Rudolf II., röm.-deutscher Kaiser (1552-1612)


Kanzleibrief mit eigh. Unterschrift ("Rudolf"), 1 Seite, quer-folio, Breslau, 30. 5. 1577. - An Domprobst, Dechant und Domkapitel des Erzstiftes Köln. Ankündigung einer kaiserlichen Gesandtschaft. "... Ersame Liebe Andechtige. Wir haben die Ersamen vnnd Gelerten, Unsere Liebe Andechtige, Vnnd deß Reichs getreuen Wolfgang Camerer von Wormbs genandt von Dalberg, Thumbprobsten Zu Maintz vnnd Speyer, Andrees von Oberstain Thumbdechant Zu Speyer, vnnd Johan Hogenmüller der Rechten Lehrern vnsern Hof Rath, Zu Euch abgefertigt, in Vnserm Namen Vnnd von Vnsert wegen, bey Euch etlich Anbringens vnnd Werbung zu thun, Auff waß Ir von Innen vernemen werdet. Begeren Demnach hiemit gnediglich, Ir wollet gedachten Vnsern Abgesandten gleich vnß selbst volkommen glauben Zustellen. Und Euch darauf also wilfärig erzeigen. Wie eß der sachen vnnd deß Erzstiffts Cöllen notdurft voll erfordert. Vnnd wir vnß Zu Euch gentzlich vnnd veranlessig versehen thun. Das geraicht Euch selbst Zum besten. Vnnd vnß von Euch Zu ingenemen gehorsamen gefallen ...". Mehrere Gegenzeichnungen; mit papiergedecktem Siegel und Adresse. - Unterer Rand beschnitten, einzelne kleine Bugschäden, insgesamt gut erhaltener Kaiserbrief.

Das Kölner Domkapitel spielte im Zeitalter der Reformation eine wichtige Rolle. Wohl gab es innerhalb des Kapitels auch eine protestantenfreundliche Partei, doch setzte das Domkapitel letztendlich den Protestantisierungs- und Säkularisierungsbestrebungen mancher Kölner Erzbischöfe entschiedenen Widerstand entgegen. Salentin von Isenburg, seit 1567 Erzbischof und Kurfürst von Köln, trat am 13. 9. 1577 zurück und heiratete im Dezember dieses Jahres; sein Nachfolger wurde Gebhard von Waldburg, der 1582 zum Luthertum übertrat und damit den sogenannten Kölner Krieg (1583–1588) auslöste.

1806-78
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