Walter, Bruno, Dirigent (1876-1962)


Eigh. Brief mit Unterschrift, 1 3/4 Seiten, kl-4, Zürich, 6. 6. 1933. - An den Sänger Ernst Kraus. "Lieber Freund Ernst Kraus! Also wirklich siebzig! Das kann ich mir schwer vorstellen. Wenn ich an Sie denke, dann sehe ich Sie als Lohengrin, Siegfried, Tannhäuser, Siegmund usw., als kraftvoll, jung, heldisch also und das geht in meiner Vorstellung so gar nicht mit dem Gedanken an Ihre siebzig Jahre zusammen. Fast bin ich sicher, dass Sie selbst ähnlich fühlen und kaum begreifen können, dass Sie mit aller Ihnen noch eigenen Frische und Kraft und Jugendlichkeit schon das biblische Alter erreicht haben sollen. Aber was gehen uns eigentlich unsere Jahre an! Worauf es ankommt ist, wie wir uns selbst fühlen und wie uns nahstehende Menschen uns sehen. Kein Alter existiert also für Sie (übrigens war Titurel viel älter) ... Sie waren für mich als ganz jungen Musiker der ideale Held des Wagner'schen Dramas - Sie blieben der Einzige, dem ich die Siegfriede, Lohengrin, Tannhäuser, Tristan ganz glaubte und Sie sind es für mich geblieben. Heut wie je, wenn ich an Wagner denke, dann sehe ich Sie vor mir und höre den Glanz und die Schönheit Ihrer Stimme ... Ihr treuer Bruno Walter". - Im Anschluss 5 eigh. Zeilen mit Unterschrift von Frau Elsa Walter.

Bruno Walter war bis 1933 Dirigent der Berliner Philharmoniker und Direktor des Gewandhausorchesters in Leipzig. Von den Nationalsozialisten an der Berufsausübung gehindert, emigrierte er 1933 nach Wien und später über Frankreich weiter in die USA. Er war seit 1901 mit der lyrischen Sopranistin Elsa Korneck (geb. Wirthschaft) verheiratet. Ernst Kraus (1863-1941) bekleidete ab 1896 die Position des Ersten Heldentenors an der Berliner Hofoper und gilt als einer der bedeutendsten Wagnerinterpreten des 20. Jahrhunderts.

1810-97
€ 400,-

Bilder zum Vergrößern bitte anklicken.
Zum Katalog

Bestellungen:
wa@nebehay.com
Tel. & Fax +43 1 512 54 66

Versandkosten auf Anfrage. Es gelten unsere AGB.