Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Geh[eimer] Rath Dr. v. Martius", 1 1/2 Seiten, kl-4, München, 3. 2. 1868. - Als Sekretär der math.-phys. Klasse der Kgl. Bayerischen Akademie der Wissenschaften an das Großherzogl. Naturalienkabinett in Darmstadt. "Hochgeehrtester Herr! Mit Gegenwärtigem beehre ich mich, Ihnen den richtigen Eingang der Moa-Photographien zu melden, welche unser treffl. Haast mir schon angekündigt hatte. Ich danke im Namen der Akademie, welcher ich die Zeichnungen in der nächsten Sitzung vorlegen werde. Im Vertrauen auf Ihre literarische Güte erlaube ich mir auch, Ihnen ein Päckchen aus dem Herb[arium] ducale Darmst. zugehn zu lassen, welches mir, respective dem Bearbeiter der Gentian. u. Loganiae, wenn ich nicht irre, noch von dem sel. Schnittspahn zur Benützung anvertraut war. Da ich den gegenwärtigen Conservator Ihres G[roß]H[erzog]l[ichen] Herbarii nicht einmal im Namen kenne, so darf ich es wohl wagen, hochdieselben unter meiner besten Danksagung an das Conservatorium, um gütige Übergabe u. Bescheinigung des Rückempfanges zu bitten. / Es gereicht mir zu ganz besonderem Vergnügen, hier Gelegenheit zu haben, Ihnen, einem Naturforscher, dessen große Verdienste ich dankbarst verehre diese Gesinnungen aussprechen und die Versicherung meiner reinsten Ergebenheit darbringen zu können ...". Mit dekorativem Briefkopf der Akademie der Wissenschaften. - Schrift leicht durchschlagend, linke untere Ecke ergänzt.
Martius nahm im Auftrag des bayerischen Königs Maximilian I. an der österreichischen Brasilien-Expedition von 1817 bis 1821 teil und widmete sich dabei vor allem der Erforschung der Flora Brasiliens sowie der indigenen Kulturen. Er wurde zum Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ernannt, erhielt er eine Professur an der Universität München und wurde Direktor des Münchner Botanischen Gartens. Sein vorliegender Brief ist vermutlich an den bedeutenden Paläontologen und Zoologen Johann Jakob Kaup (1803-1873) gerichtet, der seit 1825 am Darmstädter Naturalienkabinett arbeitete und hier Illustrationen der von ihm beschriebenen Arten von dem Tiermaler Joseph Wolf anfertigen ließ. Der schon vor Jahrhunderten ausgerottete flugunfähige neuseeländische Moa-Riesenvogel wurde ab etwa 1840 anhand von Knochenfunden rekonstruiert. Der aus Bonn stammende Julius von Haast (1822-1887) lebte seit 1858 auf Neuseeland und wurde zum ersten wissenschaftlichen Erforscher der Insel. Georg Friedrich Schnittspahn (1810-1865) leitete den Botanischen Garten in Darmstadt.
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