Erste Ausgabe. - Der britische Karikaturist und Illustrator John Leech (1817-1864) wurde vor allem durch seine Beiträge zu der Satirezeitschrit "Punch" sowie durch seine Illustrationen zur Novelle "A Christmas Carol" von Charles Dickens bekannt. Das vorliegende Werk spielt mit seinem Titel auf die drei Jahre zuvor von Charles Heath herausgegebene Publikation "Portraits of the Children of the Nobility" an und ist mit einem Text des ebenfalls für den "Punch" arbeitenden Satirikers Percival Leigh ausgestattet. Leech porträtiert hier mit gleichermaßen humorvollem wie einfühlsamem Blick Kinder der sogenannten Unterschicht auf den Straßen Londons. "Amid all the squalor which they depict, they are full of individual beauties in the delicate or touching expression of a face, in the graceful turn of a limb. The book is scarce in its original form ..." (Wikipedia). Weiterlesen

Bestellnummer 2603-37
€ 200,-


Lefler, Heinrich (1863-1919)

"Schneewittchen". Farbzinkätzung auf dünnem Japan, in der Platte signiert H. Lefler, zusätzlich unter dem Bild mit Bleistift signiert, um 1900, Bildformat 34 x 29 cm, Papiergröße 48 x 36 cm, auf Karton montiert, Gesamtgröße 62 x 48 cm. - Aus der auf 100 Exemplare limitierten Luxusausgabe von "Bilderbogen für Schule und Haus" im Verlag der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, Wien 1897-1902.

Der vielseitige österreichische Maler, Graphiker und Bühnenbildner Heinrich Lefler war unter anderem Gründungsmitglied des Hagenbundes, Ausstattungsleiter an der Wiener Hofoper unter der Direktion von Gustav Mahler und ein bedeutender Buchillustrator zur Zeit des Jugendstils. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-38
€ 1200,-


Lehár, Franz, Komponist (1870-1948)

Kärtchen im Visitkartenformat mit eigenhändiger Notenzeile und Unterschrift. Ein Takt aus "Juxheirat" mit unterlegtem Text "Immer Er und Sie". - Etwas fleckig. Beiliegend eine Fotoporträtpostkarte mit faksimilierter Signatur.

Lehárs dreiaktige Operette "Die Juxheirat" (Libretto: Julius Bauer) war sein viertes Bühnenstück. Sie erlebte ihre Aufführung am 22. Dezember 1904 am Theater an der Wien, wurde aber bald vom großen Erfolg der "Lustigen Witwe" (1905) überflügelt und konnte sich auch wegen des umstrittenen Textbuchs nicht längerfristig behaupten. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-39
€ 220,-


Liliencron, Detlev von, Schriftsteller (1844-1909)

Porträtfotographie im Kabinettformat mit eigenhändiger Widmung und Unterschrift auf der Rückseite, 24. 2. 1904. - "Mit herzlichem Gruß aus Alt-Rahlstedt bei Hamburg. Detlev Liliencron." - Ecken geringfügig berieben.

Aufnahme Hoffotograph E. Bieber, Hamburg. - Der Lebemann und chronisch verschuldete Spieler Liliencron zählt zu den bedeutendsten und einflussreichsten deutschen Lyrikern des späten 19. Jahrhunderts. Seine letzten Jahre verbrachte er in Alt-Rahlstedt, wo ihm Freunde zu einer Wohnung verholfen hatten; zu seinem 60. Geburtstag wurde er hoch geehrt. - Fotos Liliencrons sind selten. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-40
€ 330,-


Malteserorden

Andrew Bertie, 78. Großmeister (von 1988 bis 2008), 1 Scudo und 2 Scudi 1988 in originalem Karton-Set, Feinsilber in Proof-Qualität (polierte Platte), Durchmesser 30 und 39 mm, Gewicht 12 und 24 g. - Der Schutzkarton etwas fleckig und abgegriffen.

Selten. - Nach dem Verlust seines Staatsgebiets unter Napoleon (1798) verlegte der Orden seinen Sitz von Malta nach Rom und prägte dort weiterhin Münzen mit nominellen Wertangaben, die allerdings keine Zahlungskraft mehr haben und daher als Medaillen anzusehen sind. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-42
€ 160,-


(Maria Theresia). - Martonfi, Josef

Trauerrede auf Marien Theresien Kaiserin Königin Grossfürstin von Siebenbürgen &c. &c. &c. bei dem feyerlichen Leichenbegängnisse, welches die Hohen Stände des Grossfürstenthums zum Andenken Ihrer Höchstseligen Monarchin, in der Hermannstädter Pfarrkirche am 15ten 16ten, und 17ten Jenner 1781 veranstalteten. Hermannstadt, Martin Hochmeister, (1781). In-folio; 11 Bll. mit einigen Vignetten, 1 Kupfertafel; einfacher schwarzer Papierumschlag; mäßige Gebrauchs- und Altersspuren.

Die Gedenkfeier für Maria Theresia wurde einige Wochen nach dem Tod der Kaiserin in der protestantischen Stadtpfarrkirche von Hermannstadt abgehalten. Neben der Trauerrede in deutscher Sprache enthält die Druckschrift auch ausführliche lateinische Angaben zum abgebildeten Trauergerüst sowie zu den "Reliqua Emblemata" (unter Mitwirkung von Franz Xaver Göntzi). Der ehemalige Jesuit Josef Martonfi (ungarisch Mártonffy Jószef, 1746-1815) war 1779 von Maria Theresia zum Generaldirektor der römisch-katholischen Schulen in Siebenbürgen ernannt worden; 1799 wurde er Bischof von Siebenbürgen. - Sehr selten. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-43
€ 750,-


Martius, Carl Friedrich Philipp von, Naturforscher und Ethnograph (1794-1868)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Geh[eimer] Rath Dr. v. Martius", 1 1/2 Seiten, kl-4, München, 3. 2. 1868. - Als Sekretär der math.-phys. Klasse der Kgl. Bayerischen Akademie der Wissenschaften an das Großherzogl. Naturalienkabinett in Darmstadt. "Hochgeehrtester Herr! Mit Gegenwärtigem beehre ich mich, Ihnen den richtigen Eingang der Moa-Photographien zu melden, welche unser treffl. Haast mir schon angekündigt hatte. Ich danke im Namen der Akademie, welcher ich die Zeichnungen in der nächsten Sitzung vorlegen werde. Im Vertrauen auf Ihre literarische Güte erlaube ich mir auch, Ihnen ein Päckchen aus dem Herb[arium] ducale Darmst. zugehn zu lassen, welches mir, respective dem Bearbeiter der Gentian. u. Loganiae, wenn ich nicht irre, noch von dem sel. Schnittspahn zur Benützung anvertraut war. Da ich den gegenwärtigen Conservator Ihres G[roß]H[erzog]l[ichen] Herbarii nicht einmal im Namen kenne, so darf ich es wohl wagen, hochdieselben unter meiner besten Danksagung an das Conservatorium, um gütige Übergabe u. Bescheinigung des Rückempfanges zu bitten. / Es gereicht mir zu ganz besonderem Vergnügen, hier Gelegenheit zu haben, Ihnen, einem Naturforscher, dessen große Verdienste ich dankbarst verehre diese Gesinnungen aussprechen und die Versicherung meiner reinsten Ergebenheit darbringen zu können ...". Mit dekorativem Briefkopf der Akademie der Wissenschaften. - Schrift leicht durchschlagend, linke untere Ecke ergänzt.

Martius nahm im Auftrag des bayerischen Königs Maximilian I. an der österreichischen Brasilien-Expedition von 1817 bis 1821 teil und widmete sich dabei vor allem der Erforschung der Flora Brasiliens sowie der indigenen Kulturen. Er wurde zum Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ernannt, erhielt er eine Professur an der Universität München und wurde Direktor des Münchner Botanischen Gartens. Sein vorliegender Brief ist vermutlich an den bedeutenden Paläontologen und Zoologen Johann Jakob Kaup (1803-1873) gerichtet, der seit 1825 am Darmstädter Naturalienkabinett arbeitete und hier Illustrationen der von ihm beschriebenen Arten von dem Tiermaler Joseph Wolf anfertigen ließ. Der schon vor Jahrhunderten ausgerottete flugunfähige neuseeländische Moa-Riesenvogel wurde ab etwa 1840 anhand von Knochenfunden rekonstruiert. Der aus Bonn stammende Julius von Haast (1822-1887) lebte seit 1858 auf Neuseeland und wurde zum ersten wissenschaftlichen Erforscher der Insel. Georg Friedrich Schnittspahn (1810-1865) leitete den Botanischen Garten in Darmstadt. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-44
€ 450,-


Maximilian (eigentlich Ferdinand Max[imilian]), Kaiser von Mexiko (1832-1867)

Aktenausschnitt von Schreiberhand mit eigenhändiger schwungvoller Unterschrift als Erzherzog aus seiner Zeit als Marinekommandant, Triest, 26. 1. 1855. - Das Aktenstück betrifft die Stellung des Schiffsoberarztes (Chirurgo maggiore). - Unregelmäßig beschnitten, Schrift leicht durchschlagend.

Der jüngere Bruder von Kaiser Franz Joseph unterhielt schon früh gute Beziehungen zur Marine und reiste viel zu Schiff. 1854 zum Oberkommandant der k. k. Kriegsmarine ernannt, machte er sich um die Reorganisation dieser bisher vernachlässigten Waffengattung verdient. Unter seiner Ägide unternahm die Fregatte "Novara" 1857-1859 ihre berühmte Weltumsegelung. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-46
€ 185,-


Mozart, W. A.: Die Zauberflöte

Grosse Oper: von W. A. Mozart. Für das Piano-Forte eingerichtet von M. J. Leidesdorf. Wien, Tobias Haslinger (um 1830). Quer-4; gestochener Titel, 78 pp gest. Noten; späterer schwarzer Leinenband mit goldgepr. Deckel und eingebundenem vorderem Umschlag der Original-Broschur (diese mit etwas abweichendem Titel). - Stellenweise etwas flau gedruckt, einige wenige Flecken und Knickspuren; insgesamt attraktives Exemplar.

Pl.-Nr. 3055, noch mit dem Zusatz "S: u: C:" (Steiner & Comp.). Tobias Haslinger war zunächst Teilhaber und ab 1826 Alleineigentümer des von Sigmund Anton Steiner gegründeten Musikverlags. Maximilian Joseph Leidesdorf (1787-1840) wirkte in Wien als Klavierkomponist und Musikalienhändler. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-48
€ 240,-


Nestroy, Johann, Theaterdichter und Schauspieler (1801-1862)

Unsigniertes Ölgemälde auf Leinwand (Künstler unbekannt) nach einer 1855 entstandenen Lithographie von Josef Kriehuber, 125 x 95 cm. - In Halbfigur an einem Tisch sitzend, in der linken Hand ein Rollenbuch. In reich profiliertem Zierrahmen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Gesamtgröße 147 x 117 cm). - Mit Expertise und Schätzgutachten von Prof. Dr. Tobias G. Natter vom Mai 2024.

Schwarz, Johann Nestroy im Bild, Nr. 24. - Einziges Ölporträt Nestroys aus dem 19. Jahrhundert. Die als Vorlage dienende Lithographie Kriehubers zeigt Nestroy mit den Schauspielern Wenzel Scholz (1787-1857) und Carl Treumann (1823-1877) an einem Tisch sitzend. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-49
€ 35000,-


Nohejlová-Prátová, Emanuela

Das Münzwesen Albrechts von Wallenstein. Graz, Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1969. In-4; 79 pp mit einigen Textabb., 8 Tafeln; Orig.-Leinen mit goldgepr. Rückentitel und illustr. Schutzumschlag.

Clain-Stefanelli 8301. - Bedeutende historisch-numismatische Studie. Erweiterte und von A. Hubala ins Deutsche übertragene Fassung der erstmals 1934 auf Tschechisch erschienenen Monographie. Die Autorin (1900-1995) erhielt 1943 wegen ihres Widerstands gegen die Nationalsozialisten Arbeitsverbot in Prag und war daraufhin zwei Jahre am Wiener Münzkabinett tätig. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-50
€ 110,-


Österreichische Kunsttopographie

Umfangreicher Bestand der vom Bundesdenkmalamt (ursprünglich k.k. Zentralkommission für Denkmalpflege) herausgebenen Reihe. Vorhanden sind Bd. I (inkl. Beiheft), II-V, VII-XVI, XVIII-XXXI und XXXIV-LV sowie das Arbeitsheft "Steyrdorf" in insgesamt 57 Bänden. Wien und Baden, Schroll u. a., 1907-1999. Kl-4 (ab Bd. XXVIII Format etwas reduziert); je Band meist ca. 300-500 pp mit zahlreichen Abbildungen, Tafeln und Karten; Bd. I-XIX meist Leinenbände der Zeit oder Orig.-Leinen, Bd. XX-XII und Arbeitsheft orig.-kartoniert, Bd. XXIII-XXXI unterschiedlich gebunden, ab Bd. XXXIV Orig.-Leinen, zumeist mit Orig.-Umschlag; die älteren Bände sehr gut erhalten mit nur wenigen stärkeren Gebrauchsspuren, die jüngeren neuwertig und teilweise noch originalverschweißt. - Bd. XXVII in guter doppelseitiger Fotokopie (kartoniert); Bd. XI. ohne Reihentitel.

Bd. XXVIII und XXIX mit abweichendem Reihentitel "Ostmärkische Kunsttopographie"; Bd. XXXIII nicht erschienen. - In diesem Umfang nur selten angebotene Dokumentation der österreichischen Kunstdenkmäler. Einige der hier vorhandenen Bände sind gesucht und im Handel kaum auffindbar. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-51
€ 3000,-


Orchidee

Mischtechnik auf getöntem Papier, um 1900(?), 57 x 41 cm. - Epiphytisch wachsende tropische Orchidee mit gelb-rosa gefärbten, rot gesprenkelten Blüten. - Rand- und Eckschäden durch Passepartout abgedeckt (mit etwas Bildverlust).

Schöne großformatige Darstellung, unbezeichnet. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-52
€ 560,-


Radetzky, Josef Wenzel (Graf), Feldmarschall (1766-1858)

Kanzleibrief mit eigenhändiger Unterschrift ("RadetzkyFm"), kl-4, Verona, 28. 9. 1837. - An Feldmarschall-Leutnant Graf Künigl. "Ich gebe mir die Ehre, Euer Excellenz hier anliegend die Dispositionen zu übersenden, welche für die, in einigen Tagen, hierlandes statt findenden Manoeuvres so eben hinausgegeben wurden ...". Ohne die erwähnten Beilagen. - Faltspuren.

Radetzky wurde 1831 Generalkommandant der Kaiserlich-Königlichen Armee im Königreich Lombardo-Venetien und erhielt 1836 den Rang eines Feldmarschalls. Seine große spätere Popularität erwarb er sich vor allem durch die militärischen Erfolge gegen die Aufständischen in Italien (1848/1849). Weiterlesen

Bestellnummer 2603-53
€ 260,-


Reichenbach, Karl (Frh.) von, Naturforscher und Philosoph (1788-1869)

Eigenhändiger Brief mit Adressblatt und Unterschrift, 2 1/2 Seiten auf Doppelblatt, quer-8, Blansko (Mähren), 21. 2. 1839. - An Josef Scheiger in Zara (Kroatien), dem er Muster von Pflanzensamen übersendet. "Wohlgeborner Hochgeehrter Herr! Ihr launiger Brief vom 2. d[ie]ß. kommt vielleicht aus einem schlimmen Lande, ich will es nicht bestreiten, aber dafür muß wenigstens kein übler Himmel dort seyn. Hier ist er heute voll Nebel, man sieht den ganzen Tag nicht 50. Schritte weit: aber auch auf Ihrem Boden liegen gewiß heute nicht 10. Zoll hoher Schnee, wie in Blansko, das sich zu den nicht übeln mährischen Gegenden zählt. Seyen Sie also zufrieden mit Ihrer epirotischen Sonne; könnte ich mit Ihnen tauschen, wie gerne gäbe ich Ihnen unsere Birken und Astern um Ihre Orangen und Myrthen! / Da Sie meine Wünsche nicht unmittelbar erfüllen können, so sind Sie mir dafür mit thätigem Rathe zur Hand gegangen, was mich Ihnen um nichts weniger verpflichtet. Ich behalte mir vor, davon später ernstlichen Gebrauch zu machen. Für heuer will ich es indessen noch bewendten lassen, und den Anpflanzungs und Benützungs Versuch hier zuvor noch abwarten. Für die Saamenzucht könnte vielleicht in Zara auch erst ein kleiner Versuch mit einigen Körnern gemacht werden, um zu sehen, ob er denn auch wirklich dort reift und ob das Klima und die Länge des Sommers dazu hinreicht. Diß würde wenige Mühe kosten, und im ersten besten Blumenbeet geschehen können. In dieser Absicht bin ich denn so frey, Ihnen anliegend eine kleine Prise Saamen beyzuschließen, mit der Bitte sie irgend einem oder zweyen von Ihren Freunden zur Anpflanzung im Freyen zu geben. Deren zwey werden besser seyn, als Einer, weil sie bey Einem allein möglicher Weise leichter einem Unfalle ausgesetzt sind. Die Pflanze wird nicht größer, als ein Buchweizen oder Heidekornstengel, nehmlich 1. bis 2. Fuß hoch, und schlank. In Zara wird man sie wohl jetzt gleich anpflanzen müssen; von Nachtfrösten wird man wohl niemals bey Ihnen etwas wissen, die uns in unserem Tannzapfenland im May und selbst im Juni noch so verderblich werden. Sollte der Saamen wirklich in Zara reifen, und wir die Überzeugung gewinnen, daß es damit gut gehen kann; so würde ich dann im folgenden Jahre mich an die Herrn wenden, welche Sie mir zu empfehlen die Gefälligkeit hatten. / Möge der Himmel Ihnen Geduld mit den Plagen schenken, die von mir aus über Sie kommen! - ich verharre mit größter Hochachtung Euer Wohlgeboren Gehorsamer Diener Dr. Reichenbach (mittlerweile zum Freyherrn g[eworden(?)] / Aus einer indirekten Äußerung in Ihrem Briefe muß ich fast schließen, daß ich unachtsam genug gewesen seyn könnte, meine letzte Zuschrift Ihnen nicht zu frankiren. Sollte diß wider Vermuthen möglich seyn, so muß ich sehr bitten, mir diß, bey meinen zahlreichen ... und tausend beständigen Unruhn als ein Zerstreuungsübersehen nachsichtig zu verzeihen, obgleich ich es mir selbst und meiner Unachtsamkeit nicht verzeihen könnte." Mehrere Empfängervermerke, die Anschrift durchgestrichen. - Gebräunt (die erste Seite stärker), das zweite Blatt mit kleinem Ausriss durch Siegelöffnung und hinterlegtem Ausschnitt bei der Adresse (Textverluste). - Beiliegend eine rückseitig von alter Hand mit "Dr. Reichenbach" beschriftete Fotographie des Ateliers Johann Wichera um 1870 im Format carte-de-visit, die einen jüngeren Wissenschaftler bei chemischen Versuchen zeigt.

Der aus einer bürgerlichen Württemberger Familie stammende vielseitige Forscher und Unternehmer Karl Ludwig Friedrich Reichenbach beschäftigte sich zunächst als Chemiker und Techniker erfolgreich mit dem Eisenhüttenwesen sowie mit der Verkohlung von Holz und entdeckte dabei unter anderem das Kreosot und Paraffin; in Blansko errichtete Reichenbach gemeinsam mit Graf Hugo zu Salm eine Reihe von Eisenwerken. 1835 erwarb er das Gut Reisenberg am Cobenzl bei Wien und verkehrte nun viel in den wissenschaftlichen Kreisen der Stadt. Sein Ruf als Naturforscher litt allerdings bald unter seiner obskuren Lehre vom "Od", einer angeblich dem Magnetismus ähnlichen, physikalisch jedoch nicht nachweisbaren Kraft. - Der Briefempfänger Josef Scheiger (1801-1886, hier "v[on] Scheiger", obwohl erst 1872 nobilitiert) war ein österreichischer Beamter und verdienstvoller Kulturhistoriker, der von 1835 bis 1839 den Postbetrieb in Zara leitete und seine Beamtenlaufbahn als Postdirektor von Graz beendete. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-54
€ 480,-


Reilly, Franz Joh. Jos. von (Hrsg.)

Allgemeine Erdbeschreibung / Geschöpft aus Büsching, Fabri, Bruns und andern Erd- und Reise-Beschreibern. 3 Teile in 4 Bänden. Wien, Verlag des Herausgebers, 1792-1793. Kl-8; Titel mit Kartenvignette, 566 pp; Titel mit Kartenvignette, 1263 pp; Titel mit Globenvignette, 718 pp; Pappbände der Zeit mit Rückenschildchen Rückenschildchen (etwas fleckig und leicht bestoßen, kleine Fehlstellen); gelegentlich etwas gebräunt, vereinzelte Wurmspuren, insgesamt gut erhalten. - Auf den vorderen Außen- und Innendeckeln Bibilotheksschildchen des Kremser Piaristen-Gymnasiums.

Der Wiener Verleger Franz Johann Joseph von Reilly (1766-1820) brachte unter anderem einen 830 Blätter umfassenden europäischen Atlas, den ersten österreichischen Weltatlas sowie den ersten Postatlas heraus. In seinen letzten Lebensjahren war er vor allem als Schriftsteller tätig. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-55
€ 300,-


Riemann, Carl Friedrich

Neue Beschreibung der Reckanschen Schule, größtentheils zugleich ein Practisches Handbuch für Lehrer welche nach Reckanscher Lehrart unterrichten können und wollen. Mit einer Vorrede von Sr. Hochwürden dem Herrn Domherrn &c. Friedrich Eberhard von Rochow, Erbherrn auf Reckan &c. &c. Berlin und Stettin, Friedrich Nicolai, 1792. Kl-8; XVI, 240 pp; Halblederband der Zeit mit Rückenschildchen, etwas Rückenvergoldung und Marmorpapierbezug (geringfügig berieben); Titel dezent gestempelt, stellenweise etwas gebräunt oder leicht stockfleckig, insgesamt gut erhalten.

Der preußische Gutsbesitzer Friedrich Eberhard von Rochow (1734-1805) gründete 1773 bei seinem Gut in Reckhan (hier Reckan) eine Dorfschule im Geist des Philanthropismus, die bald zum Vorbild für ähnliche Anstalten wurde; Rochows Reformideen fanden auch Eingang in das preußische Allgemeine Landrecht von 1794. Riemann war einer von Rochows Mitarbeitern und veröffentlichte erstmals 1781 eine Beschreibung der Reckanschen Schule, der 1792 die vorliegende zweite Ausgabe folgte. Beide Fassungen sind äußerst selten; lediglich die umgearbeitete dritte Auflage von 1798 taucht häufiger im Handel auf. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-56
€ 370,-


Ronayne, Philip

A treatise of Algebra in Two Books: The First treating of the Arithmetical, and the Second of the Geometrical Part. The Second Edition with Additions. London, William and John Innys, 1727. In-8; 4 Bll., V, (3), 461 (recte 421) pp mit Vignetten und geometrischen Abb., (3) pp Verlagsanzeigen; Lederband der Zeit mit Rückenschildchen und Goldfileten (berieben und bestoßen); alte Besitzvermerke auf Titel und flieg. Vorsätzen, mäßige Gebrauchs- und Altersspuren, insgesamt gut erhalten. - Die Seiten 161-176 und 297-320 sind wie immer bei dieser Ausgabe in der Paginierung ausgelassen.

Zweite erweiterte Ausgabe dieses klassischen Werks der Mathematik, das erstmals 1717 erschien. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-57
€ 450,-


Rossini, Gioachino (Komp.)

Mosè. Melodramma in quattro atti. Da reppresentarsi nel Teatro I. R. di Corte alla Porta d'Italia in Vienna. Wien, Wallishausser, 1836. In-8; 27 pp mit Titelvignette; orig. Fadenheftung mit Buntpapierrücken (ohne Umschlag); Gebrauchs- und Altersspuren, die letzte weiße Seite stärker angeschmutzt.

Textbuch zu Aufführungen einer Rossini-Oper im Wiener Kärntnertortheater; für die Ausstattung zeichneten der Dekorationsmaler Giuseppe Brioschi (1801-1858) und sein Kollege Pioni verantwortlich. "Mosè in Egitto" (so der ursprüngliche Titel) nach einem Libretto von Andrea Leone Tottola wurde 1818 in Neapel uraufgeführt. 1827 folgte eine überarbeitete und stark erweiterte französische Fassung, die später wieder ins Italienische rückübersetzt wurde. Der vorliegende Wiener Druck, der bis in die Angabe von Aufführungsort und Verlag hinein italienisiert ist, dürfte auf einer 1836 bei Bisesti in Verona gedruckten Textausgabe basieren. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-59
€ 85,-


[Rudolf, Erzherzog]

Kronprinz Erzherzog Rudolf + / Die österreich-ungarische Monarchie in Wort und Bild. (Wien), k. k. Hof- und Staatsdruckerei, (1889). Kl-4; 10 pp (inkl. 2 Titelblättern), 1 Bl., 2 Bll. Handschriftenfaksimile; in losen Bögen ohne Einband. - Etwas fleckig und knittrig, kleine Randläsuren.

Der zum Tod Rudolfs anonym erschienene Druck beschreibt die Entstehungsgeschichte des von ihm initiierten "Kronprinzenwerks", würdigt seine persönliche Beteiligung daran und kündigt die Fortsetzung und Fertiggestellung dieses ethnographischen Kompendiums des Habsburgerreiches an, das schließlich 1902 mit 24 Bänden abgeschlossen werden konnte. Das Faksimile gibt den Entwurf von Rudolfs Rede zur Überreichung der ersten Lieferung an Kaiser Franz Joseph am 1. 12. 1885 wieder. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-60
€ 240,-


[Salmon, Thomas]

Lo stato presente di tutti i paesi, e popoli del mondo naturale, politico, e morale ... volume IX. Dei regni di Boemia, e di Ungheria, dell'imperio Germanico in generale, ed in particolare dei circoli d'Austria, Baviera, Franconia, Sassonia, superiore ed inferiore. (Storia moderna ovvero tutti i popoli del mondo IX). 2. Aufl. Venedig, G. Albrizzi, 1740. In-8; gestochener Vortitel, Titel, 10 Bll., 479 pp mit einer gestochenen Vignette, 6 gefaltete Kupfertafeln, 7 Faltkarten (von Isak Tirion, Amsterdam); Pergamentband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschildchen (dieses etwas beschädigt, vorderes Innengelenk geplatzt); vor allem die Karten teilweise stock- bzw. wasserfleckig (meist am Rand), einzelne unbedeutende Läsuren.

Vgl. DNB 17, 697. - Anonym herausgegebener italienischer Einzelband aus der Weltbeschreibung des englischen Reiseschriftstellers und Historikers Thomas Salmon (1679-1767), die zahlreiche anonyme oder pseudonym bearbeitete Ausgaben in verschiedenen Sprachen erlebte. Beschreibt die habsburgischen Länder sowie Bayern, Franken und Sachsen. Unter den Kupfertafeln zwei Gesamtansichten von Wien und Prag, eine Darstellung der Wiener Karlskirche, Abbildungen von Donaufischen sowie Landkarten von Deutschland, Bayern, Ungarn und Siebenbürgen. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-61
€ 370,-


Schembri, Canon H. Calleja

Coins and Medals of the Knights of Malta. (London), Spink & Son, 1966. Gr-8; XII, 262 pp, 25 Taf., goldgepr. Orig.-Leinen.

Clain-Stefanelli 10745. - Standardwerk. Reprint der Ausgabe London 1908. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-62
€ 115,-


Scherzer, Karl Ritter von, Forschungsreisender und Diplomat (1821-1903)

Gedruckte Visitenkarte als österreichischer Generalkonsul in Leipzig mit eigenhändigen 6 Zeilen (in 3. Person) und Unterschrift, Leipzig, 27. 10. 1879. "... bedauert daß ein katarrhalisches Leiden ihm nicht gestattet der nächsten Eröffnungssitzung der Geographischen Gesellschaft beizuwohnen dessen wirkl. Mitglied zu sein, eben die Ehre zu haben hofft ... Scherzer".

Scherzer, ein liberater Anhänger der Revolution von 1848, unternahm von 1852 bis 1855 zusammen mit dem deutschen Reisenden und Geographen Moritz Wagner eine Forschungsreise durch den amerikanischen Kontinent und brachte von dort eine reiche wissenschaftliche Ausbeute nach Wien. 1857-1859 war er Expeditionsschreiber und Handelsdelegierter der österreichischen "Novara"-Weltumsegelung. 1860 in den Ritterstand erhoben, begleitete er 1869 die österreichische Expedition nach Ostasien, danach folgten Berufungen als Generalkonsul nach Smyrna, London, Leipzig und Genua. Seine Reiseberichte wurden unter anderem von Alexander von Humboldt sehr geschätzt. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-63
€ 140,-


Schlesien

Außschreibung gewisser, von denen Hochlöblichen Herren Fürsten, und Ständen, in Ober- und Nieder-Schlesien, bey noch wehrender Zusammenkunfft, auffs neue beliebeter, Und vorhero auch, zum theil gebrauchter Auffschläge. Beschlossen den 26. Novembris 1666. Breslau, Baumannische Erben, (1666). In-4; Titel mit Wappenholzschnitt und Bordüre, 7 Bll. mit zwei Initialen; Fadenheftung mit Papierrücken (angeschmutzt und etwas knittrig); fleckig und wasserrandig, das letztes Blatt mit Brandloch und kleinen Mängeln im weißen Rand. - Steuer- und Zolledikt verlautbart durch den Breslauer Bischof Sebastian von Rostock (1607-1671) als Oberhauptmann von Schlesien.

Selten. - Das Edikt behandelt detailreich eine Reform des Abgabenwesens in Schlesien, das damals zum Königreich Böhmen gehörte, und enthält ausführliche Bestimmungen zu Konsum- und Einfuhrsteuern auf alkoholische Getränke, Lebensmittel und Vieh sowie zu Abgaben auf Rauchfänge. Besondere Kapitel betreffen die Juden (die 1455 nach einem Progrom aus Breslau ausgewiesen worden waren) sowie Landstreicher und ausländische Händler, denen ebenfalls Beiträge "dem bono publico zum Frommen" abverlangt werden. Enthalten sind ferner einige Musterformulare für Steuereide. - Unter den Habsburgern übten die Fürsterzbischöfe von Breslau üblicherweise auch das Amt des Oberlandeshauptmanns aus. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-64
€ 330,-


Schoff, Otto (1884-1938)

"Mädchen auf dem Lande". Berlin, Fritz Gurlitt, [1922]. Halbleinen-Flügelmappe mit unbedrucktem Schutzumschlag, aufgezogener farbiger Lithographie als Deckeltitel und acht (von zehn) lose auf Kartonblättern montierten signierten Lithographien in Sepia oder Rötel; in-folio. - Leichte Alters- und Gebrauchsspuren, der Schutzumschlag stärker angeschmutzt und lädiert

Zarte, impressionistische Darstellungen. - Der in Bremen in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene Otto Schoff ließ sich nach dem Ersten Weltkrieg in Berlin nieder, wo er nach der Machtergreifung der Nationalsolzialisten als entartet eingestuft wurde und nicht mehr aussstellen durfte. Frauen, Erotik sowie männliche und weibliche Homosexualität bilden zentrale Themen seines malerischen und graphischen Werks. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-65
€ 260,-


Schulreform, Theresianische

Entwurf zur Einrichtung deutscher Schulen. Wien, Verlag der deutschen Schulanstalt, 1774. Kl-8; 252 pp mit einigen Vignetten; zeitgenössischer Pappband mit Kleisterpapierbezug (etwas berieben, Rücken geschossen); leichte Alters- und Gebrauchsspuren, Titel dezent gestempelt, die letzten Seiten mit Wurmspur im Falz.

Nicht in Holzmann-Bohatta. - Anonym erschienener Beitrag zur Reform des Schulwesens unter Maria Theresia, die mit der am 6. Dezember 1774 erlassenen "Allgemeine Schulordnung für die deutsche Normal-, Haupt- und Trivialschulen in sämtlichen Erbländern" das deutschsprachige Grund- und Sekundarschulwesen in der Habsburgermonarchie vereinheitlichte. Ausführlich behandelt werden unter anderem Unterrichtsgegenstände, Schulschriften, Methodik des Unterrichts sowie Schultypen und Schulpläne. Verfasser der im März 1774 abgeschlossenen Schrift könnte der ehemalige Benediktinerpater Abbé Leopold Gruber (1740-1810/11) sein, der in diesem Jahr Lehrer für natürliche Sittlichkeit und Religion an den Wiener Normalschulen wurde. Verlegt wurde das Werk im ehemaligen Jesuitenkloster St. Anna in der Wiener Innenstadt, das nach der 1773 erfolgten Aufhebung des Ordens zum Schulgebäude umgestaltet wurde und unter anderem die Normalschule von St. Stephan beherbergte. - Sehr selten, in der Österreichischen Nationalbibliothek nur in Fotokopie vorhanden. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-66
€ 400,-


Scott, Robert Falcon, Offizier und Polarforscher (1868-1912)

Eigenhändig beschriebene kleine Visitkarte (4 x 8 cm): "Captain R Scott / R[oyal] N[avy] / British Antarctic Expedition 1910 / 36 Victoria Street; London SW". - Leicht fleckig.

Nachdem bereits 1901-1904 die von Scott geleitete Discovery-Expedition einen Vorstoß zum Südpol unternommen und dabei das Polarplateau im nördlichen Viktorialand erreicht hatte, brach der Brite im Juni 1910 im Rahmen der Terra-Nova-Expedition nochmals in die Antarktis auf mit dem ehrgeizigen Ziel, als erster den Südpol zu erreichen, worin ihm der Norweger Amundsen allerdings fünf Wochen zuvorkam. Auf dem Rückweg starben Ross und seine vier Kameraden bei eisigen Temparaturen und zu Ende gegangenen Lebensmittelvorräten auf dem Ross-Schelfeis. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-67
€ 2750,-


Seidmann-Freud, Tom (Geburtsname Martha Gertrud Freud), Kinderbuchautorin und -illustratorin, Nichte von Sigmund Freund (1892-1930)

Maschinschriftlicher Brief mit eigenhändiger Unterschrift, 1 Seite, kl-4, Berlin-Charlottenburg, 22. 10. 1928. - An Walter Zadek. "Lieber Walter, ich schicke Ihnen anbei endlich das Intelligenzspiel. Ich hoffe, dass es Ihnen gefällt. Es wäre sicher noch hübscher geworden, wenn Sie mich nicht so in der Auswahl der einzelnen Zeichen beschränkt hätten. Die Dienstmarke habe ich auf besonderem Wunsch von Fräulein Goldberg aufgeklebt; ich finde sie nicht besonders gut und lege Ihnen deshalb noch das Eisenbahnerzeichen bei, da Sie eventuell an dieser Stelle reproduzieren lassen können. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir das Honorar bald anweisen könnten. Geben Sie Ihrem Herzen einen Stoß und lassen Sie es recht hoch sein ... P. S. Für die Unterschrift von Schacht habe ich nur das Feld angegeben, in das sie kommen soll und bitte Sie, die Reproduktion davon mach zu lassen." Links oben Vermerk "MK 75 bez. am 24. Okt. 1928" und Paraphe von fremder Hand. - Lochung und kleine Bugrisse hinterlegt.

Sehr selten. - Die in Wien in eine gutbürgerliche jüdische Familie geborene Martha Gertrud Freud nahm mit 15 Jahren den männlichen Vornamen Tom an und begann gelegentlich Männerkleidung zu tragen. Nach Berlin übersiedelt, heiratete sie 1920 den Schriftsteller Jakob Seidmann und gründete zusammen mit ihm den Peregrin-Verlag; das Ehepaar ging tragischerweise an den Folgen der Weltwirtschaftskrise von 1929 zugrunde. Mit ihren bis heute nachgedruckten poetischen Bilderbüchern und Spielfibeln zum Schreiben- und Rechnenlernen leistete Seidmann-Freud einen außergewöhnlichen und nachhaltigen Beitrag zum Kinder- und Schulbuch im frühen 20. Jahrhundert. - Der Publizist Walter Zadek (1900-1992) war Redakteur beim legendären Berliner Tagblatt und Mitglied der Künstlerkolonie Berlin; 1933 inhaftiert, konnte er 1935 nach Palästina fliehen und arbeitete dort als Fotograph. - "Schacht": wohl der damalige Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht, dessen faksimilierte Unterschrift auf Geldscheinen zu finden war. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-68
€ 750,-


Soeborg, P. - Bugge, Thomas - Zahlen, C. G.

Neuestes Handbuch der Sternkunde, für Lehrlinge und Liebhaber, aus dem Dänischen des Soeborgischen Sternen-Catechismi, mit einer Vorrede und aufs neue durchgesehen und mit Zusätzen vermehrt von Thomas Bugge. ... Uebersezt, umgeändert und mit neuen Anmerkungen begleitet, von C. G. Zahlen. Kopenhagen und Leipzig, J. H. Schubothe, 1798. In-8; Titel, XXXXII, 180 pp, 4 Bll., 7 gefaltete Kupfertafeln; Halblederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung, zwei Rückenschildchen, Buntpapiervorsätzen, Rotschnitt und Lesebändchen (etwas berieben, vord. flieg. Vorsatz geringfügig im Falz gelockert); insgesamt gut erhaltenes, nahezu fleckenfreies Exemplar.

Seltene deutsche Bearbeitung des "Stierne-Catechismus for almindeling Mand" von Peter Soeborg (Kopenhagen 1788) in dekorativem Einband. Die Kupferstiche teilweise signiert Riedel. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-69
€ 240,-


Sonnenfels, Joseph von, Jurist und Aufklärer (1733-1817)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 3/4 Seite auf Doppelblatt, in-8, (Wien), 23. 12. (um 1810/1815). - An einen unbekannten Empfänger betreffend einen Streit rund um die Gründung des Wiener Polytechnikums, den Vorläufer der heutigen Technischen Universität. "Ich gebe mir die Ehre, Euer Hochwohlgeborn beygehenden Aufsatz zu übersenden: ich glaubte demselben zur Abkürzung der Arbeit sogleich als Note einkleiden zu müssen. Da S[eine] M[ajes]t[ä]t die Errichtung der Politechnik wirklich schon sanktionirt haben, so schien mir das Zuträglichste, diese Fehde auf eine ehrenvolle Art zu enden, wobey das Ansehen S[eine]r D[urchlaucht] des Herrn Curators geschirmet, und die Integrität der Akademie gerettet würde. Den 23 Xbr. Sonnenfels". Ohne die erwähnte Beilage. - In etwas zittriger Altersschrift auf dünnem Papier geschrieben, gebräunt und lichtrandig.

Sehr selten. - Das Polytechnische Institut in Wien wurde 1815 im Auftrag von Kaiser Franz I. nach längeren Vorarbeiten durch Johann Joseph von Prechtl gegründet, der es bis 1849 leitete. "Akademie": Sonnenfels war seit 1811 Präsident der Akademie der bildenden Künste in Wien; sie wurde für ihn zum Mittelpunkt seiner letzten Lebensjahre. Neben seiner Tätigkeit für den Staat als einflussreicher Jurist und Verwaltungsreformer - unter anderem ist Sonnenfels die Abschaffung der Folter zu verdanken - war der "österreichische Lessing" auch in kulturellen Belangen sehr aktiv. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-70
€ 2400,-


Steindachner, Franz, Zoologe (1834-1919)

Mattierte Bronzeplakette von R. Marschall (hergestellt im Wiener Hauptmünzamt) zum 70. Geburtstag am 11. 11. 1914, 7 x 4 cm. - Vorderseite: Brustbild nach rechts. Rückseite: Neunzeilige Widmung des Oberstkämmerers im Auftrag von Kaiser Franz Joseph in lateinischer Sprache.

Hauser 7889. - Steindachner baute die Fischsammlung sowie die Sammlung von Amphibien und Reptilien am Naturhistorischen Museum in Wien auf und wurde 1898 dessen Intendant. Er war ein hervorragender Ichthyologe, nach dem über 30 Fischarten benannt wurden, unternahm mehrere Sammelreisen (unter anderem nach den Galapagos-Inseln) und leitete die Österreichisch-Ungarischen Tiefsee-Expeditionen im Mittelmeer und im Roten Meer. - Der österreichische Bildhauer und Medailleur Rudolf Marschall (1873-1967) stand viele Jahre der Meisterschule für Graveur- und Medailleurkunst an der Wiener Akademie vor. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-72
€ 80,-


Strauß, Johann (Sohn)

Schallwellen. Walzer für das Piano-Forte. Componirt und den Herren Hörern der Technik in Wien achtungsvoll gewidmet von Johann Strauss, Kapellmeister. 148tes Werk. Wien, Carl Haslinger, (1854), Platten-Nr. 11667. Quer-4; lithographierter Umschlag mit Titel, S. 3-10 gestochene Noten; Orig.-Broschur (Fadenheftung gelöst, kleine Bugläsuren); Titel gestempelt und mit kleinem Etikett, stellenweise geringfügig fleckig. - Beiliegend ein Programmblatt des Wiener Männer-Gesangvereines zu einem Konzert unter Mitwirkung der Strauss-Kapelle am 5. 9. 1861 in Hietzing (in-4; knittrig und fleckig).

Weinmann S. 79. - Erste Ausgabe. Das k.k. Polytechnische Institut in Wien (heute Technische Universität) wurde 1815 zur Ausbildung von Ingenieuren für den militärischen und zivilen Bereich gegründet. Die allegorische lllustration auf dem Titel stammt von F. Berndt. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-73
€ 130,-


Tanchou, S.

Ueber die Verengerungen der Harnröhre und des Mastdarmes nebst einer Beurtheilung der verschiedenen Behandlungsarten ... Aus dem Französischen übersetzt von Raimund Dietrich Brachmann ... Nebst einer Vorrede von Dr. Karl August Kuhl. Leipzig, Kollmann, 1836. In-8; XX, 232 pp 3 lithographierte Falttafeln; marmorierter Pappband der Zeit mit Rückenschildchen. Leichte Altersspuren, insgesamt sehr gut erhalten.

Engelmann 572; Hirsch-H. 5, 511. - Erste deutsche Ausgabe (Originalausgabe Paris 1835). Der französische Arzt Stanislas T. Tanchou (1791-1850) veröffentlichte eine Reihe medizinischer Arbeiten, gründete eine venerologische Frauenklinik und beschäftigte sich eingehend mit Krebserkrankungen. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-74
€ 240,-


Theophylakt von Ohrid

Theophylacti Bulgariae Archiepiscopi, in quatuor Evangelia enarrationes innumeris penè locis per Phil. Montanum Armenterianum denuò recognitae & restitutae. Item in minores aliquot prophetas, Abacuc, Ionam, Naum, & Osee. Basel, Johannes Herwagen (d. Ä.), 1554. In-4; 6 Bll. (inkl. Titel mit Druckermarke und 1 Bl. weiß), 416 pp, 8 Bll. (inkl. 1 Bl. weiß), S. 417-958 (recte 936), 10 Bll. (mit wiederholter Druckermarke auf letzter Seite); späterer Halblederband mit goldgepr. Rückenschildchen und Rotschnitt (etwas berieben und bestoßen); Vorsätze und einige wenige Seiten mit Wurmspuren, Titel dezent gestempelt, die Verlegerangabe sowie eine zusätzliche handschriftliche Zeile unter dem Privileg alt getilgt; insgesamt sehr schönes, weitgehend fleckenfreies Exemplar.

VD16 B 4619; zur Druckermarke (Hermes triceps) siehe Grimm, Druckersignete 210 f. - Kommentare zu den vier Evangelien, den Paulusbriefen und einigen Prophetenbüchern des Alten Testaments. Der aus Griechenland stammende Autor (auch Theophylakt von Bulgarien, um 1055 - 1126) wirkte in Konstantinopel als Geistlicher und Erzieher für das Kaiserhaus, ging 1078 als Erzbischof von Ohrid nach Bulgarien und leitete dort mit Umsicht und Engagement die bulgarische Kirche; er wird In den orthodoxen Kirchen von Serbien, Bulgarien, Griechenland und Russland als Heiliger verehrt. Seine Bibelkommentare "basieren auf den Lehren von Johannes Chrysostomos, jedoch behaupten sie ihren Platz in der exegetischen Literatur aufgrund ihrer Treffsicherheit, Nüchternheit, Genauigkeit und Ausgewogenheit" (Wikipedia). Die vorliegende lateinische Ausgabe besorgte der aus Flandern stammende Humanist Philippus Montanus (1498-1576), ein Schüler des Erasmus von Rotterdam, auf der Grundlage der 1542 in Rom erschienenen griechischen Edition. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-75
€ 650,-


Trebitsch, Arthur

Die böse Liebe. Novellen. Wien - Prag - Leipzig, Ed. Strache, 1920. In-8; 223, (1) pp, 4 Bll.; goldgepr. Orig.-Halblederband mit Rückentitel, Deckelmonogramm AT und Kopfgoldschnitt (Rücken stärker berieben). - Nr. 15 von 30 numerierten Exemplaren, im Druckvermerk vom Autor signiert.

Kosch 23, 427. - Von Misogynie durchsetzte Erzählungen. Der aus dem großbürgerlichen Wiener Judentum stammende Schriftsteller, Philosoph und Antisemit Arthur Trebitsch (1880-1927) stand stark unter dem Einfluss seines Jugendfreundes Otto Weininger, entwickelte sich zum radikalen Deutschnationalen und zeigte Symptome von Verfolgungswahn. Das Buch enthält eine gedruckte mehrseitige Widmung an den von Trebitsch geförderten Schriftsteller Anton Wildgans, mit dem er in den Jahren 1904-1905 eine ausgedehnte Seereise unternahm. - Sehr selten. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-76
€ 160,-


Türkenkriege / Wien 1683

"A. Die Brunst im Schottenhof zu Anfang der Belagerung. B. Die von den Turken abgebrandten Dörfer jenseits der Donau. C. Die abgetragene Schlagbrucke D. Die von den Turken geschlagene Bruck bey Nusdorf." Kupferstich aus Anton von Geusau, Geschichte der Haupt- und Residenzstadt Wien in Oesterreich Teil IV, Wien 1793, 24,5 x 34 cm. - Dramatische Darstellung der Belagerung. Nachstich eines zeitgenössischen Kupferstichs von Johann Martin Lerch (1643-1693) mit kleinen Veränderungen gegenüber der Vorlage. - Druckbedingte Faltspuren geglättet, einzelne Papierschäden sorgfältig restauriert.

Sturminger 3504; Nebehay-Wagner 951/16. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-77
€ 360,-


Unbekannter Künstler

Baumlandschaft mit Menschen und Tieren. Lavierte Sepia-Pinselzeichnung über leichter Bleistiftskizze, stellenweise zart mit Deckfarbe gehöht, wohl spätes 18. Jahrhundert, 22 x 40 cm. - Mit schmalem Rand um die mit schwarzer Tusche ausgezogene Bildkante. - Leichte Knicke an den Seitenrändern, rückseitig Spuren von Montage, eine Ecke dadurch geringfügig beschädigt.

Auf Papier mit Wasserzeichen Lilie und ungelesenem Herstellernamen. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-78
€ 450,-


Verhaeren, Emile

Les Heurs du Soir. Leipzig, Insel-Verlag, 1911. Kl-4; 36 pp, 2 Bll.; Orig.-Halblederband mit goldgepr. Rückentitel, Deckelvignette und Lesebändchen; leichte Verfärbungen durch Lesebändchen, sonst nahezu fleckenfrei und frisch; kleines Sammlerexlibris mit Insel-Signet. - Nr. 376 von 550 Exemplaren. Schöner breitrandiger Druck auf teils unbeschnittenem Bütten, der vorzüglich erhaltene Einband entworfen von Henry van de Velde.

Sarkowski 1822. - Erste Ausgabe. Später Gedichtzyklus des auch im deutschsprachigen Raum hochgeschätzten belgischen Dichters (1855-1916), der in seinen letzten Lebensjahren literarisch gegen den Wahnsinn des Weltkriegs ankämpfte. - Der Druck von Werken der Weltliteratur in Originalsprachen gehörte wesentlich zum Programm des Insel-Verlags. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-79
€ 275,-


Vogel, Wolfgang

Der Motorwagen und seine Behandlung. (Motorfahrzeug-Bibliothek Band 3). Berlin, Phönix-Verlag, 1906. In-8; X, 192, (1) pp, 5 Bll. Anzeigen, durchgehend illustriert; farbillustr. Orig.-Broschur (Umschlag knittrig und mit Fehlstellen, erste Seiten im Bund gelockert); Titel angeschmutzt und mit altem Besitzvermerk, die letzten Seiten mit Eckknick und etwas feuchtrandig.

Stärker gebrauchtes, aber immer noch attraktives Exemplar dieses originellen Handbuchs für die erste Generation der Automobilisten. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-80
€ 160,-


Vogeler, Heinrich, Maler und Graphiker (1872-1942)

Zwei eigenhändige Briefe mit Unterschrift (der zweite mit Zusatz "und die Leute vom Barkenhof"), jeweils 1 Seite, kl-4, W[orpswede] 26. 11. und 30. 12. 1920. - An Karl Jänichen. "... Ihr Brief hat mich erfreut, es sind wenige, die das was ich sagte so tief erfasste wie Sie. Wir kämpfen hier einen schweren Kampf in wirtschaftlicher Not und Bedrängnis von allen Seiten, von Seiten der 'Parteien' besonders. Wir werden nun um Ostern aus einer Bonner Versuchsschule (Scharrelmann) Kinder aufnehmen für den Sommer und müssen dann sehen was sich daraus entwickelt. Wir wissen genau was wir wollen, aber haben noch unendliche Arbeit an uns selber zu tun um uns für die Aufgabe zu festigen. Den Vortrag sende ich Ihnen im Januar gedruckt, versichert[?] heute nur das einliegende ..." (26. 11.) "... Das war für uns eine grosse Freude - die Noten, Ihre tiefen rhytmischen Worte, dann das schöne Gebäck. Wir haben jetzt endlich eine Lehrerin für die Kleinen gefunden und so beginnt langsam der Aufbau. Ich habe jetzt eine wunderbare Aufgabe, male und schnitze unser[e] Räume ..." (30. 12.) - Faltspuren.

Der vielseitig begabte Künstler Heinrich Vogeler wurde vor allem durch seine Arbeiten im Jugendstil bekannt. Nachdem er einen Bauernhof im niedersächsischen Worpswede erworben hatte, gestaltete er das Anwesen im Sinn eines Gesamtkunstwerks um begründete dort die Künstlerkolonie Barkenhoff (so die übliche Schreibweise). Er hatte die Niederlage im 1. Weltkrieg als moralischen Zusammenbruch empfunden, der eine neue Ethik und ethische Politik erforderte, und entwickelte auf der Grundlage von Marxismus, Christentum und völkischen Ideen eigene Vorstellungen von Erziehung und Lebensform, die er in seiner sozialistischen Kommune mit ihrer agrarisch-handwerklichen Bedarfswirtschaft zu verwirklichen suchte. 1931 wanderte er nach Moskau aus, wurde aber 1941 als Deutscher nach Kasachstan deportiert und ging dort zugrunde. - Heinrich Scharrelmann (1871-1940) war Schriftsteller und Schulreformer. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-81
€ 950,-


Walter, Bruno, Dirigent (1876-1962)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift an den Wiener Klavierfabrikanten Friedrich Ehrbar jun., 2 Seiten auf Doppelblatt, kl-8, Wien, 9. 11. 1912. - "Hochverehrter Herr Kaiserlicher Rat! Mit Ihnen haben wir ein besonderes Pech: Mein Kollege Reichenberger ist erkrankt und ich habe für ihn die morgige Vorstellung von Margarethe zu dirigieren, was uns also nöticht auf das Vergnügen Ihren morgigen musikalischen rout zu besuchen, zu verzichten. Mit dem Ausdruck des aufrichtigen Bedauerns sendet Ihnen und Ihrer Frau Gemahlin, auch im Namen seiner Frau die verbindlichsten Grüße Ihr wahrhaft ergebener Bruno Walter".

Der als Bruno Walter Schlesinger in Berlin geborene Dirigent war Schüler von Gustav Mahler und folgte ihm 1901 als Kapellmeister an die Wiener Hofoper. Friedrich Ehrbar (1873-1921) führte nicht nur die von seinem gleichnamigen Vater begründete Klavierproduktion weiter, er war auch von 1900 bis zu seinem Tod Präsident der Wiener Singakademie. Der Dirigent und Komponist Hugo Reichenberger (1873-1938) war von 1908 bis 1935 an der Wiener Oper tätig. Gounods "Faust" (so der eigentliche Name der Oper) wurde in Wien erstmals 1862 aufgeführt, zunächst aber nicht sonderlich geschätzt; Gustav Mahler weigerte sich sogar, das Werk aufzuführen - er fand es zu sentimental ("gezuckerter Goethe"). Erst 1906 brachte Felix Weingartner "Margarethe" erfolgreich neu heraus, mit der großen Wagner-Sängerin Anna Bahr-Mildenburg in der Titelrolle. "rout": veralteter Ausdruck für Abendgesellschaft. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-82
€ 300,-


Welter, Gerhard

Die Münzen der Welfen seit Heinrich dem Löwen. 3 Bde. Braunschweig, Klinkhardt & Biermann, 1971-1978. Kl-4; XI, 543 pp, 2 Bll.; IX, 49 pp, 269 Taf.; VII, 235 pp; orig. Kunstleder mit Schutzumschlägen. - Neuwertig.

Behandelt die Prägungen welfischer Herrscher von den Brakteaten des 12. Jhs. bis zu den Ausgaben des Königreichs Hannover. Maßgebliches Referenzwerk mit über 3200 Einträgen, umfangreichem Tafelband und zusätzlichen Abbildungen in den Textteilen. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-83
€ 200,-


Zeyer, Julius

Tri legendy o krucifixu. Praha, Ceská grafická unie, 1925. Gr-8; 77 pp mit 3 Orig.-Radierungen, 1 Bl., je 1 weißes Blatt vor- udn nachgebunden; dekorativer schwarzer Leinenband (Lederimitat) auf 5 Bünden mit goldgepr. Rückentitel, Deckelvignetten, Goldfileten und Goldschnitt. - Eines von 550 numerierten Exemplaren.

Drei Christus-Legenden des böhmischen Schriftstellers und Dramaturgen Julius Zeyer (1841-1901), der zur Literatengruppe der Lumírovci zählte; Schauplätze der kurzen Erzählungen sind Prag, Toledo und die Slowakei. Die bibliophil gestaltete Ausgabe erschien zum 25-jährigen Bestehen der Tschechischen Graphischen Gesellschaft und wurde von Cyril Bouda (1901-1984) illustriert. - Tadellos erhalten und selten. Weiterlesen

Bestellnummer 2603-84
€ 175,-


Ziegler, Anton

Die Geschichte des Militärs der k.k. österr. Monarchie aus allen Waffengattungen mit Inbegriff der alten deutschen Wehrmannschaften und des Ritterthums &c. von der frühesten Zeit bis zur Gegenwart. Wien, Eigenverlag, (um 1852). In-4; 160 pp, 60 altkolorierte lithographierte Tafeln (nicht ganz wie vorgegeben eingebunden); späterer marmorierter Pappband (Kanten berieben); teilweise etwas stock- oder fingerfleckig, der Text mehr als die Tafeln. - Selten.

Wurzbach 60, 46; nicht in De Ridder, Hiler, Lipperheide und Colas. - Das heute ziemlich kurios anmutende militär- und uniformgeschichtliche Werk trägt die unverkennbare Handschrift seines etwas zwielichtigen Autors und Herausgebers, des Wiener Schriftstellers und Künstlers Anton Ziegler (1793-1869), der unter anderem mehrere volkstümliche Kompilationen zur vaterländischen Geschichte verfasste. "Alle die vorgenannten Werke scheinen im Selbstverlag herausgekommen und Ziegler mit denselben, um sie an Mann zu bringen, in Person hausiren gegangen zu sein. In den Buchhandlungen waren sie nicht zu haben und, da sie nur für die bestimmte Anzahl Abnehmer in einer beschränkten Anzahl Exemplaren gedruckt wurden, auch bald vergriffen ..." (Wurzbach). Die eiweißgehöhten und meist mit Seidenpapiervorsätzen versehenen Lithographien stammen - soweit sie im Stein signiert sind - teils von Ziegler selbst, teils von Vinzenz Katzler (1823-1882). Weiterlesen

Bestellnummer 2603-85
€ 750,-