Hyrtl, Joseph, Anatom und Naturforscher (1810-1894)


Eigh. Brief mit Unterschrift, 1 Seite, kl-8, wohl Wien um 1850. - An einen Naturforscher in Leipzig, vermutlich an den Zoologen Eduard Pöppig (1798-1868). "Hochgeehrter Herr Collega! Ich benütze die Gelegenheit, ... um Ihnen einige Injektionen zur Ansicht und Prüfung zu übersenden und erlaube mir zugleich Sie um Ihren gütigen Rath in einer mir sehr wichtigen Angelegenheit zu bitten. Unsere Regierung hat mich zur Abhaltung vergleichend-anat. Vorlesungen autorisiert, u. mir eine Summe Geldes zu jährlichen Ankäufen bewilliget. Ihr Verbindungen mit Zoologen und vergl. Anatomen des Auslandes, setzen Sie gewiß in den Stand, mir die Quellen gelegentlich mitzutheilen von welchen Thiere seltener Art zu vergl. Untersuchungen zu beziehen wären. Auch fertige Präparate würde ich sehr gerne kaufen. ... ich habe zu meiner Entschuldigung nichts als meine gänzliche Unbekanntschaft mit den kaufmännischen Verhältnissen einer Wissenschaft anzuführen, in welcher Sie so vieles und Großes leisteten. ..." [Nachschrift:] "Wenn es sich zufällig treffen sollte, bitte ich Hrn. Prof. Carus ... zu sagen, daß im Wiener pathol. Museum kein Fall von angeborner Hüftgelenks-Verrenkg. existirt, u. daß Prof. Rokitanski(!) bisher nie Gelegenheit hatte, eine solche anatomisch zu untersuchen."

Hyrtl, der unter anderem auch in der anatomischen Technik Hervorragendes leistete, bekleidete seit 1845 die erste Professur der Anatomie in Wien. Inhaltsreicher Brief mit Erwähnung des bedeutenden deutschen Arztes, Naturphilosophen und Malers Carl Gustav Carus (1789-1869) und des österreichischen Pathologen Carl von Rokitansky (1804-1878). Zu Hyrtls berühmten, nach einem von ihm erfundenen Verfahren angefertigten mikroskopischen Präparaten ("Injektionen") siehe R. Hildebrand in Sudhoffs Arch. 1987, 71(1), 1-11.

1601-39
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