Sinigaglia, Leone, Komponist und Bergsteiger (1868-1944)


Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 2/3 Seite, in-8, Wien, Hotel Bristol (gedr. Briefkopf), 24. 1. 1911. - An den Harfenisten und Komponisten Alfred Holý in etwas fehlerhaftem Deutsch. "Sehr geehrter Herr Hóly / Könnte ich einen den nächsten Tagen - Vormittags od. Nachmittags wie's Ihnen besser passt, Samstag N[ach]M[ittags] ausgenommen - zu Ihnen kommen? Dass Sie weit und 'hoch' wohnen, macht's nicht! Ich hab' Zeit und bin Alpensverein Mitglied! Freue mich sehr auf unseres Wiedersehen - schreiben Sie mir nur, wenn es geht, wann ich kommen soll. Herzlichsten Gruss Leone Sinigaglia". - Falt- und Knitterspuren.

Der aus Turin stammende Sinigaglia lebte zeitweise in Wien, wo er mit Brahms in Kontakt stand, und in Prag, wo er bei Dvorák Privatstunden nahm. Er sammelte und bearbeitete viele Volkslieder seiner Heimat und schrieb Kammermusik sowie Orchesterwerke, die von Dirigenten wie Toscanini, Furtwängler und Barbirolli aufgeführt wurden. Daneben war Sinigaglia begeister Bergsteiger, bestieg zahlreiche Gipfel der Dolomiten und schrieb darüber auch ein Buch. Als Jude sollte der 75jährige nach der Besetzung Turins (1944) nach Deutschland zur Zwangsarbeit deportiert werden, überlebte aber seine Verhaftung nicht. Autographen Sinigaglias sind selten. - Alfred Holý (1866-1948) galt als einer der besten Harfenvirtuosen seiner Zeit. 1903 holte ihn Gustav Mahler an die Wiener Hofoper und Holý wurde dort der der höchstbezahlte Harfenist in Europa. Nach Mahlers Tod ging er in die USA, wo viele seiner Kompositionen erschienen. 1928 kehrte er nach Wien zurück, konnte hier allerdings nicht mehr an seine früheren Erfolge anknüpfen.

1810-87
€ 220,-

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